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03.01.2017

14:22 Uhr

Inflation in Deutschland

Es wird wieder teurer

Lange dümpelte die Inflationsrate nahe Null, der Einkauf wurde für die Verbraucher kaum teurer. Das ändert sich nun. Die Inflation ist zum Jahreswechsel auf den höchsten Stand seit 2013 geklettert. Fragen und Antworten.

Steigende Inflation in Deutschland – ein Grund zur Sorge?

Video-News: Steigende Inflation in Deutschland – ein Grund zur Sorge?

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FrankfurtSchlechte Nachrichten für Verbraucher: Die Preise in Deutschland steigen tendenziell wieder – im Dezember auf den höchsten Stand seit Juli 2013, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am heutigen Dienstag mitteilte. Ökonomen finden die Teuerung jedoch gut.

Wie haben sich die Verbraucherpreise zuletzt entwickelt?

Die Zeiten extrem niedriger Teuerungsraten nahe der Nullmarke oder gar darunter scheinen vorbei zu sein. Vor allem steigende Energiepreise sorgten dafür, dass Waren und Dienstleistungen im Dezember durchschnittlich 1,7 Prozent mehr kosteten als vor einem Jahr. Im November lag die Jahresteuerung noch bei 0,8 Prozent. Im November 2016 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland wie im Oktober um 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau – der höchste Stand seit etwa zwei Jahren. Im längeren Vergleich jedoch ist die Inflation nach wie vor vergleichsweise gering. Über das Gesamtjahr 2016 gesehen blieb der Preisdruck allerdings gedämpft - im Schnitt stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent 2015.

Was dämpft die Inflation?

Verbraucherpreise: Inflation steigt – und mit ihr der Druck auf Draghi

Verbraucherpreise

Inflation steigt – und mit ihr der Druck auf Draghi

Es wird teurer für die deutschen Verbraucher: Die Inflation stieg im Dezember auf 1,7 Prozent. Das liegt vor allem an den Energiepreisen. Die deutsche Politik erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen anzuheben.

Vor allem die Preisentwicklung bei Energie. Seit Mitte 2014 wurde der Schmierstoff der Weltwirtschaft vor allem infolge der Überproduktion deutlich billiger. Kurz vor Weihnachten wurde ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent für gut 54 Dollar gehandelt, im Sommer 2014 waren es noch rund 115 Dollar. Doch es könnte sich eine Trendwende abzeichnen, wenn das Ölkartell Opec und andere Förderstaaten ihre Ankündigung wahr machen, 2017 die Produktion zu verringern, um den Preis für das „schwarze Gold“ nach oben zu treiben.

Wer profitiert von den niedrigen Preisen?

Autofahrer sparen beim Tanken und Verbraucher beim Heizen ihrer Häuser und Wohnungen - auch wenn die Energiepreise zuletzt wieder anzogen. Wer weniger Geld an der Tankstelle und beim Heizöllieferanten lässt, hat mehr Spielraum für andere Anschaffungen.

Die Kaufkraft erhöht sich zudem, weil Lohnerhöhungen wegen der geringen Inflation fast vollständig im Geldbeutel der Beschäftigten bleiben. Im dritten Quartal 2016 lagen die Reallöhne in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Kommentare (11)

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Herr Hans-Jörg Griesinger

03.01.2017, 12:12 Uhr

So ist dass, kaum steigen bei den Beschäftigten die Reallöhne leicht an, zieht die Teuerungsrate sofort wieder nach.
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.
 

Herr Tom Schmidt

03.01.2017, 12:14 Uhr

Das ist nicht Mathematik, die Inflation wird gemessen! Es wäre sehr interessant, wie in der Physik üblich, den Messwert wird +/- Vertrauensbereich anzugeben. Man wird feststellen, dass allein Sonderangebote die Messung zur Farce machen. Die "Berechnungsmehtoden" (richtiger: Messmethoden) der 70er Jahre weisen dann ganz andere Inflationswerte aus, als veröffentlicht! :-)


"Wenn die Preise für viele Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum kaum noch oder gar nicht mehr steigen, könnte das Verbraucher und Unternehmer bei Investitionen bremsen. Es könnte ja bald noch billiger werden. "

Das Lügenmärchen schön zusammengefasst, die Preise bleiben konstant, darum verschiebt man Investitionen, weil es billiger wird???? Lach!

Rainer von Horn

03.01.2017, 12:14 Uhr

Aber, aber Herr Löwenstein,
der Anstieg der Inflationsrate dürfte ganz überwiegend auf den jüngsten Preissprung beim Öl zurückzuführen sein und die einzige Frage, die ich mir stelle, ist die, wie die EZB nunmehr ihre als Geldpolitik getarnte Staatsfinanzierung begründen wird, wenn die 2%-Marke demnächst deutlich überschritten wird.

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