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09.10.2014

20:13 Uhr

Inflation vs. Deflation

Lagarde mahnt, Draghi beschwichtigt

IWF-Chefin Lagarde hat die EZB aufgefordert, mit allen Mitteln eine Deflation zu verhindern. Auch Deutschland und die USA nimmt sie in die Pflicht. EZB-Chef Draghi sieht die Inflationsrate hingegen auf einem guten Weg.

IWF-Chefin Christine Lagarde fordert von der EZB die Bereitschaft zu verschärften Maßnahmen, um die Deflation zu bekämpfen. AFP

IWF-Chefin Christine Lagarde fordert von der EZB die Bereitschaft zu verschärften Maßnahmen, um die Deflation zu bekämpfen.

WashingtonIm Kampf gegen eine Deflation muss die Europäische Zentralbank (EZB) laut IWF-Chefin Christine Lagarde notfalls die Notenpresse massiv anwerfen. Die EZB sollte Bereitschaft zu verschärften Maßnahmen wie etwa dem Aufkauf von Staatsanleihen erkennen lassen, betonte die Französin am Donnerstag in Washington. Dies gelte für den Fall, dass sich der Inflationsausblick weiter eintrübe. Der Ankauf von Staatsanleihen in großem Stil gilt als letztes Mittel, um einen Preisverfall zu verhindern.

Zuletzt lag die Teuerungsrate in der Euro-Zone nur noch bei 0,3 Prozent. Auf breiter Front fallende Preise können die Konjunktur auf Dauer abwürgen. Denn Verbraucher schränken dann in Erwartung immer weiter fallender Preise ihren Konsum ein und Firmen schieben Investitionen auf.

EZB-Präsident Mario Draghi erwartet jedoch, dass die Teuerung in der Euro-Zone bis spätestens 2017 wieder in Richtung der von der Notenbank angepeilten Zielmarke von knapp zwei Prozent anzieht. Das sagte der Italiener am Donnerstag in Washington.

Um zu verhindern, dass die Teuerung noch weiter sinkt und in der Folge die Wirtschaft insgesamt abschmiert, haben die Währungshüter um Draghi zuletzt ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen. Es beinhaltet unter anderem milliardenschwere Geldspritzen für die Banken und setzt zudem auf den massenhaften Aufkauf von Pfandbriefen und Kreditverbriefungen. Diese will Draghi auch den Banken in den Krisenländern Zypern und Griechenland abkaufen.

Vor allem deshalb hagelte es zuletzt Kritik aus Deutschland. Die Bundesbank lehnt das Programm kategorisch ab, weil sie fürchtet, die EZB könnte zur "Bad Bank" Europas werden, wenn sie auch Wertpapiere mit höherer Ausfallwahrscheinlichkeit in die Bilanz nimmt.

Lagarde rief zugleich die USA und auch Deutschland auf, ihre Spielräume stärker zu nutzen, um die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. In ihrem Herbstgutachten hatten die führenden Forschungsinstitute der Bundesregierung vorgeworfen, zu wenig zu investieren.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

09.10.2014, 20:29 Uhr

Nichts einfacher als das!

Die Unternehmen erhöhen einfach ihre Preise um 10 % und die Inflation ist da. Die Deutsche Bahn geht schon einmal vor.

Wo soll das Problem sein?

Herr Woifi Fischer

10.10.2014, 10:00 Uhr

Lagarde mahnt, Draghi beschwichtigt

Es wäre doch jetzt einmal an der Zeit, dass Frau Lagarde sich ihr Heimatland Frankreich zur Brust nehmen würde, und nicht immer den deutschen Michel!!!

Ich denke, der IWF ist eine Organisation die man getrost auflösen kann, was natürlich den USA missfallen würde.
Sie kann nämlich nur eins schreien, Wachstum und mehr Geld.

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