Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.11.2013

18:59 Uhr

Janet Yellen

Bankenausschuss stimmt für designierte Fed-Chefin

Janet Yellen hat auf ihrem Weg zum Fed-Chefposten eine wichtige Hürde genommen: Der Bankenausschuss der Kongresskammer steht hinter ihr. Yellen wäre die erste Frau an der Spitze der mächtigsten Zentralbank der Welt.

Yellen bei ihrer Anhörung im Bankenausschuss des Senats: „Ich halte es für unerlässlich, alles zu tun, um eine sehr starke wirtschaftliche Erholung zu fördern." Reuters

Yellen bei ihrer Anhörung im Bankenausschuss des Senats: „Ich halte es für unerlässlich, alles zu tun, um eine sehr starke wirtschaftliche Erholung zu fördern."

WashingtonDie designierte US-Zentralbankchefin Janet Yellen hat eine wichtige Hürde bei ihrer Bestätigung im Senat genommen. Der Bankenausschuss der Kongresskammer stellte sich am Donnerstag mit 14 zu acht Stimmen hinter Yellens Nominierung. Nun muss noch das Plenum des Senats grünes Licht für die Personalie geben, ein Votum wird im Dezember erwartet.

Yellen soll zum 1. Februar 2014 auf Ben Bernanke folgen und wäre in der hundertjährigen Geschichte der Federal Reserve die erste Frau an der Spitze der mächtigsten Zentralbank der Welt. Die 67-jährige promovierte Ökonomin steht für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik, mit der die Fed seit Ende 2008 gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise ankämpft.

„Ich halte es für unerlässlich, alles zu tun, um eine sehr starke wirtschaftliche Erholung zu fördern", hatte Yellen vergangene Woche bei ihrer Anhörung im Bankenausschuss des Senats gesagt. Unter ihrer Führung werde die Zentralbank "den Willen und das Engagement" an den Tag legen, das Wachstum und den Arbeitsmarkt zu stärken. Zugleich machte Yellen aber deutlich, dass die milliardenschweren Anleihenkäufe der Federal Reserve "nicht für immer" weitergeführt werden könnten.

Kritiker befürchten, dass die Geldschwemme zu einer Spekulationsblase an den Finanzmärkten führen könnte. Vor allem im republikanischen Lager gibt es deshalb Vorbehalte gegen Yellen. "Die langfristigen Kosten dieser Politik sind unklar und besorgniserregend", erklärte Senator Michael Crapo. Der oberste Republikaner im Bankenausschuss verweigerte Yellen die Unterstützung. Dennoch galt eine Bestätigung auch im Plenum des Senats als sehr wahrscheinlich, da die Demokraten von Präsident Barack Obama in der Kongresskammer die Mehrheit haben.

Obama hatte Yellen im Oktober nominiert. Die bisherige Vizechefin der Fed wurde als Favoritin für den Posten gehandelt, seit der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers seine Kandidatur Mitte September zurückgezogen hatte. In den 90er Jahren diente sie unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton als Wirtschaftsberaterin im Weißen Haus. Mehr als ein Jahrzehnt verbrachte Yellen auf verschiedenen Posten bei der Federal Reserve, 2010 wurde sie von Obama zur Vizechefin der Notenbank ernannt.

Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Fed hatte auf seiner Sitzung am 29. und 30. Oktober beschlossen, vorerst weiter jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Umfang von 85 Milliarden Dollar (knapp 63 Milliarden Euro) zu kaufen, um den wirtschaftlichen Aufschwung zu stützen. Den Leitzins beließen die Notenbanker auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Solange die Arbeitslosigkeit in den USA über 6,5 Prozent liegt, will die Federal Reserve an diesem Niveau nicht rütteln. Im Oktober betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent.

Aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung geht hervor, dass die Fed weiter einen Ausstieg aus dem Anleiheprogramm plant. Der genaue Zeitpunkt blieb allerdings unklar. Bernanke, Yellen und die anderen Ausschussmitglieder rechneten demnach lediglich damit, dass die Anleihenkäufe "in den kommenden Monaten" zurückgefahren werden. Die nächste Zinssitzung der Fed findet am 17. und 18. Dezember statt.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×