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06.12.2013

13:54 Uhr

Interview

„Jeder sollte Buffett im Depot haben“

VonJessica Schwarzer

In wenigen Tagen bekommt Eugene Fama den Nobelpreis. Vermögensverwalter Guy Kieffer setzt auf die Erkenntnisse des US-Wissenschaftlers. Was den Reiz dieser bald preisgekrönten Strategie ausmacht.

Tareno-Vermögensverwalter Guy Kieffer setzt auf die Forschungsergebnisse von Nobelpreisträger Eugene Fama.

Tareno-Vermögensverwalter Guy Kieffer setzt auf die Forschungsergebnisse von Nobelpreisträger Eugene Fama.

Guy Kieffer ist Partner der Vermögensverwaltung Tareno in Luxemburg. Die Tareno Gruppe verwaltet zwei Milliarden Euro. Die Gesellschaft verwaltet Fonds, die auf das Konzept setzen, für das der US-Wissenschaftler Eugene Fama gerade den Nobelpreis bekommen hat.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Kieffer, Ihre Anlagestrategie wurde mit dem Nobelpreis gekürt!
(lacht) Danke, aber genau genommen war es Eugene Fama, der für seine Forschung über Vermögenspreise geehrt wurde.

Seine Forschung ist aber Grundlage für Ihre Fonds.
Das stimmt. Wir arbeiten eng mit Dimensional Fund Advisors zusammen. Die Fondsstrategie von Dimensional beruht unter anderem auf Eugene Famas Forschung.    

Hat Sie der Nobelpreis überrascht?

Nein, überhaupt nicht. Das war in den vergangenen Jahren immer sehr spannend, schließlich war Eugene Fama schon mehrmals als potenzieller Nobelpreisgewinner genannt worden. Jetzt hat es endlich geklappt. Das freut mich sehr für ihn, denn er ist ein äußerst netter Mensch. Fama hat jahrelang die Effizienz der Märkte gepredigt.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

Eine nicht unumstrittene These…

Effiziente Märkte – in der Tat ein Thema, über das man lange streiten kann. Sind Märkte effizient oder sind sie es nicht? Eugene Fama sagt: Die Märkte suchen immer nach einem fairen Wert, denn Nachrichten sind schnell in den Kursen integriert. Dadurch ist es schwierig, die Kursentwicklung vorherzusehen. Es ist also fast unmöglich, eine bessere Rendite als die Marktrendite zu erwirtschaften. Diese Meinung teile ich mit ihm.

Ein anderer Nobelpreisträger, Harry Markowitz, predigt die Risikominimierung durch Streuung über verschiedene Anlageklassen.
Ich gebe auch Markowitz Recht: Je breiter Sie diversifizieren, desto mehr reduzieren Sie die Volatilität. Man kann das Risiko in einem Portfolio durch Diversifikation reduzieren, ohne negativen Einfluss auf die Rendite.  

Kommentare (3)

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ickeberlin

06.12.2013, 19:19 Uhr

was sind denn das für alberne klickmaschinen da in dem text? alles für die guten zahlen oder wie? bitte einfach f/schlüssigen fließtext produzieren und diesen nicht weiter zerhacken (über 7 seiten und dann noch einzelne sätze vorm leser verstecken - das geht zu weit und führt zu 0 wertungen), das internet selbst besteht schon aus links genug ... vielen dank

ickeberlin

06.12.2013, 19:20 Uhr

was sind denn das für alberne klickmaschinen da in dem text? alles für die guten zahlen oder wie? bitte einfach f/schlüssigen fließtext produzieren und diesen nicht weiter zerhacken (über 7 seiten und dann noch einzelne sätze vorm leser verstecken - das geht zu weit und führt zu 0 wertungen), das internet selbst besteht schon aus links genug ... vielen dank

Account gelöscht!

06.12.2013, 19:27 Uhr

Jeder sollte eine gute Verdauung haben, das ist viel wichtiger ;-)

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