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28.09.2011

11:01 Uhr

Inflation und niedrige Zinsen

Was Anleger gegen den Geldverfall tun können

VonHeike Schwerdtfeger
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die Inflation in der Euro-Zone bewegt sich bei 2,5 Prozent. Nicht übermäßig hoch, aber genug, dass die Ersparnisse schwinden. Denn: Die Zinsen sind noch niedriger. Fünf Regeln, was Anleger dagegen tun können.

Euro in der Zange: Die Inflation ist höher als die Zinsen von Bundesanleihen. dpa

Euro in der Zange: Die Inflation ist höher als die Zinsen von Bundesanleihen.

FrankfurtZugegeben, es ist ein Luxusproblem, und doch quält die Frage: Wohin mit dem Geld? Der Euro wird zur Weichwährung, Märkte zittern vor Staats- und Bankenpleiten. 47 Prozent der Deutschen würden, wenn sie jetzt 10.000 Euro anlegen müssten, die auf ein Tagesgeldkonto packen. 38 Prozent, so eine Forsa-Umfrage im Auftrag der WirtschaftsWoche und der Börse Stuttgart, würden Gold kaufen – nichts illustriert Unsicherheit besser. Sechs Prozent würden das Geld ausgeben. Auch eine Möglichkeit. Nur acht Prozent würden jetzt Aktien kaufen.

Tagesgeld-Anleger können triumphieren, doch auf längere Sicht dürften die Park-Konten das Geld mindestens ebenso vernichten wie ein Börsencrash. Anders als Aktionäre haben Zinsjäger auch nie die Chance, Vermögen kräftig zu mehren. Aktuell ist die Inflation Deutschlands mit 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat höher als die Rendite von Bundesanleihen und fast aller Tagesgelder.

Das Vermögen schwindet schleichend. „Die Zeit der hohen Renditen ist erst mal vorbei, Vermögenserhalt hat Vorrang“ – das ist das neue Credo von Anlegern und Beratern, die aus der Krise etwas gelernt haben.

Doch wie ist dieses Minimalziel zu schaffen? Dazu fünf Regeln:

1. Aktien sind unverzichtbar: Klingt wie ein Glaubenssatz, ist aber berechtigt. Ein Aktionär hält einen Anteil am Produktivvermögen einer Volkswirtschaft. Keine andere Anlageform bietet das.

2. Flexibel bleiben: Wenn keiner weiß, was kommt, sind Cash und Kurzläufer besser als etwa Lebensversicherungsverträge.

3. Mit Bankpleiten rechnen: Große Guthaben sollten auf verschiedene Institute verteilt werden. Einlagensicherungssysteme können versagen, auch Zertifikate- und Indexfondsanbieter können ausfallen.

4. Gold halten: Wer nur auf Kursgewinne bei dem gelben Metall spekuliert, hat es noch nicht verstanden: Gold, das über Jahrtausende seine Kaufkraft bewahrt hat, ist die ultimative Krisen-Versicherung.

5. Streuen: Klingt banal, aber: Anleihen, Aktien, Gold und liquide Mittel gemischt und nach Börsenlage angepasst, bieten Schutz, auch Papiere anderer Währungsräume.

Kommentare (5)

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Fuechschen

28.09.2011, 12:24 Uhr

Kurze Frage: Was passiert eigentlich im Falle einer Bankenpleite mit meinen Aktien (Wertpapierdepot)?

MikeM

28.09.2011, 12:46 Uhr

Aktien sind sog. Sondervermögen. Geht Ihre Bank pleite, können Sie die Papiere herausverlangen (bzw. Übertragung auf ein anderes Depot). Aktien sind also von einer Bankpleite nicht betroffen (außer Sie halten Bankaktien).

Wiener

28.09.2011, 13:23 Uhr

Der Glaube dass der Kauf einer Aktie einen Anteil an einem Unternehmen darstellt, ist so naiv wie die Meinung dass eine Spende bei der Caritas tatsächlich ein Negerlein in Afrika erreichen würde: Jeder investierte Euro für einen Anteilschein versickert im irgendwo Finanzkreislauf und (Miss-) Management und erreicht nie die Produktionsstruktur eines Unternehmens. Würden heute alle Aktionäre eines Autoherstellers ihre Papiere gleichzeitig auf den Markt werfen, ergäbe sich das gleiche Szenario wie für einen Banken-Run: Nämlich die Offenbarung dass der reale Gegenwert des Anteilsscheines (also Cashwert der Maschinen, Immobilien, Rücklagen des Unternehmens geteilt durch das Aktienvolumen) praktisch NULL ist. -- Eines der schönsten Märchen der Wirtschaft ist jenes der Börse.

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