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11.12.2015

09:48 Uhr

Jahresendspurt für Anleger

„Ein turbulentes, nicht unattraktives Aktienjahr“

VonJessica Schwarzer

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und dann wird bekanntlich abgerechnet. Auch Vermögensverwalter müssen Bilanz ziehen. Ein paar Handelstage bleiben ihnen aber noch, um ihr Ergebnis zu verbessern. Wie das geht.

Ob Athletik oder Geldanlage - wer kommt zuerst durch das Ziel. dpa

Endspurt

Ob Athletik oder Geldanlage - wer kommt zuerst durch das Ziel.

DüsseldorfTurbulent, nervenaufreibend und ziemlich herausfordernd – das Jahr 2015 hatte es ihn sich. Und es ist bekanntlich noch nicht vorbei. Übermäßig beschaulich dürften die letzten Handelstage auch nicht werden. Mit der als relativ sicher geltenden Zinserhöhung der US-Notenbank – der ersten seit neun Jahren – steht noch eine Belastungsprobe bevor.

Auch die Teilnehmer des Depot-Contests der Münchener DAB Bank schauen mit Argusaugen auf die Märkte. „Der Dax wird im Vorfeld der Fed-Entscheidung vom 16. Dezember noch etwas Druck bekommen und könnte technisch bedingt auf bis zu 10.400 Punkte fallen“, sagt Burkhard Wagner von Partners Vermögensmanagement. Die Zinserhöhung sollte dann wie eine Erlösung wirken und eine Mini-Haussee bei Aktien und Anleihen auslösen. „Ein Dax-Stand von über 11.000 Punkten zur Jahreswende erscheint realistisch.“

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

Üblicherweise ist der Dezember statistisch gesehen ein positiver Monat für Aktien, vor allem in einem Vorwahljahr für den amerikanischen Präsidenten. „Gleichwohl erwarten wir keine stark steigenden Kurse mehr“, sagt Uwe Brettschneider von Mademann & Kollegen. Für den Dax könnten wir uns rund 11.200 Punkte vorstellen, für den S&P 500 etwa 2.100 Punkte.“

So optimistisch ist Nils Petersen nicht. „Wir rechnen bis zum Jahresende weiterhin mit volatilen Märkten“, sagt der Fondsmanager der Top Vermögensverwaltung. Bis zur Fed-Sitzung werde weiterhin große Unsicherheit herrschen und die trage sicher nicht zu einer Jahresendrally an den Börsen bei. „Auch wenn, wie von vielen bereits propagiert, eine Zinsanhebung in den USA bereits in den aktuellen Kursen eingepreist ist“, ergänzt er.


Der Anlageprofi belegt mit einem Kursplus von 7,7 Prozent aktuell den zweiten Platz in der Kategorie Ausgewogen (Stand: 10. Dezember). Der Abstand auf den Erstplatzierten, die Heemann Vermögensverwaltung, ist allerdings recht groß. Deren Strategie, „Aktien mit höchster Qualität zu moderaten Preisen zu kaufen“, brachte immerhin eine Performance von 14,8 Prozent.

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