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17.01.2015

09:10 Uhr

Zweifel am Bestellerprinzip

Bleibt der Mieter der Dumme?

VonSaskia Littmann
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Geht es nach der Bundesregierung, soll der Makler künftig von dem bezahlt werden, der ihn beauftragt. Kritiker fürchten allerdings beim Bestellerprinzip Gesetzeslücken – so dass der Mieter am Ende doch das Nachsehen hat.

Verzweifelte Suche: In München bieten Interessenten hohe Prämien für die Vermittlung einer Wohnung. dpa

Verzweifelte Suche: In München bieten Interessenten hohe Prämien für die Vermittlung einer Wohnung.

Bei Wohnungssuchenden waren sie eine verhasste Spezies: Immobilienmakler. Machen ein paar Fotos von Wohn- und Essbereich, schalten eine Annonce im Internet, ermöglichen ein bis zwei Besichtigungstermine und kassieren dafür eine Menge Geld. Das tragen sie gerne in Form von schicken Anzügen und schnellen Autos zur Schau – so die gängigsten Vorurteile.

Mit der Umstellung auf das Bestellerprinzip will die Bundesregierung das Maklergeschäft verändern. Zahlen soll, wer den Makler beauftragt. So zumindest will es Heiko Maas, der Bundesjustizminister. Das Gesetz, welches im Frühjahr in Kraft treten soll, ist eine Ergänzung zur Mietpreisbremse.

Doch wie so häufig weckt schon der Entwurf Skepsis bei Beobachtern. Kritiker fürchten Schlupflöcher, so dass Vermieter die Provision weiterhin umgehen können und der Mieter das Nachsehen hat.

Und die Maklerbranche? Auch sie spricht sich für Nachbesserungen aus. Laut einer aktuellen Umfrage vom Online-Immobilienmarkt Immobilienscout24 sind lediglich 52 Prozent der befragten Vermittler prinzipiell gegen das Bestellerprinzip. Zwar befürwortet demnach ein erheblicher Teil der Makler die Reform.

Diese Städte stehen 2015 im Fokus der Investoren

Die Studie

Die Unternehmensberatung EY Real Estate hat 130 Investoren zur Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes befragt. Darunter befanden sich zum Beispiel Banken, Wohnungsgesellschaften und Private-Equity-Fonds, die in den vergangenen Jahren am Immobilienmarkt in Deutschland aktiv waren. Dabei wurden die Städte ermittelt, die als Investitionsstandorte für Wohnimmobilien 2015 besonders attraktiv sind.

Berlin

Berlin wird von den Investoren als besonderes attraktiver Standort zum Kauf von Wohnimmobilien erachtet. Jeder Fünfte (21 Prozent) nennt die Stadt als seinen Favoriten für 2015.

Hamburg

Mit deutlichem Abstand folgt Hamburg. Für 14 Prozent der befragten Investoren ist die Hansestadt ein besonders attraktiver Investitionsstandort.

Köln

Köln nennen 13 Prozent der Befragten als einen Standort, wo sie investieren möchten.

München

Ebenso viele (13 Prozent) nennen München als ihren Investitionsfavoriten.

Düsseldorf

Die Hauptstadt Nordrhein-Westfalens ist für ebenfalls 13 Prozent der befragten Investoren interessant.

Frankfurt

Elf Prozent nennen Frankfurt am Main als Stadt ihrer Wahl.

Stuttgart

Stuttgart ist bei elf Prozent der Befragten eine begehrte Stadt, um in Wohnimmobilien zu investieren.

Aber: „Der jetzige Gesetzentwurf wird mehrheitlich als nicht praxistauglich empfunden“, sagt Volker Wohlfarth von Immobilienscout24. Der Branchenverband IVD äußerte gar verfassungsrechtliche Bedenken, selbst Abgeordnete forderten bereits, die „Makler nicht im Regen stehen zu lassen“.

Der Mieter als Ziel

Aber ist die Branche tatsächlich schutzbedürftig? Zunächst hatte das ARD-Magazin „Panorama“ darüber berichtet, dass einige Makler bereits daran arbeiten würden, das Bestellerprinzip zu umschiffen. Der Hamburger Immobilienmakler Haferkamp erklärte in der Sendung, Ziel sei, dass weiterhin der Mieter zahle. Vor allem in Toplagen werde weiterhin der Mieter die Zeche zahlen.

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