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08.09.2011

16:58 Uhr

Indizes

Kleine Aktien schlagen die Großen

VonChristian Schnell

Während die Börse insgesamt absackt, schlagen sich die Indizes MDax, TecDax und SDax ungewöhnlich gut. Die Aktien kleiner Unternehmen profitieren unter anderem von guten Prognosen.

Im Schatten des DAX entwickeln sich die Nebenwerte erstaunlich gut. Im Vergleich sanken sie seit Ende Juli deutlich weniger stark als der große Bruder. dapd

Im Schatten des DAX entwickeln sich die Nebenwerte erstaunlich gut. Im Vergleich sanken sie seit Ende Juli deutlich weniger stark als der große Bruder.

FrankfurtEs ist einer der gängigen Automatismen der Börse, der immer dann greift, wenn das Klima rauer wird und die Kurse unter Druck geraten: Aktien kleiner Unternehmen leiden in der Regel besonders. Schließlich trennen sich Investoren zuerst von ihnen, ehe sie Schwergewichte wie Siemens, Allianz oder Daimler abstoßen.

Erstaunlicherweise ist das diesmal anders. 25 Prozent hat der Dax seit dem Absturz der Kurse Ende Juli inzwischen verloren, rund 18 Prozent waren es bei den darunter angesiedelten Nebenwerteindizes MDax, SDax und im technologielastigen TecDax.

Als Top-Kaufempfehlungen haben die Analysten der DZ Bank zum Beispiel Medizintechniker Drägerwerk ausgerufen sowie den High-Tech-Maschinenbauer Süss Microtec und Wirecard. Die Begründungen lesen sich wie eine Anti-Strategie zur sich verschlechternden Wirtschaftslage. „Auch bei einer weltweiten konjunkturellen Abkühlung wird Wirecard unseres Erachtens aufgrund der Ausrichtung seines Geschäftsmodells weiterhin hohe Wachstumsraten erreichen können“, heißt es.

Zugute kommt den Nebenwerteindizes auch, dass dort mehr ausgetauscht wird als im Dax. Schwache Aktien, die zuletzt zur Belastung für den gesamten Index geworden waren, wurden herausgenommen und durch starke Nachrücker mit zuletzt guter Kursentwicklung ersetzt.

So geschehen erst Montagnacht, als die Deutsche Börse im TecDax den Abschied der beiden Solarunternehmen Roth & Rau und Phoenix Solar bekanntgab, die durch das soziale Netzwerk Xing und den Berliner IT-Spezialisten PSI ersetzt werden. Für Benjamin Kuhnke von der Deutschen Bank beispielsweise ist Xing weiterhin eine Kaufgelegenheit. Gerade nach dem jüngsten Kurssturz auf knapp über 45 Euro. Sein Kursziel liegt bei 51 Euro. Die Begründungen sind bei allen Analysten ähnlich: Zum einen loben sie, wie sehr sich Xing als Netzwerk im Businessbereich etabliert hat. Zum anderen schätzen sie das Geschäftsmodell als unabhängig von den Schwankungen der Weltmärkte ein.

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