Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.01.2007

10:37 Uhr

Wohnimmobilien

Bund bleibt hart bei Reits

VonFrank Michael Drost

Die Debatte über die Einführung steuerbegünstigter Immobilienaktien (Reits) erhält neuen Zündstoff. Die Bundesregierung lehnt nach Informationen des Handelsblatts die Forderung des Bundesrats ab, Wohnimmobilien in die geplanten Reits aufzunehmen. Ein Hintertürchen lässt man sich jedoch offen.

BERLIN. „Die Herausnahme ist angezeigt, um die Belange des Mieterschutzes und einer sozialen Stadtentwicklung zu unterstützen“, heißt es in einer Stellungnahme der Bundesregierung, die dieser Zeitung vorliegt. Nach dem Regierungsentwurf sollen börsennotierte Immobiliengesellschaften lediglich Gewerbeimmobilien und nach dem 1. Januar 2007 fertig gestellte Wohnungen umfassen.

Der Ausschluss von Wohnimmobilien bei der Einführung börsennotierter Immobilientrusts war von unterschiedlicher Seite scharf kritisiert worden. Bankenvertreter etwa fürchten, dass Deutschland einen wichtigen Zukunftsmarkt verlieren könnte.

Auch ohne den Einbezug von Wohnimmobilien seien Reits ein „sinnvolles und attraktives Instrument“, heißt es dagegen in der Stellungnahme der Bundesregierung. Im Parlament findet am kommenden Donnerstag die erste Lesung des Reits-Gesetzentwurfs statt. Der Billigung des Gesetzentwurfs durch das Kabinett war ein monatelanger Streit vorausgegangen. Ursprünglich wollte das Bundesfinanzministerium auch die Wohnimmobilien in die Regelung einbeziehen. Doch der hartnäckige Widerstand von Teilen der SPD führte sehr zum Verdruss des Koalitionspartners CDU/CSU zu deren Ausschluss aus den Reits.

Der Bundesrat wirft der Regierung vor, durch eine Ausklammerung der Wohnimmobilien das Finanzprodukt Reit nachhaltig zu schwächen. Die „Mietschutzerwägungen“, so der Bundesrat, seien schwer nachzuvollziehen, „da ausländische Reits, Private-Equity-Fonds und alle sonstigen Investoren unbeschränkt deutsche Wohnimmobilien erwerben können“.

Die Bundesregierung glaubt dennoch, dass sie diese Entwicklung bremsen kann. Sie weist darauf hin, dass viele Private-Equity-Investoren bislang nur deswegen verstärkt deutsche Wohnungen erworben hätten, „um sie anschließend über deutsche Reits an die Börse bringen zu können“. Dieser Weg als Ausstieg aus dem Investment stehe nun nicht mehr zur Verfügung. Zwar könne der Börsengang über ausländische Reits nicht verhindert werden, doch sei es nun schwieriger, deutsche Immobilien erfolgreich an die Börse zu bringen. Letztlich würden Wohnimmobilien für Private-Equity-Investoren uninteressanter werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×