Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.10.2012

11:50 Uhr

Ins Depot geschaut

Die Strategie der besten Geldmanager

VonJörg Hackhausen, Jens Hagen

Welcher Vermögensverwalter ist sein Geld wert? Und welcher macht am meisten aus Ihrem Geld? Handelsblatt Online stellt Strategie und Lieblingsaktien der Besten vor.

Die alten Strategien funktionieren nicht mehr. Wer auf Erträge kommen will, muss sich etwas einfallen lassen.

Die alten Strategien funktionieren nicht mehr. Wer auf Erträge kommen will, muss sich etwas einfallen lassen.

DüsseldorfDer Dax sackt ab – und zwar heftig. Beinahe jeden Tag geht es um 200, 300 Punkte abwärts. Für kurze Zeit taucht der Leitindex unter die 5.000er-Marke. An der Börse herrscht Panik. Etwa ein Jahr ist das jetzt her. Wohl dem, der in der Zeit Aktien gekauft hat!

Wirklich getraut haben sich das nur wenige Anleger. Selbst Profis verpassten die anschließende Rally. Inzwischen notiert der Dax wieder komfortabel über 7.000 Punkten. Seit dem großen Ausverkauf hat der Index um mehr als 30 Prozent zugelegt. Die besten deutschen Vermögensverwalter schafften längst nicht so viel.

Als Klassenbester kommt der BHF Trust aus Frankfurt auf ein Plus von 23,4 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Damit liegt die BHF in der Risikoklasse „moderat dynamisch“ vor allen anderen, auch in der Kategorie „konservativ“ schafft sie es auf den ersten Platz (+12,1 Prozent). In der Risikoklasse „ausgewogen“ siegt Flossbach von Storch (+15,3 Prozent), in der Kategorie „dynamisch“ schneidet Semper Constantia aus Wien am besten ab (+17,8 Prozent).

Das ergibt eine Auswertung des Datenanbieters Firstfive, der 300 Depots von 80 unabhängigen Vermögensverwaltern unter die Lupe genommen hat. Insgesamt verwalten diese Geldmanager ein Vermögen von 3,2 Milliarden Euro.

Die besten Vermögensverwalter (1 Jahr)

Risikoklasse "konservativ"

1. BHF Trust, Strategie: individuelles internationales Renditedepot, +12,06 Prozent

2. Oldenburgische Landesbank Privat Banking, Strategie: OLB Stiftungsmanagement, +10,30 Prozent

3. Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA, Strategie: IVV Konservativ, +9,56 Prozent

Risikoklasse "ausgewogen"

1. Flossbach von Storch, Strategie: Wachstum, +15,27 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: ausgewogenes Aktien-/Rentenmandat - international, +15,17 Prozent

3. Deutsche Bank, Private Wealth Management, Strategie: Klassik R4, +9,45 Prozent

Risikoklasse "moderat dynamisch"

1. BHF Trust, Strategie: Aktien Total-Return (individuell), +23,37 Prozent

2. Rhein Asset Management, Strategie: Aktienmandat Europa, +19,26 Prozent

3. Bankhaus Carl F. Plump & Co., Strategie: IVV Wachstum, +12,09 Prozent

Risikoklasse "dynamisch"

1. Semper Constantia Privatbank, Strategie: Spezial, +17,83 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: Int. Aktiendepot, +15,95 Prozent

3. LGT Bank in Liechtenstein AG, Strategie: Aktien weltweit, +15,29 Prozent

Quelle: Firstfive AG

Zugegeben, der Vergleich mit dem Dax ist ein wenig gemein. Eine Rendite von 10, 15 oder sogar 20 Prozent, die die Besten in den vergangenen zwölf Monaten erzielt haben, kann sich durchaus sehen lassen. Das Ziel eines Vermögensverwalters ist nicht, maximale Rendite zu erwirtschaften, sondern Vermögenserhalt – was in diesen Tagen schon schwer genug ist.

Die Wahrheit hinter der Rally an den Börsen lautet: Die Zinsen sind so niedrig wie nie, obendrein drucken Notenbanken wie die Federal Reserve oder die Europäische Zentralbank fleißig Geld; alles, um die Konjunktur anzukurbeln, wie es heißt. Doch ein Teil des Geldes kommt nicht in der Wirtschaft an, sondern bleibt an den Finanzmärkten und treibt die Kurse hoch.

Die besten Vermögensverwalter (3 Jahre)

Risikoklasse "konservativ"

1. Flossbach von Storch, Strategie: konservativ, +22,65 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: individuelles internationales Renditedepot, +21,21 Prozent

3. Oldenburgische Landesbank Privat Banking, Strategie: OLB Stiftungsmanagement, +20,13 Prozent

Risikoklasse "ausgewogen"

1. Flossbach von Storch, Strategie: Defensiv, +34,11 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: ausgewogenes Aktien-/Rentenmandat - international, +32,96 Prozent

3. Semper Constantia Privatbank, Strategie: EM Anleihen - Total Return, +24,36 Prozent

Risikoklasse "moderat dynamisch"

1. Flossbach von Storch, Strategie: dynamisch, +35,51 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: Dynamisch Total Return, +30,12 Prozent

3. SvS & Partner AG, Strategie: diversifiziert weltweit, +24,31 Prozent

Risikoklasse "dynamisch"

1. Semper Constantia Privatbank, Strategie: Marktneutral, +44,23 Prozent

2. BHF Trust, Strategie: Int. Aktiendepot, +37,89 Prozent

3. BW Bank / LBBW, Vermögensverwaltung, Strategie: Aktien: Standardwerte, Schwerp. Europa, +32,85 Prozent

Quelle: Firstfive AG

„Die sehr schwachen Konjunkturvorlaufindikatoren der letzten Monate haben zu einer massiven Reaktion der großen Notenbanken geführt, wovon konjunktursensitive Anlageklassen profitierten“, erklärt Stefan Klocker von Semper Constantia. Die Wirkung werde noch etwas anhalten, wenngleich ein Großteil schon eingepreist sein dürfte und die grundlegenden Probleme noch nicht ansatzweise gelöst seien.

Die Geldpolitik der Zentralbanken stellt die Vermögensverwalter vor ernste Schwierigkeiten. Gerade weil die Branche sehr auf Sicherheit bedacht ist, hat sie in der Vergangenheit viel Geld in Anleihen gesteckt. Die Schuldverschreibungen von Staaten galten als besonders sicher. Ein Staat kann nicht pleitegehen, hieß es. Genau diese Regel gilt aber nicht mehr.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

09.10.2012, 13:03 Uhr

"Wirklich getraut haben sich das nur wenige Anleger. Selbst Profis verpassten die anschließende Rally. Inzwischen notiert der Dax wieder komfortabel über 7.000 Punkten."

Immer wenn ich so was lese, dann weiß ich wieder warum ich keine Aktien kaufe. Ich gehe schließlich auch nicht in die Spielbank.

Bernd

09.10.2012, 13:28 Uhr

Naja, ich denke wer nicht wagt der nicht gewinnt. Aktien sind ein gutes Anlagemedium um die Inflation zu schlagen und Ertrag zu generieren. Aber eben nur für gedulige und auch nervenstarke Anleger mit Fachwissen. Aktienhandel ist risikoreich aber definitiv kein Glücksspiel. Natürlich sollte man nicht bei hohen Kursen einsteigen und dann bei einer Talfahrt vor lauter Angst aussteigen.

Ich denke auch wenn der Euro irgendwann zerbricht, wird eine BASF nicht spurlos vom Boden verschwinden.

IQ9

09.10.2012, 14:09 Uhr

Hallo Bernd, ich gebe dir völlig Recht, aber in einem Detail liegst du falsch: mit dem Begriff "Fachwissen" dies ist nämlich völlig egal, die Chance eines jeden Investments beträgt 50 Prozent. Wenn eine Mehrheit eine größere Chance in einem Investment sieht dann wird der Kurs in Millisekunden genau auf das Level gehoben, bei dem Chance wieder 50 Prozent beträgt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×