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04.03.2016

06:00 Uhr

Wohnungsmarkt

Für Immobilienprofis bringen Flüchtlinge Profit

VonPeter Köhler, Robert Landgraf

Gewerbliche Immobilienfinanzierer kämpfen auf dem Büromarkt und im Einzelhandel mit Leerständen. Dank des Zuzugs von Flüchtlingen wittern sie lukrative Geschäftschancen. Ein Zauberwort macht in der Branche die Runde.

Wohnblock im Neubaugebiet von Schwerin: Steht der Plattenbau vor einem Comeback? dpa

Schöner Wohnen

Wohnblock im Neubaugebiet von Schwerin: Steht der Plattenbau vor einem Comeback?

FrankfurtBei vielen Bundesbürgern geht die Angst um, dass preiswerte Wohnungen durch den Zuzug von Flüchtlingen zur Mangelware werden. Doch die Bedenken auf der Nachfrageseite des Marktes sind nur eine Seite der Medaille. Denn die Profis im Geschäft mit Immobilien sehen die Lage von der Angebotsseite her ganz anders – und zwar entspannt.

Die europäische Flüchtlingskrise bewerten mehr als ein Drittel der Kapitalgeber für Immobilienfinanzierungen „positiv“ oder „eher positiv“, nur 22 Prozent erwarten negative Auswirkungen, geht aus einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) hervor.

Größte börsennotierte Wohnungsvermieter in Deutschland

Vonovia (ehemals Deutsche Annington)

360.000 vermietete Wohnungen (inkl. Gagfah)

Stand: Anfang September 2016

Deutsche Wohnen

158.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

LEG Immobilien

130.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

TAG Immobilien

76.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Grand City Properties

82.000 Wohnungen

Stand: Anfang September 2016

Bei den gewerblichen Immobilienfinanzierungen würden wegen Problemen bei der Wohnraumbeschaffung auf einmal Objekte attraktiv, die schon dem jahrelangen Leerstand geweiht waren. Vor allem Bürohäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die nicht in Top-Lagen stehen, könnten zumindest teilweise in Wohnungen umgewandelt werden, erläutern die EY-Experten. „Umwandlung“ ist zum Zauberwort geworden.

Branchenbeobachter glauben, dass etwa zehn bis 15 Prozent dieser Bestände für Umwandlungen in Frage kommen. Weil mit Wohnimmobilien in städtischen Lagen gegenwärtig sehr viel höhere Renditen zu erzielen sind als mit Gewerbeimmobilien, ist der zusätzliche Wohnraumbedarf ein Stützungsfaktor für den Immobilienmarkt. Der boomt nunmehr schon seit Jahren, weil die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank die Renditejagd bei Sachwerten befeuert.  

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Noch nie wurde in Deutschland so viel Geld für Immobilien ausgegeben. Doch wenn sich der Häusermarkt weiter überhitzt, könnte er die Stabilität der ganzen Volkswirtschaft gefährden. Das Land hat sich bereits verändert.

Weniger optimistisch als die Kapitalgeber zeigt sich der größte Verwalter von Wohnraum in Deutschland. Für Rolf Buch ist das Land auf die Flüchtlingswelle im Wohnungsbereich nicht vorbereitet. „Ich rechne mit einem jährlichen Bedarf von 400.000 neuen Wohnungen in Deutschland“, sagte der Vorstandchef des größten heimischen Wohnimmobilienkonzerns, Vonovia, auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Die Flüchtlinge, die vergangenen Herbst gekommen seien, würden erst ein Jahr später zu erhöhter Nachfrage nach Wohnungen führen. Das werde den Druck auf die Kaufpreise für Wohnimmobilien erhöhen, der derzeit noch nicht so ausgeprägt sei.

Vonovia will die Gunst der Stunde nutzen und durch Gebäude aufstocken sowie der Bebauung von Freiflächen im eigenen Bestand neuen Wohnraum schaffen. Neue Möglichkeiten müssten konsequent gesucht und umgesetzt werden. Dabei gehe es darum, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, betonte Buch.

Kommentare (29)

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Account gelöscht!

04.03.2016, 09:08 Uhr

Diese angeblichen "Immobilienprofis" sind Plünderer unsers Sozialsystem und Feinde unserer Solidarischen Gesellschaft (Gemeinschaft)!!!!
Das Geld was diese "Immobilienprofis" da nämlich einsacken sind Steuergelder und keine Privat Investierten Gelder.
(...)

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Peter Meyfarth

04.03.2016, 09:10 Uhr

Das ist doch legitim.
Wenn unsere Regierung das Problem nicht löst ist es doch verständlich das manche dies zur persönlichen Bereicherung nutzen.

Ich lebe mit meiner Familie mit drei anderen Familien in einer Wohngemeinschaft von 13 Personen, so umgehen wir die hohen Kosten die wir uns teilen.
Es wird auch demokratisch eingekauft.
Ausserdem fördert es die soziale Kompetenz, denn man ist nie allein.

Peter Meyfarth

04.03.2016, 09:22 Uhr

Lieber Herr Hofmann,

machen Sie aus jedem Thema eine Generalabrechnung?
Hat man Sie persönlich verletzt?
Was ist Ihre Motivation?
Sie werden hier doch täglich wg.unsachlichen Kommentaren gelöscht!

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