Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.06.2012

14:43 Uhr

Investmentchancen

Chinas neue Mittelklasse im Kaufrausch

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Verbraucher im Reich der Mitte entdecken das Geldausgeben. Noch schlägt sich der Konsumboom nicht in den Börsenkursen nieder. Das Gute daran: Anleger können immer noch günstig investieren.

Ansturm: Die Chinesen haben ihre Lust am Kaufen entdeckt. AFP

Ansturm: Die Chinesen haben ihre Lust am Kaufen entdeckt.

Lanzhou/PekingEin gelbes, ein rotes und eins mit grünen Streifen: Zhang Xiaomei kauft gleich drei Paar Turnschuhe. "Die Farben sollen zu meinen neuen T-Shirts passen", erklärt die 27-jährige Büroangestellte ihren Großeinkauf beim chinesischen Sportartikelhersteller "361 Grad". Die Filiale liegt im künstlich beleuchteten Keller der Shopping-Mall Vanguard in der chinesischen Provinzstadt Lanzhou. Ihr Freund trägt ihr die Tüten aus anderen Geschäften hinterher. "Als nächstes ist die Kosmetikabteilung im Erdgeschoss dran", kündigt sie an.
China geht einkaufen. Lanzhou liegt fast tausend Kilometer landeinwärts von Peking und war bisher eher als Standort für dreckige Petrochemie bekannt. Doch auch hier reihen sich heute Autohäuser von Volkswagen und Toyota aneinander, auch hier sind in den vergangenen Jahren große Shopping-Malls entstanden.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Nicht nur in China, sondern auch in den umliegenden Ländern in Fernost kommt der Aufstieg voran. Asiens neue Mittelklasse leistet sich mehr und immer teurere Produkte. Politisch gestützt, sollen die steigenden Ausgaben einer der wichtigsten Wachstumsträger der Welt werden.

Von der Entwicklung der asiatischen Mittelklasse können auch die Anleger in anderen Ländern profitieren. "Der aufstrebende Konsum der Chinesen führt zu einem deutlichen Investitionsschub und daher auch langfristig zu steigenden Aktienkursen der entsprechenden Branchen", sagt Marktstratege Shao Yu von dem Shanghaier Wertpapierhaus Oriental Securities.

China-Aktien: Wer vom Konsumboom profitiert

China-Aktien

Wer vom Konsumboom profitiert

Von Mobilfunkunternehmen bis hin zu Brauereien - in China boomt derzeit alles. Besonders der Volkswagen-Konzern profitiert von der Kaufkraft im Reich der Mitte. Dennoch sind nicht alle Aktien so billig wie erwartet:

Eine Investmentstrategie, die auf Asiens steigenden Konsum setzt, basiert laut Shao auf zwei Arten von Aktien. Das sind einerseits Werte von Anbietern unentbehrlicher Waren für den täglichen Bedarf. In die zweite Gruppe fallen Produkte, die darüber hinausgehen - meist längerfristige Anschaffungen. Zur ersten Kategorie gehören beispielsweise Lebensmittel, Getränke oder Hygienepapier. "Dieser Bereich wird in einem Schwellenland zuerst profitieren", sagt Shao. Die Gruppe der weniger entbehrlichen Konsumwaren - etwa Autos, Mode oder Elektronik - erhält einen kräftigen Schub von der Regierungspolitik. Hinzu kommt: Die Chinesen geben derzeit gerne ihr Geld für Sachen aus, die Spaß machen oder Prestige bringen.

Das derzeit sinkende Wachstum und größere Skepsis der ausländischen Industrie sind kein Hindernis - im Gegenteil, sie sind eher ein Symptom der Wandlung zur Konsumgesellschaft. "Wir beschleunigen derzeit die Transformation unseres Entwicklungsmodells", sagte Premier Wen Jiabao kürzlich bei seiner jährlichen Regierungserklärung. "Dazu dehnen wir die Binnennachfrage energisch aus, und hier insbesondere die Verbrauchernachfrage."

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

KES

02.06.2012, 15:20 Uhr

soso, die Chinamänner stehen also am Louis Vuitton Laden Schlange an als gäbs bei Aldi ne Ladung billig Laptops. Klar der Duchschnittchinese mit hat natürlich 1500 Dollars für son Handtäschchen mal eben über.
Hier wird man doch verarscht wo man daneben steht.. LOL

Account gelöscht!

02.06.2012, 15:45 Uhr

Kes, vermutlich gehts da nicht um den durchschnittschinesen sondern um die die sich das leisten können, dürften bei 1,5 mrd leuten ne menge sein.

Tabu

02.06.2012, 15:46 Uhr

Wirtschaftsboom in China..Es ist alles nur geklaut,sangen die Prinzen einst.Was das unserer Wirtschaft bisher gekostet hat,geht in den hohen dreistelligen Milliardenbereich.So kann man natürlich auch ein Land nach vorne bringen.Nur,ehrlich und fair sieht anders aus.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,465041,00.html

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×