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10.07.2013

01:15 Uhr

Wohnungskonzern

Gagfah treibt die Trennung von seinem Großaktionär an

Gagfah löst sich langsam von seinem Großaktionär. Die Wohnungsfirma wirft 40 Millionen Aktien auf den Markt, die Hälfte davon stammt vom Finanzinvestor Fortress. Von den Fortress-Erlösen sieht Gagfah allerdings nichts.

Der Wohnungskonzern Gagfah treibt unter neuer Führung die Trennung von seinem langjährigen Großaktionär voran. dpa

Der Wohnungskonzern Gagfah treibt unter neuer Führung die Trennung von seinem langjährigen Großaktionär voran.

Der Wohnungskonzern Gagfah treibt unter neuer Führung die Trennung von seinem langjährigen Großaktionär voran. Das Unternehmen wirft 40 Millionen Aktien auf den Markt, wie es am Dienstagabend mitteilte. Die Hälfte davon stammen aus dem eigenen Besitz oder seien neue Papiere aus einer Kapitalerhöhung. Der Rest werde über Nacht vom bisherigen Mehrheitseigner Fortress platziert - der Finanzinvestor verringere seine Beteiligung auf unter 50 (bislang: 60,8) Prozent.

Die Gagfah-Aktie war mit einem Plus von einem Prozent bei 9,35 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen. Gemessen daran hätten die Kapitalmaßnahmen ein Volumen von 374 Millionen Euro. Im Späthandel unmittelbar nach Bekanntgabe der Nachrichten notierte das Papier noch bei 8,93 Euro. Angeboten würden die 40 Millionen Gagfah-Aktien in einer Preisspanne von 8,90 Euro bis 9,15 Euro, sagten zwei mit der Platzierung vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Gagfah hatte unlängst seine milliardenschweren Refinanzierungsprobleme gelöst und will unter dem neuen Vorstandschef Thomas Zinnöcker nun wieder auf Wachstum umschalten. Er kam im April von der kleineren Konkurrentin GSW und will bei der Gagfah ein neues Kapitel aufschlagen. Der Konzern, der bundesweit über 100.000 Wohnungen verwaltet, aber immer wieder mit dem schlechten Zustand seines Portfolios in die Schlagzeilen gerät, müsse wieder stärker wohnungswirtschaftlich und weniger finanztechnisch geführt werden, hatte Zinnöcker zu seinem Amtsantritt angekündigt und damit ein klares Signal in Richtung Fortress gesendet.

"Wir glauben, dass es immer noch genug Appetit für deutsche Wohnimmobilien-Aktien gibt", erklärte Zinnöcker die Kapitalmaßnahme, über die am Markt schon länger spekuliert worden war. Allerdings sind die Investoren sehr preissensibel, wie auch Deutschlands größte Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington erfahren musste, die den Sprung an die Börse wohl im zweiten Anlauf schaffte. Das Geld, das Gagfah aus der eigenen Platzierung einnimmt, soll zu zwei Drittel zur Tilgung von Krediten eingesetzt werden. Die übrigen Mittel fließen in die Instandhaltung der Wohnungen. Von den Fortress-Erlösen sieht Gagfah nichts. Die Kapitalmaßnahme wird von der Deutschen Bank und Goldman Sachs zusammen mit der Unicredit begleitet.

Die Aktionäre, die schon länger auf ihre Quartalsdividende verzichten müssen, lockt Gagfah mit der Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Ausschüttungen - allerdings erst Ende 2014.

Von

rtr

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