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16.06.2015

09:31 Uhr

Inflation

Juchhu – die Preise steigen

Die Inflation in Deutschland zieht an. Vor allem Essen und Wohnen wird teuer. Komisch eigentlich: Was einst eine schlechte Nachricht war, sorgt heute für entspannte Gesichter. Woran liegt das?

Nach Daten des Statistischen Bundesamts war Obst im Mai durchschnittlich drei Prozent teurer als im April. dpa

Äpfelernte

Nach Daten des Statistischen Bundesamts war Obst im Mai durchschnittlich drei Prozent teurer als im April.

WiesbadenHöhere Mieten und teurere Nahrungsmittel: Die Inflationsrate in Deutschland ist im Mai zum vierten Mal in Folge leicht gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 0,7 Prozent höher als im Mai 2014, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit und bestätigte damit eine erste Schätzung.

Besonders für Nahrungsmittel mussten Verbraucher mehr bezahlen als vor einem Jahr, während sich der Preisrückgang bei Mineralölprodukten weiter verlangsamt hat. Im Vergleich zum April stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 0,1 Prozent.

Noch im Januar waren die Verbraucherpreise auf Jahressicht leicht gesunken. Seither ist die Jahresteuerung zwar viermal in Folge gestiegen, sie bleibt aber weit entfernt von der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent anstrebt. Sie ist der Meinung, dass dieses Ziel richtig ist, weil nur so Wachstum in einer Volkswirtschaft entstehen kann. Um diesen Wert wieder zu erreichen, pumpt die EZB seit Anfang März vor allem über den Kauf von Staatsanleihen pro Monat 60 Milliarden Euro in den Markt.

Wie seit Monaten dämpfte die Preisentwicklung der Mineralölprodukte auch im Mai die Gesamtteuerung: Leichtes Heizöl war um 16,7 Prozent billiger als vor einem Jahr, Kraftstoffe um 6,3 Prozent. Allerdings hat sich der Preisrückgang seit Jahresbeginn stetig abgeschwächt, im Vergleich zum Vormonat April verteuerten sich Diesel und Superbenzin.

Dennoch verbilligte sich Energie insgesamt binnen Jahresfrist spürbar um 5,0 Prozent. Die Statistiker betonten: Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2015 deutlich höher bei plus 1,3 Prozent gelegen.

Das liegt vor allem daran, dass Verbraucher für Nahrungsmittel 1,4 Prozent mehr bezahlen mussten als im Mai 2014. So wurden Gemüse (+ 9,0 Prozent) und Obst (+ 5,6) deutlich teurer. Auch die Preise für Süßwaren (+ 3,5) zogen an. Deutlich günstiger waren Molkereiprodukte (? 4,8 Prozent).

Überdurchschnittlich steigen weiter die Nettokaltmieten (+ 1,2 Prozent), für die private Haushalte etwa ein Fünftel ihrer Konsumausgaben aufwenden. Zugleich macht sich der zu Jahresbeginn eingeführte Mindestlohn bemerkbar: Taxifahrten kosteten im Mai 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr, für Friseurleistungen mussten Kunden 3,6 Prozent mehr bezahlen.

Die durch den starken Rückgang der Energiepreise zur Jahreswende aufgekommene Sorge vor einer Deflation - einem Verfall der Preise auf breiter Front - ist damit verflogen. Trotzdem bleibt der Preisauftrieb moderat: Die Deutsche Bundesbank hatte kürzlich für 2015 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 0,5 Prozent vorhergesagt.

Gleichzeitig dürften gute Tarifabschlüsse und der Mindestlohn in diesem Jahr für spürbar wachsende Löhne und Gehälter sorgen, wie Experten der DZ Bank betonten: „Bei niedriger Inflation könnte 2015 mit einem Plus von 2,6 Prozent der höchste reale Einkommenszuwachs der letzten Jahre erreicht werden.“

Von

rtr

Kommentare (8)

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Herr Teito Klein

16.06.2015, 08:36 Uhr

Draghi und das Ungeheuer von Loch Ness
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Draghi beschwört die Deflation. Diese drohe Europa wenn er nicht gegensteuert und alle Schrottpapiere aufkauft. Deshalb zündete er seine Bazzugas.
Er fordert eine Inflation zwischen 2% und 20%. Das war im ClubMed normal!
Goldman Sachs-Draghi ist Italiener. Als solcher ist Inflation für ihn normal.
Und er will die Esperantowährung Euro zur Lira 2.0 machen.

Herr wulff baer

16.06.2015, 08:58 Uhr

Nachdem uns Falschgelddrucker Draghi mit ungedecktem Papiergeld überschwemmt, die Verzinsung unserer Ersparnisse auf Null bringt, alle Kreditbetrüger des ClubMed mit nicht rückzahlbaren Krediten beglückt, schraubt der Kerl an der Kaufkraft unserer inkompatiblen Gemeinschaftswährung und entwertet sie nach Belieben.
Und wir deutschen Vollidioten lassen ihn gewähren, weil unsere Erika das so will.
Die Wiederwahl der volksschädigenden Erika ist gewiss, denn der deutsche Wahlidiot, zugedröhnt von Brot und Spielen, wählt gerne seinen Untergang in der Transfer-Union der Pleitegeier.

Herr Thomas Behrends

16.06.2015, 11:14 Uhr

"Die durch den starken Rückgang der Energiepreise zur Jahreswende aufgekommene Sorge vor einer Deflation - einem Verfall der Preise auf breiter Front - ist damit verflogen."

Nur zur Erinnerung: Vor einigen Jahren bezahlten wir an der Tankstelle für einen Liter Superbenzin 1,70 EURO (Barrelpreis USD 150,00).

Heute bezahlen wir EUR 1,50 bei einem Barrelpreis von USD 65,00 .

Wenn das keine fetten Gewinnmitnahmen seitens der Mineralölbranche sind, dann weiß ich es auch nicht mehr ...

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