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17.06.2014

15:39 Uhr

Wohnungsmarkt

Niedrige Zinsen locken Großinvestoren in Immobilien

Feste Papiere bringen nichts ein, Immobilien sind günstig – für viele Großinvestoren liegt da eines nahe: Massenhaft Wohnungen kaufen. Diesmal versetzen jedoch nicht die ausländischen Investoren den Markt in Schwingung.

Deutschlands Immobilienmarkt ist ein beliebtes Pflaster, doch diesmal reißen sich deutsche Investoren statt internationale Akteure um Anlagen wie etwa hier in Friedrichshain in Berlin. dpa

Deutschlands Immobilienmarkt ist ein beliebtes Pflaster, doch diesmal reißen sich deutsche Investoren statt internationale Akteure um Anlagen wie etwa hier in Friedrichshain in Berlin.

BonnWegen der niedrigen Zinsen wächst der Immobilienmarkt für Großinvestoren sprunghaft. 2013 hätten Unternehmen und institutionelle Anleger 300 000 Wohnungen ge- oder verkauft - 50 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Bonner Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung am Dienstag mit. Ausgewertet wurden bundesweit alle Verkäufe von Beständen mit mehr als 800 Wohnungen. Den Umsatz in Euro erfasst die Forschungsstelle nicht. Nach Branchenschätzungen lag er 2013 bei knapp 14 bis 15 Milliarden Euro.

Deutsche Unternehmen und Investoren suchten angesichts der niedrigen Erträge aus festen Papieren nach sicheren Anlagealternativen, sagte die Immobilienexpertin des Instituts, Karin Lorenz-Hennig. Zugleich hätten Finanzinvestoren, die in den Krisenjahren auf Wohnungsbeständen sitzen geblieben seien, jetzt das günstige Umfeld zum Verkauf genutzt.

Die größten Wohnimmobilien-Deals 2013

Platz 1

Verkäufer: GSW-Aktionäre
Käufer: Deutsche Wohnen
Wohneinheiten: 60.000
Preis: 3,3 Milliarden Euro
Quartal: 4. Quartal 2013
Target: 90-prozentiger Anteil an GSW

Platz 2

Verkäufer: Bayern LB
Käufer: Investorenkonsorium unter der Führung von Patrizia AG
Wohneinheiten: 32.000
Preis: 2,45 Milliarden Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: 92-prozentiger Anteil an GWB

Platz 3

Verkäufer: Goldmann Sachs/Whitehall, Perry
Käufer: Institutionelle Investoren
Wohneinheiten: 91.000
Preis: 1,34 Milliarden Euro
Quartal: 1. Quartal 2013
Target: Initial Public Offering, LEG NRW (57,5 Prozent)

Platz 4

Verkäufer: Terra Firma
Käufer: Institutionelle Investoren
Wohneinheiten: 180.000
Preis: 575 Millionen Euro
Quartal: 3. Quartal 2013
Target: Initial Public Offering, Deutsche Annington (15,5 Prozent)

Platz 5

Verkäufer: Blackstone
Käufer: Deutsche Wohnen AG
Wohneinheiten: 6.900
Preis: 370 Millionen Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio Berlin

Platz 6

Verkäufer: JP Residential
Käufer: Foncière des Régions
Wohneinheiten: 4.000
Preis: 351 Millionen Euro
Quartal: 3. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio Berlin/Dresden

Platz 7

Verkäufer: Corestate Capital AG
Käufer: Diverse Käufer
Wohneinheiten: 3.700
Preis: 250 Millionen Euro
Quartal: 1. Quartal 2013
Target: Deutschlandweites Wohnportfolio

Platz 8

Verkäufer: Immeo Wohnen
Käufer: Adler Real Estate AG
Wohneinheiten: 4.040
Preis: 210 Millionen Euro
Quartal: 2. Quartal 2013
Target: Wohnportfolio NRW

Das aktuelle Hoch am Wohnungsmarkt unterscheide sich deutlich von den Boomjahren vor der Finanzkrise: 2004 bis 2007 hätten vornehmlich ausländische Finanzinvestoren bei deutschen Wohnungsunternehmen und der öffentlichen Hand gekauft, sagte Lorenz-Hennig. Nun träten deutsche Firmen verstärkt als Käufer auf. Kommunen gäben zugleich kaum noch Wohnungen ab.

Von

dpa

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