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31.07.2015

12:20 Uhr

Inflation

Preise in der Euro-Zone steigen kaum

Im März startet die Europäische Zentralbank ein milliardenschweres Programm, um die Inflation anzukurbeln – jedoch vergebens. Nicht nur billiges Öl macht den Währungshütern einen Strich durch die Rechnung.

Die EZB strebt ein Inflationsziel von zwei Prozent an – doch die Preise in Europa steigen kaum. dpa

Inflation

Die EZB strebt ein Inflationsziel von zwei Prozent an – doch die Preise in Europa steigen kaum.

BrüsselDie Preise in der Euro-Zone steigen kaum an. Waren und Dienstleistungen kosteten im Juli lediglich 0,2 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie die europäische Statistikbehörde am Freitag in einer ersten Schätzung bekanntgab. Experten hatten mit diesem Wert gerechnet.

Auch im Juni waren die Preise im selben Umfang gestiegen: Grund für die derzeit geringen Inflationsraten ist vor allem das billige Öl. So kostete Energie im Juli durchschnittlich 5,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Klammert man die schwankungsanfälligen Energiepreise aus, lag die Inflationsrate deutlich höher – bei 0,9 Prozent. Für Preisauftrieb sorgten zudem Dienstleistungen, die sich zum Vorjahr um 1,2 Prozent verteuerten. Auch Nahrungsmittel kosteten mehr – und zwar 0,9 Prozent.

Von der Inflation zur Deflation

Was bedeutet Inflation?

Als Inflation wird die Preissteigerung binnen eines Jahres bezeichnet. Sie liegt in Deutschland im Januar nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes bei minus 0,3 Prozent. Das bedeutet, dass die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen sind. Das liegt unter anderem am dramatisch gefallenen Ölpreis, der sich seit dem Sommer mehr als halbiert hat.

Wann spricht man von einer Deflation?

Hierzu reicht ein Preisrutsch von einem Monat auf den anderen nicht aus. Dazu muss sich die Inflationsrate klar ins Negative umkehren – und das für längere Zeit.

Was passiert bei einer Deflation?

Bei einer Deflation verschieben Verbraucher in der Regel ihre Anschaffungen in der Hoffnung auf niedrigere Preise. Unternehmen verringern ihre Produktion, um sich der sinkenden Nachfrage anzupassen, was Entlassungen und niedrigere Löhne zur Folge haben kann. Das bremst die Nachfrage dann noch mehr und die Preise sinken weiter – es droht ein Teufelskreis aus fallenden Preisen, Löhnen, Ausgaben und Investitionen, aus dem schwierig herauszukommen ist.

Hat eine Deflationsphase zwangsläufig negative Folgen?

Nicht unbedingt. Ob die Verbraucher tatsächlich Einkäufe zurückstellen, muss sich in der jeweiligen Situation zeigen. Denn zunächst sind niedrigere Preise aus ihrer Sicht durchaus positiv. Wenn sie weiter konsumieren, profitiert auch die Wirtschaft. Erst mit sogenannten Zweitrundeneffekten – wenn also auch die Löhne fallen – kann es gefährlich werden.

Wie ist die Lage in Europa?

In der Eurozone sind die Lebenshaltungskosten im Dezember erstmals seit Oktober 2009 zurückgegangen. In Deutschland hatte die Inflationsrate im Dezember noch bei einem kleinen Plus von 0,2 Prozent gelegen. Allerdings hat die Europäische Zentralbank (EZB) als Zielwert eine Preissteigerung von knapp unter zwei Prozent ausgegeben. Dieser scheint momentan in weiter Ferne.

Doch insgesamt ist die Inflationsrate nach dem Geschmack der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin viel zu niedrig. Sie hat daher im März ein billionenschweres Kaufprogramm für Staatsanleihen und andere Wertpapiere gestartet, um die Inflation anzuheizen. So soll verhindert werden, dass es zu einem Preisrutsch auf breiter Front kommt, der eine Wirtschaft auf Jahre lähmen kann. Die Währungshüter streben daher Teuerungsraten von knapp zwei Prozent an.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

31.07.2015, 14:04 Uhr

Menschen MIT und OHNE ARBEITSLOHN...

suchen immer mehr die Ecken in den regalen der Discounter auf...

wo es mit 30% Rabatt los geht.

Früher kaufte man nach Einkaufsliste ein...

Heute kauft man ein nach dem was mindestens 30% Rabatt-Schild hat.




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