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06.01.2008

09:30 Uhr

Investmentmöglichkeiten

Rendite für die Umwelt

VonUdo Rettberg

Immer mehr Kapital investiert die Finanzwelt in die gefährdeten Ökosysteme dieser Welt. Populär sind dabei vor allem Investments in Maßnahmen zur Verlangsamung des Klimawandels und zur Verbesserung des Welt-Wassermarktes. Experten sind sich einig: Mutter Erde ist eine der größten Investmentmöglichkeiten überhaupt.

Rund um den Globus wurden Fonds, Indexfonds und Zertifikate rund um die Themen Klimawandel, Wald und Wasser emittiert. Foto: dpa dpa

Rund um den Globus wurden Fonds, Indexfonds und Zertifikate rund um die Themen Klimawandel, Wald und Wasser emittiert. Foto: dpa

FRANKFURT. Mark Fulton, globaler Leiter des Bereichs Strategie-Planung bei der Deutschen Bank, spricht davon, dass der politisch gewollte und von den Regierungen im Zuge des Kyoto-Protokolls der Uno geprägte Markt für Emissionsrechte einen Megatrend kreiert, der in den in nächsten zwanzig bis dreißig Jahr "signifikant wachsen wird".

Peter Clarke, Vorstandschef der weltgrößten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group in London, sieht in Investments in die Ökosysteme der Welt nicht nur eine riesige Aufgabe für die Weltgemeinschaft. Clarke ist sich sicher, dass aus diesem Megatrend letztlich "sehr interessante Investmentmöglichkeiten resultieren werden", die es zu nutzen gelte.

Nicht wenige der auf diesen Gebieten tätigen Finanzmarkt-Akteure sind einstmals aktive Umweltschützer, die heute als Manager von Private-Equity-Unternehmen oder von Hedge-Fonds die Chance nutzen, eine Brücke zwischen Ökologie und Ökonomie zu schlagen. Gemeinsam mit einer immer stärker zunehmenden Zahl von Banken suchen diese modernen Finanzinvestoren verstärkt nach Öko-Lösungen für Mutter Erde. Sie investieren eigenes und fremdes Kapital zum Beispiel in die Märkte für Biotreibstoffe, Solar- und Windenergie, Energie- und Wassertechnologien und andere Cleantech-Sektoren sowie in Agrarrohstoffe und in den stetig wachsenden Markt für CO2-Emissionszertifikate.

Bryan Martel, geschäftsführender Partner der Environmental Capital Group, wird konkreter. Der als Berater unter anderem für die weltgrößte Pensionskasse Calpers tätige Martel glaubt, dass der Markt für Produkte und Dienstleistungen rund um den Klimaschutz - der sogenannte "Carbon Market" - für die kommenden Jahrzehnte ein Potenzial von rund 150 Billionen US-Dollar aufweist. Gemessen an der aktuell bei rund 65 Billionen US-Dollar liegenden Marktkapitalisierung der Weltbörsen oder dem vom IWF für das Jahr 2007 auf 51 Billionen US-Dollar geschätzten Welt-Bruttosozialprodukt eröffnet sich hier ein riesiges Potenzial für die Akteure in der Finanzwelt.

Noch befinden sich diese Märkte jedoch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung. Nach Berechnungen der International Emissions Trading Association (IETA) erreichte der Markt für CO2-Emissionsrechte (EUA) im vergangenen Jahr ein Volumen von knapp 70 Mrd. US-Dollar, was im Jahresvergleich einer Verdoppelung gleichkommt. Für Richard Sandor, Gründer der Klimabörsen CCX in Chicago und ECX in Amsterdam und Pionier bei der Entwicklung von Ökologie-Derivaten, steht jedoch fest, dass ökologische Investments weltweit einen Siegeszug erleben werden.

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