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26.08.2015

17:32 Uhr

In Mexiko

Wie ein Milliardär sein Vermögen halbiert

Der Reichtum des Mexikaners Ricardo Salinas, der Ende 2014 noch über ein Vermögen in Höhe von 10,2 Milliarden Dollar verfügte, befindet sich im freien Fall. Und seine Bank hat eine hohe Quote an Zahlungsausfällen.

Ein Bild aus noch guten Zeiten: Ricardo Salinas, Grunder und Chef von Azteca/Salinas-Gruppe, mit seiner Frau Maria. Sein Vermögen hat sich seit Januar 2015 halbiert. AFP

Milliardär Ricardo Salinas

Ein Bild aus noch guten Zeiten: Ricardo Salinas, Grunder und Chef von Azteca/Salinas-Gruppe, mit seiner Frau Maria. Sein Vermögen hat sich seit Januar 2015 halbiert.

Bereits vor dem Ausverkauf an den Aktienmärkten am Montag dieser Woche hatten die beiden größten Beteiligungen von Salinas - der Fernsehsender TV Azteca SAB sowie der Bank- und Einzelhandelskonzern Grupo Elektra SAB - zusammen rund 5,9 Milliarden Dollar an Wert seit Jahresbeginn eingebüßt.

Gleichzeitig schrumpfte Salinas Vermögen um 49 Prozent auf nur noch 5,2 Milliarden Dollar. Im Bloomberg Billionaire Index, der die reichsten Menschen der Welt abbildet, ist er jetzt auf Rang 260 zu finden. Ende des vergangenen Jahres hatte er noch den 113. Platz belegt.

Auch jenseits des Peso-Falls auf ein Rekord-Tief und einer zurückgenommenen Wachstumsprognose der Regierung in Mexiko-City haben die Firmen des Milliardärs Probleme. So sanken beispielsweise bei TV Azteca die Umsätze im jüngsten Quartal - angesichts eines schwachen Einzelhandels und der Tatsache, dass viele Werbetreibende mehr Geld in digitale Plattformen als ins Fernsehen steckten, berichtet Analyst Homero Ruiz von Signum Research.

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Bis einschließlich Dienstag hat TV Azteca im bisherigen Jahresverlauf mehr als 62 Prozent an Wert verloren. Salinas hatte den TV-Sender 1993 gekauft, um mit Grupo Televisa SAB zu konkurrieren. “Es gibt bei dem Unternehmen ganz klar einen Mangel an Investorenvertrauen”, sagt Ruiz im Interview mit Bloomberg. Ich denke, wir haben noch nicht das Ende des Rückgangs von Azteca gesehen. Die Margen werden weiter schrumpfen - eine kritische Situation für ein Medienunternehmen.

Nicht viel besser sieht es bei Elektra aus. Die Aktie ist in dieser Woche auf ein Achtjahrestief gefallen. Auch wenn die Umsätze im Einzelhandel gestiegen sind, so belastet doch die Bankensparte des Konzerns - Banco Azteca - den Kurs, berichtet Analyst Francisco Guzman von Interacciones Casa de Bolsa SA. Die Bank stehe hinter rund zwei Drittel des operativen Geschäfts der Elektra-Gruppe.

Salinas und seine Familie besitzen 73 Prozent der Anteile an Elektra und 65 Prozent der Aktien von TV Azteca. Ein Vertreter der Salinas-Gruppe wollte auf Nachfrager von Bloomberg keinen Kommentar abgeben.

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Erst in diesem Monat hatte die mexikanische Zentralbank ihre Wachstumsprognose für das Land im Jahr 2015 nach unten korrigiert. Sie verwies dabei auf einen Rückgang bei der Ölproduktion. Im vergangenen November hatte Salinas den Verkauf seines Mobilfunkanbieters an die US-amerikanische AT&T Inc. für 2,5 Milliarden Dollar angekündigt.

Besorgt sind Investoren in diesem Jahr vor allem um die hohe Quote an Zahlungsausfällen bei Banco Azteca, sagt Guzman. Im Juni hatte sie bei 9,1 Prozent gelegen - verglichen mit einem Durchschnitt von 3 Prozent für Banken, belegen die jüngsten Daten von Mexikos Bankenaufsicht.

Mit Blick darauf, warum die Zahlen für Elektra so schlecht sind, lässt sich sagen, dass vieles davon auf das Konto des Finanzsektors geht, erklärt Guzman. Sobald sie ihr Kredit-Portfolio aufgeräumt haben und es wieder Wachstum geben wird, wird der Aktienmarkt reagieren.

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