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12.10.2016

11:02 Uhr

Japans Geldpolitik

Währungshüter signalisieren Zurückhaltung

Nachdem das Land lange von einer Deflation geplagt wurde, will Japans Notenbank für steigende Preise sorgen. Besonders eilig hat sie es beim Erreichen des selbst gesteckten Zieles aber offenbar nicht.

Die Währungshüter nehmen jährlich 80 Billionen Yen (knapp 710 Milliarden Euro) in die Hand, um Wertpapiere zu kaufen und so die Wirtschaftsflaute bekämpfen. AFP; Files; Francois Guillot

Einkaufsstraße in Tokio

Die Währungshüter nehmen jährlich 80 Billionen Yen (knapp 710 Milliarden Euro) in die Hand, um Wertpapiere zu kaufen und so die Wirtschaftsflaute bekämpfen.

Matsumoto/TokioJapans Währungshüter signalisieren Zurückhaltung beim weiteren Öffnen der Geldschleusen. Aus dem Führungskreis der Bank of Japan (BoJ) sprach sich mit Yutaka Harada ein Befürworter einer ausgesprochen laxen Linie für eine ruhige Gangart aus. „Der Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt setzt sich zurzeit fort, so dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik wohl nicht nötig sein dürfte“, sagte er am Mittwoch vor Reportern. Viele Experten sehen sich durch die Äußerungen in ihrer Ansicht bestätigt, dass die BoJ auf ihrer Zinssitzung zur Monatswende nicht nachlegen wird. Notenbankchef Haruhiko Kuroda betonte vor dem Parlament zwar seine grundsätzliche Bereitschaft zu einer weiteren Lockerung. Doch gab er keinen Hinweis darauf, dass er es beim Erreichen des selbst gesteckten Inflationsziels eilig hat.

Erklärtes Ziel der Notenbank ist es, für steigende Preise zu sorgen, nachdem das Land viele Jahre lang von einer Deflation geplagt wurde. Dabei fallen die Preise auf breiter Front und lösen eine Abwärtsspirale aus: Verbraucher halten sich in der Hoffnung auf Schnäppchen zurück, Löhne sinken und Firmen stellen Investitionen zurück.

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Die Währungshüter nehmen jährlich 80 Billionen Yen (knapp 710 Milliarden Euro) in die Hand, um Wertpapiere zu kaufen und so die Wirtschaftsflaute bekämpfen. Banken müssen zudem auf ihre laufenden Konten bei der BoJ eine Strafgebühr von 0,1 Prozent zahlen. Sie soll helfen, mehr Kredite auszureichen und so ebenfalls für Preisauftrieb zu sorgen. Kuroda hatte jüngst eingeräumt, dass es länger als erwartet dauern könnte, das selbst gesteckte Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen. Die BoJ rechnet derzeit damit, dass es bis März 2018 erreicht wird. Experten halten es jedoch für möglich, dass die Notenbank den Zeitplan verlängert und aggressive geldpolitische Lockerungsschritte somit vorerst unwahrscheinlicher werden.

Von

rtr

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