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02.05.2012

21:59 Uhr

Zeitungsbericht

Immobilienriese Gagfah will 35.000 Wohnungen loswerden

Es könnte die größte Transaktion am deutschen Wohnungsmarkt werden: Die Immobilienfirma Gagfah will einem Medienbericht zufolge 35.000 Wohnungen verkaufen. Eine Investmentbank sei bereits mit der Käufersuche beauftragt.

Eine Dresdner Wohnsiedlung des Immobilienunternehmen Gagfah. dpa

Eine Dresdner Wohnsiedlung des Immobilienunternehmen Gagfah.

BerlinDeutschlands zweitgrößte Immobilienfirma Gagfah will einem Zeitungsbericht zufolge rund ein Drittel ihres Wohnungsportfolios verkaufen. Der Immobilienkonzern, der dem US-Finanzinvestor Fortress gehört, habe die Investmentbank Leonardo damit beauftragt, einen Käufer für die rund 35.000 Wohnungen zu finden, berichtet die „Financial Times Deutschland“ vorab. Die Einheiten gehören ihrer Tochter Woba Dresden und stehen mit knapp 1,8 Milliarden Euro in den Büchern der Gagfah.

Die Transaktion wäre in diesem Jahr die größte am boomenden deutschen Wohnungsmarkt. Im Februar hatte die Landesbank Baden-Württemberg 21.000 Wohnungen an ein Konsortium um die Augsburger Immobilienfirma Patrizia veräußert - für 1,4 Milliarden Euro. Im März folgte dann TAG Immobilien aus Hamburg, das von der BayernLB DKB Immobilien erwarb: 25.000 Einheiten für 960 Millionen Euro.

Gagfah hatte die Woba Dresden 2006 von der Stadt für 1,75 Milliarden Euro erworben und kräftig in die Wohnungen - zum Großteil Plattenbauten - investiert.

Von

rtr

Kommentare (4)

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hochstapler

02.05.2012, 22:27 Uhr

Oi,OiOi

die hamn aber feuer unterm dach.daziehen wolken auf am finanzierungshimmel und die banken sich zurück

fehlt nur noch,daß die mieter den kaufvertrag genauer durchlesen,dann können die interessenten in der zukunft die WOBA aus der masse schießen

Realo

03.05.2012, 01:08 Uhr

Die haben überhaupt nix investiert, außer in deren eigene Tasche! Daher haben sie ja auch den Prozeß verloren, weil sich die Gewinnmaximierung a la USA nicht innerhalb von zwei Jahren verwirklichen ließen, nach dem Motto ausschlachen und dann auf den Müll werfen. Manchmal gelten Gesetzte ja doch noch etwas! Nach Zahlung der Strafe (weil Kaufvertrag nicht eingehalten) wollen sie wohl schnellstmöglich das Ei loswerden.

WFriedrich

04.05.2012, 18:44 Uhr

Gagfah hatte weitreichende Kaufzusagen gemacht und streitet nun mit der Stadt Dresden (vormaliger Eigentümer) wegen deren Nichteinhaltung. Juristisch sicher ein glasklarer Fall. Praktisch aber nicht, denn ostdeutsche Kommunen plagt Leerstand. Ganze Quartiere stehe leer; auch sanierte Gebäude. Der Wohnungsmarkt ist vielerorts zerrüttet: reihenweise sind hoffnungsvolle Investoren deswegen gescheitert. Der Streitfall ist angesichts dieser Situation abschreckend für Anleger. Zudem wurde Gagfah in den Medien als unsozialer Beutemacher dargestellt ohne das miserable wirtschaftliche Umfeld auszuleuchten. Ob solche Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt dienlich ist und den Problemlösungsstau abhilft, darf angezweifelt werden. Angesichts des irreparabel beschädigten Klimas ist der Rückzug von Gagfah nicht wirklich überraschend. Es ist hohe Zeit, dass die Ursachen anerkannt werden, statt Mietern und Vermietern, kommunalen Verwaltungen und Eigentümern den Popanz zuzuschieben. Aues Bürgermeister hat in Verantwortung für seine Stadt und seine Bürger den Eigentümer eines unbewohnbaren Hauses mit der Sanierung beauflagt. Tatsächlich schadet die Halbruine nicht nur dem optischen Gesamtbild, sondern beeinträchtigt auch die Vermietbarkeit der Nachbargebäude. Nun soll ein Vergleich zustande gekommen sein. Kern soll die Übernahme des wirtschaftlichen Risikos durch die Stadt sein, weil der hohe Auer Leerstand Investitionen zum Vabanquespiel macht. Deshalb soll sich die Stadt das Mietausfallrisiko übernommen haben. Optimal ist diese Lösung nicht, weil Aue für Probleme haftet, die die Stadt, die Immobilieneigentümer und Bürger nicht zu verantworten haben. So wird die Lösung nur Einzelfall tauglich sein. Nebenan steht eine riesige Industriebrache (Bundeseigentum). Da der Bund ebenfalls an geltendes Recht gebunden ist, wird dieser weitaus größere Schandfleck nun ebenfalls saniert werden müssen.

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