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11.12.2013

10:42 Uhr

Interview mit Klaus Kaldemorgen (Teil 2)

„Wir investieren wie Warren Buffett“

VonDörte Jochims, Dirk Wohleb

Klaus Kaldemorgen rät Anlegern, mehr Aktien zu kaufen. Im zweiten Teil des Interviews mit Handelsblatt Online verrät der bekannte Fondsmanager, worauf er setzt. Und warum er Immobilien und Gold lieber liegen lässt.

Klaus Kaldemorgen: Der langjährige Aktienfondsmanager will sich mit den besten Vermögensverwaltern messen. DWS

Klaus Kaldemorgen: Der langjährige Aktienfondsmanager will sich mit den besten Vermögensverwaltern messen.

Herr Kaldemorgen, im ersten Teil unseres Gesprächs haben Sie erläutert, wie der Ansatz ihres neuen Fonds Concept Kaldemorgen funktioniert. Lassen Sie uns jetzt zu Ihren Markteinschätzungen kommen. Sie sagten, dass Sie fallweise auch mit Währungen spekulieren - was machen Sie mit der jüngsten Prognose der Deutschen Bank, wonach der Euro im nächsten Jahr von derzeit 1,36 US-Dollar auf 1,15 Dollar sinken soll?
Auch wenn wir mit dem Fonds einzelne Währungswetten eingehen, vergesse ich nicht, dass Währungen sehr komplex und schwer vorherzusagen sind – schon weil politische Entscheidungen eine Rolle spielen. Den Dollar haben viele Experten schon in den vergangenen Jahren falsch vorhergesagt. Und wir sind froh, dass wir nicht zu viel davon im Portfolio hatten.

Warum ist denn das Euro-Dollar-Verhältnis entgegen der Vorhersagen bisher nicht gekippt?
Meiner Meinung nach wird die lockere Geldpolitik der US-Zentralbank generell als gefährlich angesehen. Das hat dem Euro genutzt. Die Europäer müssen aber nachlegen, denn die Banken zahlen Hilfen schneller als erwartet zurück. Dadurch schrumpft die EZB-Bilanz und Europa muss deshalb aufdrehen. Die unterschiedliche Geschwindigkeit der Geldpolitik könnte dann den Euro schwächen.

DWS-Prognose: Aktienmärkte

Aktienmärkte: Mehr Volatilität

Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität.

Anhaltende Niedrigzinsen

Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen.

Unternehmensgewinne sind die Kurstreiber

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head Europe, Middle East and Africa Equities. Er sagt: „In den vergangenen Jahren standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben.“

15 Prozent sind drin

Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots immer noch untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein.

Europäische Aktien

An europäischen Aktien führt nach Ansicht der DWS-Experten kein Weg vorbei. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig.

Solide: Zyklische Konsumgüter und Industrie

Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen über zu gewichten.

Wachstumsprofiteure: Small-Cap-Aktien

Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Sie gehen aber offensichtlich davon aus, dass die Geldpolitik im Euroraum locker bleibt. Das wäre doch gut für die Aktienmärkte…
Wir sind in Europa ja auch dreimal so stark gewichtet wie in den USA. Das sagt hier wohl alles. Es zeichnet sich ab, dass die Eurozone aus der Rezession kommt. Das sorgt für Fantasie – wenn wir auch für den Dax kurzfristig skeptisch bleiben. Die Frage ist natürlich auch, wie dauerhaft das ist. Denn die Erwartungen an die Geldpolitik sind hoch. Zugleich sind die Wachstumsszenarien sehr optimistisch. Das ist keine gute Kombination und wird uns womöglich Anfang nächsten Jahres beschäftigen.

Glauben Sie auch, dass es in den Schwellenländern wieder aufwärts geht?
Der Rutsch war an vielen Börsen heftig und begleitet von einer Korrektur der Rohstoffpreise, was wiederum zum Beispiel die Brasilianer und Russen stark getroffen hat. Einige Probleme waren aber auch hausgemacht. Ich würde etwa nicht in Indien investieren, solange die Handelsbilanz und die realen Renditen negativ sind. China oder Brasilien schauen wir uns hingegen wieder an.

Kommentare (6)

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Ofelas

11.12.2013, 10:57 Uhr

"Wir investieren wie Warren Buffet"

Dann besser das original, und Gold habe ich damit ich nicht arm werde und nicht um reich zu werden

wolfsseele

11.12.2013, 12:36 Uhr

Es wird wieder einmal Zeit...alle äffen die Goldfloskel nach...In Indien wurde der private Besitz von Gold verboten. Recht haben Sie, dass man dann gleich das Original nehmen sollte. Aber: auch zu dessen Einstiegszeiten! Da muss man nicht einem Fondsmanager ähhh...Fondsnachäffer satte Provisionen für in seinem Fall neue Harlie Davidsons zahlen!

Hedgehog

11.12.2013, 13:23 Uhr

@wolfsseele
Der private Besitz von Gold wurde in Indien nicht verboten, sondern kurzfristig der Import von Gold, da Indien seine Zahlungsbilanz und seine Währung stärken will. Handelsblatt kaufen bildet. :o)

Diese Artikel könnte auch aus einer Werbebroschüre stammen. Mir sind diese Interviews zu unkritisch.

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