Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.10.2012

11:04 Uhr

Wohnungsmarkt

Wo der Immobilienkauf lohnt

VonChristian Hunziker

Der demografische Wandel bedient den deutschen Wohnungsmarkt mit einer steigenden Anzahl von Singles. Das bietet neue Investitionschancen. Und auch der nächste Trend zeichnet sich schon ab: Mikroapartments.

Ein Wohnviertel am Westhafen in Frankfurt am Main. dpa

Ein Wohnviertel am Westhafen in Frankfurt am Main.

BerlinEigentlich ist die Situation paradox. Auf der einen Seite leben immer weniger Menschen in Deutschland. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts wird die Einwohnerzahl von derzeit 82 Millionen Menschen bis zum Jahr 2060 auf 65 bis 70 Millionen Menschen sinken. Auf der anderen Seite kaufen Anleger vor allem in Großstädten Wohnungen, als ob wachsende Nachfrage und steigende Mieten auf lange Zeit garantiert wären.

Ein Widerspruch? Nicht unbedingt, sagen Experten. "Dass die Zahl der Einwohner sinkt, bedeutet nicht automatisch, dass die Nachfrage nach Wohnraum zurückgeht", argumentiert Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). "Denn bis 2025 steigt nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Zahl der Haushalte noch an." Diese Zahl aber bestimmt die Nachfrage nach Wohnraum.

Immobilienpreise: Stadtwohnungen sind viel zu teuer

Immobilienpreise

Stadtwohnungen sind viel zu teuer

Die Zinsen sind niedrig, doch der Kauf einer Eigentumswohnung ist zurzeit auch in einkommensstarken Städten wie Düsseldorf fast unbezahlbar. Das macht den Immobilienkauf weniger attraktiv als er scheint.

Verantwortlich für diese Entwicklung ist vor allem, dass es immer mehr Einpersonenhaushalte gibt. Laut dem Mikrozensus 2011 wohnte im letzten Jahr fast jeder fünfte Mensch in Deutschland alleine; 1991 hatte das noch für jeden Siebten gegolten. In den Großstädten ist der Anteil sogar wesentlich höher; in Berlin zum Beispiel werden mittlerweile 54,1 Prozent aller Haushalte von lediglich einer Person gebildet.

Ohnehin ist Deutschland ein Land der Alleinlebenden. Gemessen an der Bevölkerung - nicht der Haushalte - leben in Deutschland, Finnland und Dänemark 19 Prozent aller Menschen ohne Mitbewohner. Unter den 27 EU-Ländern hat nur Schweden mehr - nämlich 24 Prozent.

Wo wohnt man günstig - und wo teuer?

Günstig, Platz 6

Vogtlandkreis
Der Vogtlandkreis im Westen von Sachsen kann mit günstigen Grundstückspreisen aufwarten: In der Gemeinde Ellefeld etwa kostet der Quadratmeter 295,5 Euro.

Günstig, Platz 5

Uckermark
Die brandenburgische Uckermark landet auf Platz fünf der günstigsten Regionen Deutschlands. In der Gemeinde Templin wohnt es sich besonders günstig: Hier zahlt man nur 343,8 Euro.

Günstig, Platz 4

Bad Kissingen
Der Kreis Bad Kissingen liegt im bayerischen Unterfranken, nahe an der Grenze zu Hessen und Thüringen. In der Gemeinde Zeitlofs zahlt man wenigsten: nämlich nur 248,3 Euro.

Günstig, Platz 3

Wartburgkreis
Der Wartburgkreis liegt in Thüringen an der Grenze zu Hessen. Günstigster Wohnort ist die Gemeinde Treffurt: Dort kostet der Quadratmeter 242,9 Euro.

Günstig, Platz 2

Kreis Haßberge
Der Kreis Haßberge liegt nördlich des Mains im bayerischen Unterfranken. In der Gemeinde Kirchlauter kostet der Quadratmeter 232,4 Euro.

Günstig, Platz 1

Mansfeld-Südharz
In der Region Mansfeld-Südharz bei Leipzig wohnt es sich am günstigsten - vor allem in der Gemeinde Sandersleben: Dort kostet der Quadratmeter 192,8 Euro. Aber auch in Blankenheim (233,5 Euro), Hettstedt (259,5 Euro) und Friedeburg (267,7 Euro) sind die Preise niedrig.

Teuer, Platz 6

Bitburg-Prüm
Der Kreis Bitburg-Prüm ist der am dünnsten besiedelste Landkreis von Rheinland-Pfalz. Doch im rund 400 Einwohner großen Ort Kruchten kostet der Quadratmeter laut Immobilienscout24 4882,9 Euro.

Teuer, Platz 5

Hamburg
Ein Quadratmeter in der Hamburger Hafencity kostet 5760,2 Euro. Ein wenig günstiger lebt es sich im Bezirk Harvesthude (5168,8 Euro).

Teuer, Platz 4

Norderney
Die ostfriesische Insel Norderney wartet mit hohen Grundstückspreisen auf. Für einen Quadratmeter zahlt man 6578,8 Euro.

Teuer, Platz 3

München
Der Münchener Bezirk Lehel landet auf dem dritten Platz. Dort kostet der Quadratmeter 6947,6 Euro. Auch die Bezirke Altstadt (6918 Euro), Maxvorstadt (5848,2 Euro), Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (5445,1 Euro) und Schwabing-West (5441,5 Euro) haben hohe Grundstückspreise.

Teuer, Platz 2

Rathsweiler
Im Kreis Krusel in Rheinland-Pfalz liegt der Ort Rathsweiler: Dort kostet der Quadratmeter 6951,3 Euro.

Teuer, Platz 1

Sylt
Die Gemeinde Kampen auf der Insel Sylt hat die teuersten Grundstückspreise Deutschlands: Der Quadratmeter kostet hier 12.605 Euro.

Quelle

Quelle: Immobilienscout24; Referenzobjekt: eine Wohnung mit 80 Quadratmetern, 3 Zimmer, 30 Jahre alt.

Einar Skjerven, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Skjerven Group, empfiehlt Anlegern deshalb, in kleinere Wohnungen zu investieren. "Kleiner heißt: eine Größe von bis zu 70 Quadratmetern", erläutert Skjerven. "Durch die zunehmende Versingelung wird die Nachfrage nach Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern in den kommenden Jahren deutlich zunehmen."

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

mklisch

14.10.2012, 12:36 Uhr

"Mansfeld-Südharz bei Leipzig" - Bitte noch einmal die Schulbank in Geographie drücken. Danke.

keiner

14.10.2012, 14:52 Uhr

Platz 2 geht in den Kreis Ksel ins schöne Rathsweiler... Alles klar, nur leider koset der Quadratmeter da nich 6.951 Euro, sonden 695 Euro und 10 Cent. Kann ja mal passieren, aber auffallen müsste es eigentlich schon...

Bardamu

14.10.2012, 15:11 Uhr

Platz 6 ist genauso falsch

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×