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05.10.2017

19:26 Uhr

Italien

Notenbank hadert mit neuen Regeln zu Problemkrediten

Italiens Notenbank drängt offenbar auf eine Aufweichung neuer Richtlinien der EZB-Bankenaufsicht für den Umgang mit notleidenden Krediten. Auf Italiens Banken entfallen rund 30 Prozent des Bergs an Problemkrediten.

Auf Italiens Banken entfallen rund 30 Prozent des mehr als 900 Milliarden Euro großen Bergs an Problemkrediten, den Geldhäuser der Euro-Zone inzwischen aufgetürmt haben. dpa

Monte dei Paschi

Auf Italiens Banken entfallen rund 30 Prozent des mehr als 900 Milliarden Euro großen Bergs an Problemkrediten, den Geldhäuser der Euro-Zone inzwischen aufgetürmt haben.

RomItaliens Notenbank drängt einem Insider zufolge auf eine Aufweichung neuer Richtlinien der EZB-Bankenaufsicht für den Umgang mit notleidenden Krediten. Die Bank von Italien wolle zumindest erreichen, dass mit Sicherheiten unterlegte, neu als Problemdarlehen eingestufte Kredite ausgenommen werden, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch der Altbestand an faulen Krediten solle ausgegliedert werden. Die neuen Vorschriften der EZB-Bankenaufseher sollen zwar nur für solche Kredite gelten, die ab Januar 2018 neu als ausfallgefährdet eingestuft werden. Italien befürchtet aber offensichtlich, dass diese künftig auch für den Bestand an Problemdarlehen in den Bankbilanzen gelten werden.

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Auf Italiens Banken entfallen rund 30 Prozent des mehr als 900 Milliarden Euro großen Bergs an Problemkrediten, den Geldhäuser der Euro-Zone inzwischen aufgetürmt haben. Investoren befürchten, dass die am Mittwoch angekündigten neuen Regelungen der EZB-Bankenwächter dazu führen, dass die Institute noch mehr Kredite abschreiben müssen.

Die EZB-Aufseher wollen mit ihren neuen Regeln dafür sorgen, dass es nicht erneut zu einem übermäßigen Anwachsen von Problemkrediten in den Bankbilanzen kommt. Von den Instituten wird künftig mehr Vorsorge für faule Kredite gefordert. Dabei sehen die Richtlinien vor, dass ab 2018 alle neu als notleidend eingestuften Darlehen schrittweise vollständig über Rückstellungen abgedeckt werden müssen.

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Bei neuen unbesicherten Problemkrediten soll nach zwei Jahren eine 100-prozentige Abdeckung erreicht werden, bei neuen besicherten Problemdarlehen spätestens nach sieben Jahren. Sollten Institute davon abweichen, müssen sie dies der Aufsicht begründen.

Zu den Vorgaben soll es Ende November eine öffentliche Anhörung bei der EZB geben. Die Konsultationen sollen am 8. Dezember enden. Dem Insider zufolge hofft die Bank von Italien, dass die Richtlinien im Laufe des Konsultationsprozesses noch angepasst werden. Bis Ende des ersten Quartals 2018 will die EZB-Bankenaufsicht zudem Maßnahmen vorstellen, wie mit den Altbeständen an ausfallgefährdeten Darlehen umgegangen werden soll.

Von

rtr

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