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22.01.2007

10:59 Uhr

Insider-Barometer

Manager werden immer vorsichtiger

VonChristian Schnell

Unternehmenslenker und Privatanleger driften in ihrer Einschätzung zur künftigen Entwicklung der Aktienmärkte immer weiter auseinander. Während die Stimmung unter den Privatanlegern zuletzt euphorisch war – der Investor Confidence Index von JP Morgan lag im Dezember mit 65,8 Punkten auf dem dritthöchsten Niveau aller Zeiten –, trennen sich Deutschlands Top-Manager mehr und mehr von Aktien ihres Unternehmens.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen zusammen mit Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen veröffentlicht, ist von 98 auf 96 Punkte und damit so tief wie zuletzt im Mai letzten Jahres gesunken.

Aus Sicht von Rüdiger von Nitzsch, Professor an der RWTH Aachen, ist die bereits seit einigen Wochen zu beobachtende Entwicklung ein Indiz dafür, dass die Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt allmählich zum Stillstand kommt. Grundgedanke dahinter ist, dass die Insider deutlich eher als gewöhnliche Aktionäre Unternehmensentwicklungen erkennen und deswegen entsprechend agieren. In der Vergangenheit lagen sie damit meist richtig, wie die Grafik unten zeigt. Auf- und Abschwünge des Dax haben sie mit ihren persönlichen Aktiendeals vorweg genommen. Für Privatanleger war dies jeweils ein Indikator zur weiteren Kursentwicklung.

Für die negative Grundaussage der Fifam entscheidender als der geringe Rückgang des Insider-Barometers ist, dass es in den ersten Wochen des Neuen Jahres kaum noch Käufe von Vorständen, Aufsichtsräten und deren nahen Angehörigen gab. Insgesamt gehen die Deals von 160 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax, und SDax in die Berechnung des Barometers ein. Auf der Gegenseite stehen bei den Verkäufen prominente Namen wie die Dax-Werte Altana und Postbank sowie die Hypo-Vereinsbank (HVB), ebenfalls bis vor kurzem ein Dax-Wert. „Das Volumen der Insiderverkäufe überstieg zuletzt eindeutig das Volumen der Insiderkäufe“, sagt Rüdiger von Nitzsch.

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