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14.06.2012

09:50 Uhr

Investment

Wie nachhaltige Anlagen das Risiko verringern

VonSusanne Bergius

Ökologische und soziale Aspekte senken das Risiko bei der Geldanlage. Das zeigt eine neue Studie, die die Schwankungsbreite von Depots gemessen hat. Aber: Mehr Sicherheit bedeutet auch weniger Wertsteigerung.

Umweltfonds können das Risiko im Depot vermindern. dpa

Umweltfonds können das Risiko im Depot vermindern.

BerlinWer öko-soziale Kriterien bei der Geldanlage beachtet, kann mittel- bis langfristig sein Risiko im Depot stark senken. Allerdings dämpft eine höhere Sicherheit teils das Wertsteigerungspotenzial. Das ergab die erste großangelegte Studie zur Verbesserung existierender Depots durch nachhaltige Investmentfonds, die dem Handelsblatt vorliegt. Tetralog Systems, München, und das Good Growth Institut, Hennef, haben geprüft, ob nachhaltige Anlagen geeignet sind, das Risiko - gemessen anhand der Schwankungsbreite des Depotwerts - zu verringern. Dann würde ein Depot bei Börsenflauten nicht mehr so stark einbrechen.

Meist messen Performancevergleiche nur Renditen. Diese Studie aber analysierte die Risiken anhand 1 000 realer privater Wertpapierdepots mit einem Gesamtvolumen von 91 Millionen Euro, die Tetralog 2007 erfasst hatte. Diese hat der IT-Anbieter nach einem Verfahren des Wirtschaftsnobelpreisträgers Harry Markowitz mathematisch optimiert. Einige Investments werden dabei durch Produkte ersetzt, die eine bessere Streuung des Depots bewirken. In diesem Fall wurden Investments einmalig und in einer zweiten Variante jährlich durch leistungsstarke Nachhaltigkeitsfonds ersetzt. Solche Fonds prüfen, ob Unternehmen und Anleiheemittenten Klima- und Umweltschutz betreiben, die Menschen- und Arbeitsrechte wahren und Korruption verhindern.

Der Vergleich der Ausgangsdepots mit denen der veränderten Depots über fünf Jahre liefert klare Ergebnisse: Die einmalige Optimierung senkte 2007 die Schwankungsbreiten um durchschnittlich 25 Prozent gegenüber den Ausgangsdepots. Die Finanzkrise hat diesen Effekt reduziert, jedoch sind die optimierten Portfolios zum 1.5.2012 noch immer zehn Prozent weniger schwankungsanfällig. Sie haben zudem durchschnittlich drei Prozent mehr Wert als die Ausgangsdepots.

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