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30.01.2012

09:07 Uhr

Interview mit Christoph Bruns

„Aktien sind völlig alternativlos“

VonJessica Schwarzer

Er trommelt unbeirrt für die Aktie. Christoph Bruns, Chef der Fondsboutique Loys,  hofft, dass Privatanleger endlich ihre Vorteile erkennen. Schließlich haben alle anderen Anlageformen „die Grätsche“ gemacht.

Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager der Fondsboutique Loys.

Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager der Fondsboutique Loys.

Christoph Bruns lässt keine Gelegenheit aus, um ein Plädoyer für die Aktie zu halten. Er ist ein sogenannter Stock-Picker und setzt mit seinem Fonds Loys Global auf unterbewertete Aktien mit Substanz. Einschätzungen zu konjunkturellen Wetterlage oder Markt-Timing-Strategien überlässt er gerne anderen.

Herr Bruns, Fondsmanager und Vermögensverwalter trommeln gerade heftig für die Emerging Markets. Sie auch?

Nein, ich bin kein Fan von Fonds, die ausschließlich auf Aktien von Unternehmen aus den aufstrebenden Schwellenländern setzen. Obwohl das natürlich eine Geschichte ist, die leicht zu verkaufen ist. Hohes Wachstum, die Vermögen der Menschen steigen, der Konsum auch, die Firmen profitieren…

 

Statt dessen…

…empfehle ich global investierende Aktienfonds. Also eine Auswahl internationaler Qualitätsaktien, die in fünf Jahren sicherlich wertvoller ist als heute. Auch wenn man natürlich nie genau wissen kann, wie sich die Märkte in Zukunft entwickeln: Qualität setzt sich auch an der Börse durch, vor allem langfristig.

 

Deutschen Anlegern ist das aber schwer zu vermitteln.

Das stimmt. Die Deutschen mögen die Aktie nicht. Das war schon immer so. Dabei bieten sich gerade jetzt gute Chancen, denn die deutschen Unternehmen sind klare Krisengewinner.

 

Gibt es einen Grund, warum die Deutschen kaum Aktien kaufen?

Im Gegensatz zu den USA oder Großbritannien ist die Altersvorsorge in Deutschland nicht an den Aktienmarkt gekoppelt. Uns fehlt deshalb eine langjährige Aktienkultur, ein erlerntes Vertrauen in die Märkte.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

 

Die Deutschen sind also zu ängstlich?

Viele haben sich vom Platzen der Internetblase und dem Absturz der T-Aktie noch nicht erholt. Sie haben schlechte Erfahrungen gemacht und der Börse den Rücken gekehrt. Das ist aber falsch, denn materieller Wohlstand kann nur in der Wirtschaft geschaffen werden – und an der beteiligt man sich mit Aktien.

 

Der Dax hat seit Jahresbeginn fast zehn Prozent zugelegt. Lockt das an die Börse?

Scheinbar nicht. Das gilt aber nicht nur für Privatanleger, auch die Institutionellen wie beispielsweise Vermögensverwalter oder Pensionsfonds stehen noch immer an der Seitenlinie. Wahrscheinlich müssen die Kurse noch weiter steigen, bis sie sich wieder an den Markt trauen.

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

30.01.2012, 09:13 Uhr

Selten so einen Blödsinn gelesen... Wieso findet man denn bitte nirgendwo wenn ein Schatz oder etwas altes von Opa und Oma gefunden wird auf dem Speicher, nie Staatspapiere oder Aktien in einer Truhe??? Schon mal jemanden gesehen der geschrien hat "Hurra ich habe Wertpapiere gefunden die 200 Jahre alt sind!"

Aktien mögen ihren Vorteil haben, aber alternativlos? Sorry aber es muss nur der Euro krachen, ein falsches Gerücht die Runde machen und meine Aktien sind nichts mehr wert oder so weit unten dass mir schlecht wird, Ebenso haben sie nicht mehr das geringste mit realen Werten eines Unternehmens zu tun!

Hansi

30.01.2012, 09:17 Uhr

Er schlägt seinen Vergleichsindex MSCI World nicht, sondern underperformt 5%.
Mehr muss man wohl nicht sagen.

DerInvestor

30.01.2012, 09:30 Uhr

hier noch ein Bild dazu:

http://www.fondsweb.de/chartvergleich/IE0032828273-FR0010135103-LU0107944042-FR0010148981-R120

"Das Thema Anleihen ist erst einmal durch". Herr Dr. Bruns, bei allem Respekt, Sie verwalten einen globalen Aktienfonds, aber wenn es um Anleihen geht ziehen Sie den Vergleich mit ausschliesslich deutschen Staatsanleihen. Das ist wirklich nicht seriös, schauen sie nur wie viel mehr Rendite Fonds erwirtschaften, die in Schwellenländeranleihen anlegen. Da ist ihr Fonds Schlusslicht. Auch ihr Kollege Carmignac lässt Sie mit seinem Mischfonds, und erst recht mit seinem Aktionfonds weit hinter sich.
Ich sage Ihnen was alternativlos ist: Sich selber zu informieren. Seien Sie Ihr eigener Berater, den besten den Sie je finden werden.

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