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26.01.2012

14:10 Uhr

IW-Papier

So könnte die EZB Griechenland ohne Verlust helfen

Eine Beteiligung der EZB am Schuldenschnitt wurde prompt zurückgewiesen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) legt jetzt einen Vorschlag vor, wie die EZB mit EFSF-Hilfe Griechenland trotzdem helfen könnte.

Der Rettungsschirm EFSF könnte die Griechenland-Anleihen der EZB übernehmen. dpa

Der Rettungsschirm EFSF könnte die Griechenland-Anleihen der EZB übernehmen.

BerlinDas arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht einen Weg, wie die Europäische Zentralbank (EZB) ohne Verluste zur Umschuldung Griechenlands beitragen kann. Die EZB könnte griechische Staatsanleihen, die sie am Finanzmarkt mit einem Abschlag angekauft hat, zunächst zu diesem niedrigen Preis an den Rettungsfonds EFSF veräußern, wie aus dem Reuters am Donnerstag vorliegenden Vorschlag hervorgeht. Der Fonds solle dann den Differenzbetrag zwischen diesem Preis und dem Ursprungswert der Anleihen zum Schuldenerlass beisteuern. Der EFSF würde demnach die Bonds bis zum Ende der Laufzeit halten und dann den vollen Betrag zurückbekommen.

„Auf diese Weise würden Griechenlands Schulden weiter sinken“, heißt es in dem IW-Papier. Die EZB werde damit nicht belastet und ihre Unabhängigkeit nicht in Zweifel gezogen. Auch der Steuerzahler bleibe von diesen Kosten verschont. „Allerdings würden die verfügbaren Hilfsmittel des Euro-Rettungsschirms dadurch etwas geschmälter“, formulierte das Institut. Die EZB hält derzeit griechische Staatsanleihen im Umfang von rund 40 Milliarden Euro. Das Land verhandelt derzeit mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt. Sollten nicht genug private Geldgeber für den freiwilligen Forderungsverzicht und Anleihetausch gewonnen werden, rückt auch die angepeilte Senkung der griechischen Schuldenlast um 100 Mrd. Euro weiter in die Ferne.

Gerade erst wurden Zeitungsberichte dementiert, denen zu Folge Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), die EZB dazu gedrängt hätte, sich auch am Schuldenschnitt zu beteiligen. Im Zuge dieser Debatte gerieten die griechischen Staatsanleihen im Portfolio der EZB in den Blickpunkt, die die Bank seit Mai 2010 im Kampf gegen die Schuldenkrise erworben hat. Da Griechenland seinerzeit bereits angeschlagen war, hat die EZB die Papiere mit Abschlägen auf den Nennwert gekauft. Veräußert die EZB die Anleihen wie bislang geplant zum Laufzeitende, bekäme sie jedoch den Nennwert in voller Höhe ausgezahlt und würde einen Gewinn erzielen – vorausgesetzt, Griechenland geht nicht zuvor pleite.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Delinix1

26.01.2012, 16:11 Uhr

Na wunderbar. Nachdem die EZB sich nun schon mal als BAD-Bank verhalten hat - warum soll sie mit den Dingern nicht auch gleich zocken?

Adolf

27.01.2012, 17:11 Uhr

"Der EFSF würde demnach die Bonds bis zum Ende der Laufzeit halten und dann ""den vollen Betrag zurückbekommen."
Träume Kinderlein, träume, la,la,la,la,

Arminius

27.01.2012, 17:25 Uhr

Die enorme Gewinne die deutsche Konzerne im Euroraum realisiert haben, sind, wegen des starken Euro, zum größten Teil ins Nichteuroausland reinvestiert worden. Es werden Fabriken in der ganzen Welt gebaut oder gekauft mit Gewinne die im Euroraum realisiert wurden.
Wir erleben, über den permanenten deutscher Leistungsbilanzüberschuss, eine Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland.
Fast 50% Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Portugal, 30% in Italien, von Griechenland ganz zu schweigen.
Wie Blutsauger saugen diese Leistungsbilanzdefizite die Substanz aus den Defizitländern!
Perversität ad absurdum, es wird vom Rettungsschirm erzählt, dabei tun sie das was der Räuber der Geld für den Bus dem Beraubt zurück gibt.
Das dürfen wir uns Europäer aller Couleurs und aller Ländern nicht gefallen lassen, mit allen Mitteln, legal oder illegal, muss das gestoppt werden.

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