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28.08.2015

16:50 Uhr

Inflation

Billiges Öl hält Preise niedrig

Die Inflation in Deutschland bleibt sehr niedrig. Dank sinkender Energiepreise stieg sie im August um gerade einmal 0,2 Prozent. Für Verbraucher sind das gute Nachrichten – nicht so für die Wirtschaft insgesamt.

Es sieht gut aus im Warenkorb der Deutschen Verbraucher. Sie profitieren von der niedrigen Teuerungsrate. dpa

Inflation erhöht Kaufkraft

Es sieht gut aus im Warenkorb der Deutschen Verbraucher. Sie profitieren von der niedrigen Teuerungsrate.

BerlinFallende Energiepreise halten die Inflation in Deutschland niedrig. Die Teuerungsrate stieg im August erneut um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Einen geringeren Anstieg gab es zuletzt im Februar. Die Inflation bleibt damit weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank, die nur bei Werten von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

Für die Mini-Inflation ist vor allem Öl verantwortlich, welches wegen der Signale für eine schwächere Konjunktur des weltgrößten Energieverbrauchers China zuletzt merklich günstiger zu haben war. Energie verbilligte sich um 7,6 Prozent. „Der Rückgang der Rohstoffpreise wird die Inflation auch in den kommenden Monaten sehr niedrig halten“, ist sich Ökonom Carsten Brzeski von der ING-Bank sicher. Viele Experten rechnen erst im kommenden Jahr wieder mit größeren Preissteigerungen: Mitte 2016 dürfte die Teuerung wieder bei zwei Prozent liegen, sagte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner. „Mittelfristig rechnen wir mit wieder steigenden Rohölpreisen und spürbaren Lohnanstiegen.“

Nahrungsmittel verteuerten sich im August um 0,8 Prozent. Dazu könnten schlechte Ernten nach der Hitzewelle in den vergangenen Wochen beigetragen haben: Wegen der Trockenheit fiel beispielsweise die Getreideernte um rund elf Prozent niedriger aus als im Vorjahr, wie der Bauernverband erklärte. Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 1,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

EZB-Chefvolkswirt: Inflationsziel in Gefahr

EZB-Chefvolkswirt

Inflationsziel in Gefahr

Das Inflationsziel der europäischen Währungshüter sei stärker gefährdet als bisher gedacht, meint EZB-Chefvolkswirt Peter Praet. Er will das Wertpapier-Kaufprogramm der Zentralbank falls nötig ausweiten.

Die geringe Inflation stärkt die Kaufkraft der Verbraucher. Die 19 Millionen Beschäftigten mit Tarifvertrag erhielten im zweiten Quartal durchschnittlich 3,1 Prozent mehr Geld. Wegen der geringen Teuerung bleibt unter dem Strich mehr für den Verbrauch übrig.

Von

rtr

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