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06.02.2017

20:45 Uhr

Wohnen immer teurer

Hohe Preise – und eine Nebenkosten-Überraschung

VonReiner Reichel

Wohnen wird immer teurer. Und das nicht nur, weil Mieten und Kaufpreise steigen. Auch die Kommunen langen bei Steuern und Abgaben zu. Eine Studie kommt zu verblüffenden Ergebnissen – wie das Beispiel München zeigt.

In Bayerns Landeshauptstadt lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden besonders schwer verwirklichen. dpa

Häuserfassaden in München

In Bayerns Landeshauptstadt lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden besonders schwer verwirklichen.

DüsseldorfMünchen ist Spitze: Nirgendwo in Deutschland sind die Mieten höher. In keiner anderen deutschen Großstadt sind Wohnungen und Häuser teurer, sind die Immobilienkredite höher als in der Bayernmetropole. Aber: In keiner deutschen Landeshauptstadt sind die Nebenkosten für Einfamilienhausbesitzer geringer als in München.

Für Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler (BdSt), macht das nur einen graduellen Unterschied. Er hält Steuern und Gebühren generell für zu hoch: „Der Fiskus ist Wohnkostentreiber Nummer eins“, schimpft er und fordert: „Der Staat darf das Wohnen nicht noch teurer machen!“ Der BdSt will seiner Forderung nach niedrigeren Steuern und Gebühren durch Messung der Unzufriedenheit der Bürger Nachdruck verleihen.

Im Dezember 2016 empfanden nach einer Umfrage des BdSt 83 Prozent der Deutschen die allgemeine Belastung als „zu hoch“. Zu Beginn der Trendumfrage im März 2015 hatten mit 79 Prozent noch weniger über die Last der  Nebenkosten geklagt. Zwischenzeitlich habe der Wert sogar bei 88 Prozent gelegen.

Immobilien in Deutschland – Tops und Flops

Geteilter Markt

In Ballungsgebieten und attraktiven Universitätsstädten steigen die Preise rasant. Strukturschwache Regionen erleben Bevölkerungs- und Wertverluste.

Freiburg: +8%

Hohe Lebensqualität, die Universität und attraktive Technologie- und Dienstleistungs-Arbeitsplätze ziehen Menschen an. Wohnungen sind knapp und teuer.

Erlangen: +8%

+7,7 Prozent. An diesem wichtigen Medizintechnikstandort treiben hochqualifizierte Arbeitnehmer mit hohen Einkommen Wohnungsnachfrage und -preise.

Hier finden Sie die Trendviertel von Erlangen, Nürnberg und Fürth.

Darmstadt: +7%

Die angesehene technische Universität und die Chemie- und Pharmabranche sowie die Nähe zur Metropole Frankfurt machen die Stadt attraktiv.

Eisenach: -2%

Die Wartburg, Wahrzeichen der Stadt, und die hübsch restaurierte Altstadt ziehen Touristen an, aber keine Menschen, die dort dauerhaft leben möchten.

Salzgitter: -0,4%

Die erst 1942 gegründete Stadt hing lange Zeit am Stahl. Seit die Zahl der Beschäftigten sinkt verliert sie Einwohner. Wo Nachfrage fehlt, fallen die Preise.

Doch der Reihe nach: Wer im vierten Quartal 2016 in München einen neuen Mietvertrag abschloss, musste im Schnitt 13 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter akzeptieren, haben die auf die Erstellung von Mietspiegeln spezialisierten Marktforscher von F+B herausgefunden. In diesem Durchschnittswert sind alle Wohnungsgrößen, Lagen und Baualter der vermieteten Häuser enthalten. Dass die Neuvertragsmieten nur um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal nach oben gegangen sind, mutet angesichts der rasanten Mietsprünge der vergangenen Jahre schon fast tröstlich an.

Wer ins Münchener Umland ausweichen will, muss sich ebenfalls auf happige Mieten gefasst machen: Der F+B-Aufstellung zufolge betrugen die Neuvertragsmieten im letzten Quartal 2016 in elf Städten über 20.000 Einwohnern mehr als zehn Euro. Davon gehören allein fünf zum Münchener Umland.

Kommentare (1)

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07.02.2017, 10:11 Uhr

Hat die SPD nicht getönt, sie werde etwas gegen die hohen Mieten machen...eine Mietpreisbremse???
Schulz....übernehmen Sie!

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