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02.03.2017

12:51 Uhr

Inflation im Euro-Raum

Draghis Dilemma

VonJan Mallien

EZB-Präsident Mario Draghi hat die lockere Geldpolitik der Notenbank stets mit dem Verfehlen des Inflationsziels begründet. Nun liegt die Inflation über der Zielmarke. Ein schneller Kurswechsel ist aber nicht absehbar.

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FrankfurtLange hat EZB-Chef Mario Draghi auf steigende Preise gewartet. Fast in seiner gesamten Amtszeit von über fünf Jahren hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihr selbst gesetztes Inflationsziel von etwa zwei Prozent verfehlt – und dafür Kritik einstecken müssen. Bislang galt das Verfehlen dieses Ziels und die Furcht vor einer lähmenden Deflation immer als Rechtfertigung für die ultralockere Geldpolitik der EZB.

Doch dieses Ziel wird nun auf einmal sogar leicht überschritten: Die Verbraucherpreise im Euro-Raum zogen im Februar im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 2,0 Prozent an, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Dieser Wert wurde zuletzt im Januar 2013 erreicht. Dadurch werden Stimmen lauter, die eine Kehrtwende in der Geldpolitik der EZB fordern.

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Die Inflation in Deutschland ist auf über zwei Prozent gestiegen, die von EZB-Chef Draghi anvisierte Marke. Es ist ein Signal an die Notenbank, ihren Kurs zu ändern. Doch es bleiben Unwägbarkeiten, vor allem politische.

„Die Zahlen müssen Anlass sein, jetzt erste Schritte zur Normalisierung der Geldpolitik einzuleiten“, fordert Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Er hält eine „zügige Kehrtwende in der Geldpolitik“ für „dringender denn je“. Die Chancen dafür gelten jedoch als gering – trotz der höheren Inflation.

Insbesondere der Ölpreisanstieg sorgte für anziehende Inflation: Die Kosten für Energie legten im Februar um 9,2 Prozent zu. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent. Für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak mussten die Verbraucher 2,5 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat.

Inflationsrate in der Euro-Zone
von März 2016 bis Mai 2017
in Prozent

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann geht davon aus, dass die Inflation in der Euro-Zone wegen gestiegener Ölpreise sogar noch höher liegen könnte als bisher gedacht. „Die Inflation dürfte in diesem Jahr merklich über den bisherigen Prognosen liegen“, erwartet er. Für Deutschland werde eine Revision um etwa einen halben Prozentpunkt nach oben erwartet, sagte er auf einer Veranstaltung am Mittwoch. Dabei setzt er voraus, dass die Ölpreise nicht noch weiter anziehen.

Kommentare (44)

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Lothar dM

02.03.2017, 11:30 Uhr

Endlich funktioniert die Umverteilung von Sparguthaben der Mittelschicht an die Schuldenmacher so richtig. Draghi hat sein erklärtes Ziel erreicht und Merkel hat ihn für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.

Herr Arnd Stricker

02.03.2017, 11:57 Uhr

Was sagt denn Herr Draghi nun ? Na klar, das ist alles keine richtige Infaltion, kommt ja alles von den Energiepreisen. Aber von was kamen den hauptsächlich die schwachen Preise ? Damals war das Deflationsgespenst im Raum. Gespenster gibt es aber nicht. Es wird immer offensichtlicher, dass die EZB-Politik der illegalen Staatsfinanzierung dient. Eine Zentralbank, die einem Stabilitätsziel verpflichtet ist, hält bei einer Inflation von 2 %, einer Kerninflation von deutlich über 1 %, einem Wachstum in der Eurozone von 1,5 - 2% die Zinsen nicht bei 0 % und drückt die Marktzinsen über die Finanzierung der Schuldenmafia mit QE in den negativen Bereich. Neben der Bestrafung von Sparen und Investition wird das alles ein sehr böses Ende nehmen.

Rainer von Horn

02.03.2017, 12:01 Uhr

Endlich zieht die Inflation dank der EZB-Massnahmen an -endlich!- und als guter Europabürger bin ich ob dieser guten Nachrichten nun nicht nur erleichtert, sondern begeistert und hoffe insgeheim, dass Draghi noch ´ne Schippe drauflegt, damit ich mich bei 5% noch besser fühle.

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