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04.04.2006

08:32 Uhr

Interesse an kleinen Werten

Anleger blicken verstärkt auf die Nebenwerte

VonChristian Schnell

Früher Internet-Hysterie, New Economy und ein hohes Maß an Technologiehörigkeit, heute ein solides Management, unternehmerische Flexibilität und ein Gewinnwachstum, welches das der großen Dax-Titel noch in den Schatten stellt.

FRANKFURT. Die Kursgewinne bei den Nebenwerten im Jahr 2006 sind nicht nur deutlich rationaler zu begründen als damals, sie stellen auch die der Marktschwergewichte in den Schatten. Knapp elf Prozent hat der Dax im ersten Quartal zugelegt, 17 Prozent waren es bei den darunter angesiedelten Werten im MDax und 20 Prozent bei den technologielastigen TecDax-Aktien.

Im Gegensatz zu vielen Aktienstrategen, die bei den kleinen und mittleren Werten inzwischen von einer Überbewertung sprechen, reagieren viele Fondsmanager gelassen: „Auf Grund der Größe und Vielfalt des Aktienuniversums und der Tatsache, dass sich die Zusammensetzung der Indizes laufend verändert, gibt es immer wieder attraktive Aktien unter den europäischen Small Caps“, sagt Gillian Skinner, Fondsmanager bei Schroders in London.

Gewandelt hat sich auch die Einstellung der Privatanleger. Gerade sie, die sich nach den schlechten Erfahrungen des Neuen Marktes fast komplett aus diesem Bereich zurückgezogen haben, zeigen wieder verstärkt Interesse gerade an kleinen und mittleren Werten. Die hohen Kursgewinne und die Chance darauf, „eine noch unentdeckte Perle“ zu finden, sind die Gründe dafür. Unternehmen wie die im TecDax gelistete BB Biotech kennen dieses Phänomen und nutzen Möglichkeiten wie die Anlegermesse „Invest“ am vergangenen Wochenende in Stuttgart, um bewusst auf den Anleger zuzugehen. Des Weiteren spricht wie schon in früheren Zeiten für die Nebenwerte, dass sich hier die Modeströmungen stärker durchsetzen. Waren einst Internet und Biotechnologie, Telekommunikation und Medien bei Anlegern angesagt, so gelten diese Sektoren heute als „out“. Bestenfalls wenn in diesem Zusammenhang neue Trendthemen entstehen, beispielsweise aus dem Zusammenwachsen von Telekommunikation, Medien und Internet, könnte hier neue Phantasie entstehen, heißt es von Seiten der Deutschen Bank. Aktuell dominieren unter den aktuellen Strömungen die Nanotechnologie, Biometrie und die regenerativen Energien.

Wie in der richtigen Mode werden aber auch bei den Nebenwerten plötzlich wieder Schätze hervorgekramt, die lange Zeit völlig vergessen waren. Bestes Beispiel hierfür sind die Immobilienaktien. Ausgelöst durch den Boom bei Wohnungsprivatisierungen erleben Werte wie IVG, Vivacom oder der Börsenneuling Patrizia derzeit eine immense Nachfrage. Kleinere Titel wie Colonia Real Estate haben ihren Kurs innerhalb eines Jahres gar verzwanzigfacht. Weil internationale Investoren das Thema gerade erst entdeckt haben, ist diese Mode wohl noch eine Zeit lang angesagt.

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