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02.02.2011

08:26 Uhr

Investmentstrategie

Staatsfonds meiden USA und Europa

VonAnne Kunz

Die mächtigen Staatsfonds aus Asien und den reichen Ölstaaten am Golf zeigen den Industrieländern zunehmend die kalte Schulter und investieren ihre Milliarden inzwischen lieber vor der eigenen Haustür. Die Schwellenländer versprechen nicht nur höhere Renditen, sondern gelten mittlerweile auch als sicher.

Euro und Dollar sinken in der Gunst der Staatsfonds. Reuters

Euro und Dollar sinken in der Gunst der Staatsfonds.

LONDON. "Die Investitionen der Fonds verschieben sich signifikant in Richtung der Emerging Markets", sagt John Nugée vom US-Vermögensverwalter State Street. State Street ist der weltweit größte Vermögensverwalter für institutionelle Anleger und hat gerade eine der wenigen systematischen Studien über die noch immer sehr diskreten Staatsfonds veröffentlicht.

"Die Manager werden ihre Investmentstrategien grundlegend ändern", sagt State-Street-Manager Nugée. Die Emerging Markets versprächen nicht nur höhere Renditen, sondern gälten mittlerweile auch als sicherer Hafen, der Schutz vor Turbulenzen der großen Währungen wie Euro oder Dollar biete.

In den vergangenen Jahren hatten die Investitionen der Staatsfonds in den USA und Europa dazu beigetragen, die Folgen der Finanzkrise abzufedern. Doch die Anlagen entpuppten sich im Nachhinein häufig als Verlustbringer. Einige prominente Staatsfonds hatten sich auch bei Banken eingekauft. Insgesamt investierten sie 69 Milliarden Dollar und machten zeitweise Verluste in Höhe von 25 Milliarden Dollar. So verbuchte einer der weltgrößten Staatsfonds, die Government of Singapore Investment Corp, mit ihrer Beteiligung bei der Schweizer UBS einen Verlust von 3,7 Milliarden Euro. "Die vergangenen vier Jahre waren wie ein Stresstest für die Sovereign Wealth Funds und zeigten, dass sie nicht ausreichend für Marktunruhen gerüstet sind", meint Nugée.

Vor diesem Hintergrund sieht der State-Street-Manager den Wechsel im Investmentstil. Die Staatsfonds gehen vom aktiven zum passiven Asset-Management über. Aktives Management galt in den vergangenen Jahren als erste Wahl: Die Manager versuchten, durch chancenreiche, aber riskante Investments, hohe Renditen zu erzielen und damit besser abzuschneiden als der Marktdurchschnitt. Nun wollen die Manager lieber auf Schwellenländer-Indizes setzen und nehmen dafür auch geringere Gewinne in Kauf.

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