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04.10.2016

14:12 Uhr

Wohngemeinschaft

Die Studentenbude wird immer teurer

Die Hörsäle füllen sich wieder. Der Zustrom an die Hochschulen steigt stetig – genauso wie die Mieten für eine Studentenbude. Eine Studie hat nun untersucht, wo die Preise am schnellsten nach oben geschossen sind.

Mit immer höheren Zahlen an Erstsemestern steigen auch die Mietpreise in den Groß- und Universitätsstädten in Deutschland. dpa

Studentenwohnheim in Köln

Mit immer höheren Zahlen an Erstsemestern steigen auch die Mietpreise in den Groß- und Universitätsstädten in Deutschland.

BerlinWer sich in diesem Semester aus dem Elternhaus zum Studium aufmacht, muss für die erste eigene Wohnung mehr Miete zahlen als noch vor ein paar Jahren. „In Berlin sind die Preissteigerungen sehr stark“, erklärt Michael Voigtländer, der eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des Deutschen Real Estate Funds geleitet hat. Gut 37 Prozent mehr Miete mussten Hochschüler 2016 in der Hauptstadt hinlegen als noch vor sechs Jahren. Für die Studie verglichen die Forscher die Mietpreisdynamik von Durchschnitts-Studentenbuden zwischen 2010 und 2016 in 15 Groß- und Universitätsstädten.

Spitzenreiter sind dabei Berlin, München und Stuttgart. Aber auch im kleineren Osnabrück müssen Studenten mehr für ihre Wohnung zahlen als früher. Weniger stark stiegen die Mieten unter anderem in Siegen, Bonn und Heidelberg. Als Datengrundlage wurden die Inserate der Internetplattform „ImmobilienScout24“ genutzt. Um nur Inserate einzubeziehen, die wirklich für Studenten interessant sind, sind die teuersten 20 Prozent nicht in die Berechnung eingeflossen.

Dass München unter den Städten mit der rasantesten Mietpreisdynamik ist, überrascht kaum. Um 24,8 Prozent stieg dort die Miete für Studentenbuden in den vergangenen sechs Jahren. Den Studentenzahlen hat das keinen Abbruch getan: Nach Angaben des Münchner Studentenwerks steigen die Zahlen der Erstsemester weiter. „Wie bereits in den letzten Jahren ist der Wohnungsmarkt zu Beginn des Wintersemesters in München stark angespannt und es ist sehr schwer, auf dem privaten Wohnungsmarkt einen bezahlbaren Wohnplatz zu finden“, sagt ein Sprecher. Etwa 615 Euro (2010: 522 Euro) kostet die Studentenbude dort im Durchschnitt, erklären die Immobilien-Experten in der IW-Studie.

Mit einer Steigerung von 37,3 Prozent schossen die Mietkosten jedoch am stärksten in der Hauptstadt nach oben. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres erhöhten sich die Mieten um sieben Prozent. Die Experten erklären das mit dem anhaltenden Zuzug in die Stadt. „Seit 2012 erhöht sich die Zahl der Studierenden je Wintersemester um rund 5 000 Menschen“, sagt ein Sprecher des Studentenwerks. Auch private Investoren hätten das erkannt: Etwa 3700 Wohnungen werden speziell für Studenten gebaut. Diese sollen nach Angaben des Studentenwerks zu Preisen zwischen 280 und 860 Euro Miete pro Monat angeboten werden. Im Durchschnitt zahlte ein Student im Jahr 2016 rund 407 Euro (2010: 333 Euro) für seine Unterkunft, wie die Berechnung des IW ergab.

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