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14.01.2007

09:20 Uhr

Internationale Aktienmärkte

Börsen der Schwellenländer gehen auf Talfahrt

Thailand und Venezuela verschrecken die Anleger – Investoren rechnen aber nicht mit einem Kurssturz wie im Frühjahr 2006.

LONDON. Die Aktienkurse an den Schwellenländerbörsen stehen seit sechs Tagen unter Druck. Der Emerging-Markets-Index von Morgan Stanley Capital International büßte in dem Zeitraum fünf Prozent ein. Gründe waren sinkende Rohstoffpreise und Konjunkturdaten aus den USA, die Befürchtungen auslösten, das globale Wachstum könnte sich abschwächen.

Belastend wirkte sich auch aus, dass Venezuela eine Forcierung der Verstaatlichungen ankündigte und Thailand neue Regeln für ausländische Investoren einführte, die das Vertrauen der Anleger erschütterten. In Indonesien sackten die Kurse so stark ab wie seit sieben Monaten nicht mehr, da Investoren befürchten, dass sich das Land dem Vorstoß Thailands anschließen könnte.

„Die jüngsten Maßnahmen von Thailand haben die Investoren daran erinnert, dass die Regierungen der Schwellenländer jederzeit neue Regeln einführen können, die für ausländische Anleger keinen Sinn ergeben“, sagt Phil Chen, Vermögensverwalter bei Grand Cathay Securities Investment Trust in Taipeh. „So eine Volatilität ist nichts für Investoren und sie werden es sich zweimal überlegen, bevor sie Geld in die Schwellenländer stecken.“ Der Schwellenländerindex von MSCI steuerte am Donnerstag auf das erste Plus nach sechs Verlusttagen zu und erholte sich um 0,5 Prozent auf 871,28 Punkte. Am Vortag war er noch um 1,2 Prozent abgesackt.

In Thailand hat der Leitindex SET seit Jahresbeginn 6,2 Prozent eingebüßt. Schon seit drei Jahren geht es an der Börse Bangkok stetig abwärts. Am Dienstag hatte die Regierung beschlossen, dass ausländische Investoren weder direkt noch über Mittelmänner 50 Prozent oder mehr eines thailändischen Unternehmens besitzen dürfen.

In anderen Schwellenländern machen den Aktien die schwachen Rohstoffpreise zu schaffen: Der russische RTS Index, in dem Energiekonzerne eine Gewichtung von mehr als 50 Prozent haben, hat seit Jahresbeginn sechs Prozent eingebüßt. Der Kurs von Lukoil, des größten russischen Ölproduzenten, sackte diese Woche mehr als zehn Prozent ab.

Anfang der Woche hatte der venezolanische Präsident Hugo Chavez angekündigt, dass er die Verstaatlichungen ausweiten werde. Als Folge brach der Leitindex um 19 Prozent ein, so stark wie nie zuvor. Investoren gehen allerdings nicht davon aus, dass den Schwellenländern wieder eine Bereinigung wie im Frühjahr 2006 bevorsteht, als die Aktien ein Viertel ihres Wertes verloren.

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