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11.05.2015

14:22 Uhr

Zeilgalerie in Frankfurt

Aus für das „Peanuts“-Einkaufszentrum

Das Unwort 1994 stammte vom damaligen Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper: „Peanuts“. Es ging um offene Handwerkerrechnungen – unter anderem beim Bau der Zeilgalerie in Frankfurt. Das Gebäude wird jetzt abgerissen.

Die Zeilgalerie steht vor dem Aus. Das Einkaufszentrum in der Frankfurter Innenstadt soll abgerissen werden. dpa

Die Zeilgalerie steht vor dem Aus. Das Einkaufszentrum in der Frankfurter Innenstadt soll abgerissen werden.

DüsseldorfDas Ende der Frankfurter Zeilgalerie ist besiegelt: Das Einkaufszentrum auf der Haupteinkaufsstraße der Main-Stadt wird abgerissen. Das gab der Miteigentümer RFR bekannt. Zuerst hatte über das Aus die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet. Die Immobiliengesellschaft RFR war erst im Herbst 2014 gemeinsam mit DC Value bei der Zeilgalerie eingestiegen.

Das Aus für die ab 1992 errichtete Zeilgalerie kommt nicht überraschend. Über einen Abriss war schon seit Monaten spekuliert worden. Trotz einer millionenschweren Sanierung im Jahr 2011 blieb das Interesse von Einzelhändlern und Kunden aus, etliche Läden standen leer – besonders in den oberen Etagen.

Das Bild aus 1997 zeigt den damaligen Deutsche-Bank-Chef beim Besuch eines Gerichtsverfahrens wegen der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider. Kopper war als Zeuge geladen. ap

Hilmar Kopper

Das Bild aus 1997 zeigt den damaligen Deutsche-Bank-Chef beim Besuch eines Gerichtsverfahrens wegen der Pleite des Bauunternehmers Jürgen Schneider. Kopper war als Zeuge geladen.

Negative Schlagzeilen hatte die Zeilgalerie sogar schon vor ihrer Eröffnung gemacht: Der Unternehmer Jürgen Schneider war noch vor Abschluss der Bauarbeiten Pleite gegangen. Durch die Insolvenz Schneiders wurde einer der größten Bauskandale der deutschen Geschichte bekannt: Der Immobilienunternehmer hatte Pläne gefälscht und nicht existente Mieter erfunden, um an Kredite zu kommen. Handwerker-Rechnungen in Höhe von 50 Millionen Deutsche Mark (etwa 25 Millionen Euro) konnten nicht beglichen werden. Im Rahmen der Insolvenz sagte der damalige Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper auch den berühmten Satz: „Wir reden hier eigentlich von Peanuts.“ Damit schaffte er das Unwort des Jahres 1994 – und machte die Zeilgalerie schlagartig bekannt.

Auf der Fläche des Shoppingcenters soll nun ein Neubau entstehen. Einen Mieter gibt es schon: Sieben der acht Etagen des neuen Gebäudes will Galeria Kaufhof anmieten. Bisher ist die Metro-Tochter ein Nachbar der Zeilgalerie. Mit den zusätzlich angemieteten Quadratmetern will Kaufhof seine Verkaufsfläche erweitern. Die Frankfurter Filiale zählt nach Metro-Angaben zu einer der umsatzstärksten von Galeria Kaufhof in Deutschland. Der Bau der neuen Immobilie soll zwei Jahre dauern. Wann genau damit begonnen wird, ist noch nicht klar.

Von

lih

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