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13.06.2014

15:27 Uhr

Wohnungswirtschaft

Mieter mit weniger Schulden bei Wohnungsunternehmen

Auf dem Kontoauszug merken viele Menschen den Monatsanfang sofort: Die Miete wird abgebucht. Wer nicht zahlt, macht Schulden beim Vermieter. Aber die Wohnungswirtschaft hat da gute Nachrichten.

Wohnungen im Marco-Polo-Tower in der Hamburger Hafencity: Der Deutsche Mieterbund bescheinigte den Wohnungsunternehmen ein besseres Schuldenmanagement. dpa

Wohnungen im Marco-Polo-Tower in der Hamburger Hafencity: Der Deutsche Mieterbund bescheinigte den Wohnungsunternehmen ein besseres Schuldenmanagement.

BerlinMieter haben immer weniger Schulden bei Wohnungsunternehmen in Deutschland. Die Rückstände lagen im vergangenen Jahr bei rund 411 Millionen Euro. Das waren 7,6 Prozent weniger als noch 2012, wie der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) am Freitag in Berlin mitteilte. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben rund 3000 Wohnungsunternehmen, etwa kommunale, private oder kirchliche Anbieter. In ihren Büchern sanken die Mietschulden demnach seit 2003 um fast die Hälfte.

GdW-Präsident Axel Gedaschko erklärte das mit besseren Beratungsangeboten, aber auch mit der stabilen Wirtschaftslage. Die Konjunktur lasse darauf hoffen, dass der positive Trend anhalte - „auch wenn er sich etwas verlangsamen wird“, teilte Gedaschko mit. Gemessen an den eigentlich erhobenen Mieten machten die Schulden etwa 2,3 Prozent aus. Die Quote fiel dabei im Osten Deutschlands (3,0 Prozent) etwas höher aus als im Westen (1,7 Prozent). Mieter riskieren bei zu großen Zahlungsrückständen eine Kündigung.

Diese Städte bieten die höchsten Renditen

Lukrative Geldanlage

Nach einer Analyse der Immobilienberatung Wüest & Partner unter 81 Standorten bieten vor allem kleiner, so genannte B-Städte die höchsten Anfangsrenditen, die das Verhältnis von anfänglichen Mieteinahmen zum investierten Kapital abbilden.

1. Halle an der Saale

Der Vergleich startet mit den renditeträchtigsten Standorten. Es folgen die Daten zu Halle an der Saale.

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,6 (4,5)

Einwohner: 233.705

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,33 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 12,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,9 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,0 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -7,6 %

2. Hagen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,3 (3,7)

Einwohner: 187.447

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,89 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,8 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,2 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -3,6 %

3. Chemnitz

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,9 % (9,9 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,5 (4,3)

Einwohner: 243.173

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 4,88 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -1,0 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,8 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -9,6 %

4. Recklinghausen

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,8 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (3,0)

Einwohner: 117.672

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,07 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 11,1 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -0,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,9 %

5. Hildesheim

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,7 % (10,0 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,2 (2,9)

Einwohner: 102.584

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,28 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,2 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -2,5 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 1,5 %

6. Remscheid

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 4,0 (3,7)

Einwohner: 109.596

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,37 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 9,6 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -4,6 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -2,5 %

7. Mönchengladbach

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 9,6 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,7 (3,4)

Einwohner: 164.244

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 5,06 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 13,9 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -3,4 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): -1,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): -0,3 %

8. Kiel

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,1 % (9,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,9 (2,8)

Einwohner: 242.041

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 6,73 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 10,3 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 1,9 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 3,7 %

9. Würzburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 8,0 % (8,2 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 3,3 (2,0)

Einwohner: 133.808

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 8,18 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 5,0 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): -0,8 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,4 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 4,3 %

10. Oldenburg

Anfangsrendite beim Immobilienkauf 2013 (2006): 7,5 % (7,5 %)

Weitere Kennzahlen:

Risiko-Index 2013 (2006): 2,2 (1,9)

Einwohner: 162.481

Medianmieten (Euro/qm/Monat): 7,26 Euro

Arbeitslosenquote (Januar 2013): 8,5 %

Bevölkerungsentwicklung (2006-2011): 2,2 %

Entwicklung der Haushalte (2008-2013): 3,1 %

Haushaltsprognose (2013-2028): 14,3 %

Der Deutsche Mieterbund bescheinigte den Wohnungsunternehmen ein besseres Schuldenmanagement. Wenn Mieter nicht zahlten, werde eher nach den Gründen gefragt und eine Lösung gesucht, sagte Geschäftsführer Ulrich Ropertz. Ursachen für Mietschulden seien meist Zahlungsprobleme, etwa wegen Arbeitslosigkeit oder Scheidung. Hartz-IV-Empfänger dagegen fallen nicht besonders ins Gewicht, wie eine GdW-Sprecherin erklärte. Ihre Miete werde mitunter von den Jobcentern direkt an die Vermieter überwiesen.

Die Wohnungsunternehmern in der GdW registrieren nicht nur weniger Mietschulden, sondern auch weniger Mietausfälle. Dieses Geld geht Vermietern durch die Lappen, weil Wohnungen leer stehen oder die Miete wegen Mängeln gemindert wird. Die Mietausfälle betrugen Ende 2013 rund 885 Millionen Euro. Dazu zählen auch Mietschulden, die auf lange Sicht nicht mehr reinkommen und daher abgeschrieben werden.

Die im GdW vertretenen Unternehmen bewirtschaften etwa jede dritte Mietwohnung im Land. Wie viele Mietschulden bei privaten Vermietern auflaufen, wird nicht erfasst. „Schlicht und einfach, weil es so viele sind“, sagte ein Sprecher des Eigentümerverbands Haus & Grund. Allerdings gebe es nicht mehr oder weniger Klagen wegen Zahlungsausfällen oder Räumungsklagen. „Deshalb gehen wir davon aus, dass sich auch bei den Ausständen nichts geändert hat.“

Von

dpa

Kommentare (1)

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13.06.2014, 19:02 Uhr

Hohe Rendite in Strukturschwachen Regionen wo das Amt direkt überweist. im Ausland wird es als die HARTZ IV -Lüge der Deutschen benannt.

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