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24.01.2007

09:35 Uhr

HB DÜSSELDORF. Wohnimmobilieninvestoren müssen sich über Angebote keine Gedanken machen. Woche für Woche kommt ein neues Paket auf den Markt. So zum Beispiel Anfang der Woche, als bekannt wurde, dass die Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirge ihre hoch verschuldete städtische Wohnungsgesellschaft SWA verkaufen will. Die SWA hat rund 2 000 Wohnungen im Bestand.

Es treten nicht nur neue Verkäufer, sondern auch weitere Käufer auf den Markt. Ein Beispiel liefert Corestate Capital AG. Gegründet von Ralph Winter, dem früheren Deutschland-Chef des Finanzinvestors Cerberus, managt Corestate aus Zürich ihren German-Residental-Fonds, der gerade 1 640 Wohnungen in Deutschland für 58 Mill. Euro gekauft hat.

Dass dem Beispiel von Annaberg-Buchholz noch viele weitere Kommunen folgen werden, belegen mehrere Studien. So ermittelte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers in einer Umfrage, dass vier von zehn deutschen Kommunen sich in den kommenden Jahren von ihrem Wohnungsbestand trennen wollen. Die HSH Nordbank kommt zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2015 rund 1,5 Mill. Wohnungen auf den Markt kommen, davon 1,1 Mill. aus dem Besitz der öffentlichen Hand und noch genauer, 820 000 aus kommunalen Beständen.

Allerdings müssen die Käufer wohl künftig mehr Zeit für Verhandlungen einplanen. Noch immer ist das Misstrauen gegen die Aufkäufer groß. Immer öfter formiert sich Widerstand gegen sie. Nicht immer so spektakulär wie in Freiburg, wo die Bevölkerung im November in einem Bürgerentscheid gegen den Verkauf städtischer Wohnungen votierte. Es geht auch leiser. Im Ruhrgebiet haben mehrere Geschäftsführer städtischer Gesellschaften angekündigt, sich gemeinsam gegen den Verkauf ihrer Wohnungen zu wehren.

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