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23.09.2014

13:26 Uhr

Wohnungsbau

Wo der Immobilienmarkt heiß läuft

VonJens Hagen

Der Immobilienboom treibt bunte Blüten. Eine Studie zeigt, wo die meisten Wohnungen verkauft werden und was Käufer zahlen. Die Ergebnisse: In einigen Städten läuft der Markt heiß. In anderen funktioniert er nicht mehr.

Investors Liebling: Berlin löst München als Immobilien-Hauptstadt ab. Getty Images

Investors Liebling: Berlin löst München als Immobilien-Hauptstadt ab.

Die Angst vor dem Immobilienboom geht um. „Wir haben in vielen Städten eine Wohnungsnot“, sagt Matthias Günther, Vorstand des Forschungsinstituts Pestel. Im Auftrag des Mieterbundes erstellte Günther eine Studie, die einen zusätzlichen Bedarf von jährlich 40.000 Mietwohnungen im Neubau ermittelte.

„Unter 3500 bis 4500 Euro pro Quadratmeter geht in Berlin nichts mehr“, sagt André Adami, Analyst beim Beratungsunternehmen Bulwiengesa. Billige Kaufobjekte seien rar, es drohe aber ein Überangebot an teuren Wohnungen. „Viele private Käufer haben sich bedient“, sagt Adami.

„Wohnungen sind keine reine Ware, sie sind das Zuhause von Menschen“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas, der sich heute mit der CDU im Streit um die Mietpreisbremse einigte. „Unser aller Leben würde deutlich ärmer werden, wenn die Menschen in Stadtvierteln nach Einkommen getrennt würden.“

Immobilien sind in Deutschland gefragt wie lange nicht. Preise und Mieten steigen vielerorts ebenso wie die Nachfrage. Aber gibt es in Deutschland tatsächlich eine Goldgräberstimmung auf dem Immobilienmarkt-, vor der sich viele Mieter, private Käufer, Verbände und Politiker so fürchten?

Die umsatzstärksten Wohnungsmärkte in Deutschland

Platz 10

Augsburg
Umsatz 2012: 497 Millionen Euro
Umsatz 2013: 466 Millionen Euro
Die Auswertung zeigt Umsätze beim Verkauf von Wohnungsimmobilien. Quelle: Accentro Wohneigentums-Report 2014. Basis: Daten der Gutachterausschüsse.

Platz 9

Nürnberg
Umsatz 2012: 542 Millionen Euro
Umsatz 2013: 518 Millionen Euro

Platz 8

Leipzig
Umsatz 2012: 491 Millionen Euro
Umsatz 2013: 588 Millionen Euro

Platz 7

Stuttgart
Umsatz 2012: 782 Millionen Euro
Umsatz 2013: 757 Millionen Euro

Platz 6

Düsseldorf
Umsatz 2012: 537 Millionen Euro
Umsatz 2013: 871 Millionen Euro

Platz 5

Frankfurt
Umsatz 2012: 1,3 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,1 Milliarden Euro

Platz 4

Köln
Umsatz 2012: 1,15 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,2 Milliarden Euro

Platz 3

Hamburg
Umsatz 2012: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 1,78 Milliarden Euro

Keine Differenzierung zwischen Neubau und Bestand.

Platz 2

München
Umsatz 2012: 3,8 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 3,8 Milliarden Euro

Wohnungs- und Teileigentum.

Platz 1

Berlin
Umsatz 2012: 3,6 Milliarden Euro
Umsatz 2013: 4,3 Milliarden Euro

Eine Untersuchung des Privatisierungs-Dienstleisters Accentro zu den Transaktionen von Wohnimmobilien in den 82 deutschen Städten gibt einen Eindruck des Marktes. Die Studie analysiert die realen Preise der Gutachterausschüsse und hat damit mehr Aussagekraft als Prognosen von Experten oder die Auswertung von Angebotspreisen.

Kommentare (4)

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Herr Kurt Siegel

23.09.2014, 13:38 Uhr

Diese massive Blasenbildung haben wir der irrwitzigen Politik von Draghi zu verdanken; Wohnungssuchende in Hamburg, München etc. werden hoffentlich vermehrt zu "Eurohassern" (wie sie von der Bildzeitung herablassend genannt werden), es sei denn, diese Mieter sind Masochisten und freuen sich darüber, mehr als die Hälfte des Einkommens für Mieten aufwenden zu müssen.

Herr Sönke Burkert

23.09.2014, 14:27 Uhr

Mögen Sie noch kurz die Verbindung von Immobilienspekulationen und dem Euro herstellen - würden Investoren in ein boomendes und schnell wachsendes Berlin keine D-Mark investieren?

Account gelöscht!

23.09.2014, 18:47 Uhr

Die Mietpreisbremse zeigt nur die Ahnungslosigkeit der GroKo-Dilettanten. Neubau und Sanierungen sind ausgeschlossen ... d.h. die Immobranche wird sich noch mehr auf Luxussanierungen und exklusiven Neubau konzentrieren. Damit wird keines der Probleme gelöst, eher wird sich die Lage in den City-Lagen für Durchschnittsbürger noch verschlimmern.
Man hätte einfach mal einen Einkommensbescheid von den vielen internationalen "Investoren" einfordern sollen. Damit hätte man viele Investoren aus Südeuropa, Osteuropa etc sicherlich gleich draussen gehalten. Was man hier im Berliner Raum so von den befreundeten Immo-Maklern hört, sind nicht wenige Objekte aus de Geldkoffer gezahlt worden. Dass es sich dabei häufig um Schwarzgeld o. Geldwäsche o. beides handelte, liegt auf der Hand.

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