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28.02.2017

14:21 Uhr

Indische Statistiker

Bargeldreform hat kaum Einfluss auf Indiens Wirtschaftswachstum

Nach Indiens radikaler Bargeldreform hatten Analysten gespannt wie lange nicht auf die offiziellen Quartalszahlen gewartet. Die fielen nun unerwartet freundlich aus. Doch ein paar Restzweifel bleiben.

Im November erklärte die indische Regierung überraschend alle Banknoten im Wert von mehr als 100 indischen Rupien (ca. 1,35 Euro) für ungültig. dpa

Radikale Bargeldreform in Indien

Im November erklärte die indische Regierung überraschend alle Banknoten im Wert von mehr als 100 indischen Rupien (ca. 1,35 Euro) für ungültig.

Neu DelhiTrotz einer radikalen Bargeldreform ist die indische Wirtschaft im letzten Quartal 2016 nach offiziellen Angaben im Jahresvergleich um 7,0 Prozent gewachsen. Für das gesamte Haushaltsjahr, das am 31. März 2017 endet, rechnen die staatlichen Statistiker mit einem Wachstum von 7,1 Prozent. Das teilte die Regierung in Neu Delhi am Dienstag mit.

Die Schätzung liegt damit kaum niedriger als in den Vorquartalen. Im zweiten und dritten Quartal 2016 hatte das indische BIP im Jahresvergleich um 7,2 und 7,4 Prozent zugelegt.

Damit übertreffen die offiziellen Zahlen die meisten Schätzungen. Die Mehrzahl der Analysten war ebenso wie die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zuvor davon ausgegangen, dass Indiens Wachstum sich im abgeschlossenen Quartal stärker verlangsamen würde. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnete gar mit einem Wachstum von vergleichsweise geringen 6,0 Prozent im letzten Quartal 2016 und im ersten Quartal 2017. Erst ab März oder April, so der Konsens der meisten Beobachter, würde das Wachstum wieder mehr Fahrt aufnehmen.

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Die überraschende Bargeldreform hat die indische Bevölkerung und Wirtschaft erschüttert. Bis zum Jahresende sollte eigentlich wieder Normalität herrschen. Dieses Versprechen kann die Regierung aber nicht halten.

Grund dafür war vor allem eine radikale Bargeldreform. In der Nacht zum 9. November hatte die indische Regierung überraschend die beiden größten Geldscheine des Landes und damit mehr als 80 Prozent des im Umlauf befindlichen Bargelds für ungültig erklärt. Der anschließende Umtauschprozess sorgte für großes Chaos. Bis heute sind nicht genügend neue Scheine im Umlauf. Insbesondere arme Landbewohner, die häufig kein Bankkonto haben, litten unter der Maßnahme.

Die Wachstumszahlen waren die ersten, die das Statistikbüro zum abgelaufenen Quartal veröffentlichte. Üblicherweise folgen mehrere Monate später weitere, meist genauere Statistiken. Das liegt daran, dass insbesondere das Wachstum kleinerer Unternehmen so kurz nach Ende des Quartals noch nicht vollständig erfasst ist. Gerade kleine und informelle Unternehmen waren aber überdurchschnittlich stark von der Bargeldreform betroffen. Eine Korrektur der optimistischen Wachstumszahlen ist also möglich.

Von

rtr

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