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27.08.2011

14:54 Uhr

Interview mit Merck-Finck-Bankiers

„Es wird eine neue Finanzarchitektur geben“

Die beiden Privatbankiers Alexander Wegner und Josef Kaesmeier von Merck Finck sprachen mit Handelsblatt Online über den Goldrausch, labile Währungen und die Aussichten für deutsche Aktien.

Alexander Wegner leitet die Frankfurter Niederlassung von Merck Finck.

Alexander Wegner leitet die Frankfurter Niederlassung von Merck Finck.

Herr Wegner, gerade einmal drei Wochen beim neuen Arbeitgeber – und schon müssen Sie Ihren Kunden erklären, warum an der Börse die Kurse verrückt spielen …

Wegner: Die vergangenen Wochen waren zweifellos fordernd. Für uns, aber natürlich auch für die Kunden. Ein solcher Absturz an der Börse ist nicht alltäglich. Wir haben mit jedem, den wir erreichen konnten, sehr intensiv über die aktuelle Situation an den Märkten gesprochen, bei Bedarf sofort gehandelt oder individuelle Strategien entwickelt.

Und wie sehen die aus?
Wegner: Das lässt sich nicht pauschalisieren, so etwas ist immer vom Einzelfall abhängig. Wir beraten sehr individuell; jeder Kunde ist anders, was seine Anlageziele und -Wünsche betrifft. Generell aber lässt sich beobachten, dass die Kunden aus den Krisen vergangener Jahre gelernt haben. Sie sind wesentlicher gelassener, als Sie das vielleicht glauben mögen.
Kein bisschen Panik?
Wegner: Verunsicherung ja, Panik nein. Auch wenn das Umfeld sehr nervös und deshalb alles andere als einfach ist.

Wie muss man sich so ein Kundengespräch vorstellen? Der Dax fällt fünf Prozent, Sie rufen bei Kunde Müller an und sagen, dass alles nicht so schlimm ist?
Wegner: Nein, so funktioniert das nicht,  das wäre unseriös. Unsere Kunden erwarten eine klare Meinung und Handlungsempfehlungen von uns – und die bekommen sie auch. Wenn wir weitere Risiken sehen, dann sagen wir das. Unsere Kunden können sich auf unabhängiges Urteil verlassen.

Und was sagen Sie ihnen, wie es mit der Konjunktur weitergeht, droht die nächste Rezession, die nächste Krise?
Kaesmeier: Ich würde es nicht als nächste Krise bezeichnen. Wir hatten in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren einen sehr schönen Aufschwung, der sich nun verlangsamt. In den USA war das Wachstum ohnehin schwächer. Vermutlich werden wir eine Phase bekommen, in der die etablierten Volkswirtschaften nur noch sehr langsam wachsen, langsamer als wir uns das vielleicht wünschen. Für manchen mag sich das dann auch wie eine Krise anfühlen.

Gehen wir davon aus, die Konjunktur hält sich einigermaßen, sollten Anleger dann Aktien kaufen?
Kaesmeier: Der deutsche Aktienmarkt ist auf dem aktuellen Niveau durchaus attraktiv bewertet. Die Weltwirtschaft wächst, insbesondere dank der Schwellenländer. Die Nachfrage von dort hilft auch den heimischen Unternehmen.

Kommentare (1)

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27.08.2011, 07:10 Uhr

Interessant finde ich, dass die Notwendigkeit einer neuen Finanzarchitektur erwähnt wird. Leider wird diese Aussage nicht sonderlich spezifiziert.

Was wäre wünschenswert? Welches Ungemach könnte kommen?

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