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17.11.2011

08:30 Uhr

Jens und Jan Ehrhardt im Interview

„Die EZB muss Geld drucken“

VonJörg Hackhausen, Jens Hagen

ExklusivDer Euro wird so nicht überleben, meint der erfahrene Vermögensverwalter Jens Ehrhardt. Gemeinsam mit seinem Sohn Jan erklärt er, warum es jetzt die Notenbank richten muss - auch wenn das die Inflation anheizt.

Jens Ehrhardt (links) und sein Sohn Jan Ehrhardt: Die Vermögensverwalter fordern Unterstützung durch die Notenbank. Falk Heller/Argum für Handelsblatt

Jens Ehrhardt (links) und sein Sohn Jan Ehrhardt: Die Vermögensverwalter fordern Unterstützung durch die Notenbank.

Handelsblatt: Die erste Frage an den Vater: Sie sind seit vier Jahrzehnten im Geschäft. Wie erleben Sie das derzeitige Chaos an den Märkten?

Jens Ehrhardt: Manche Tage sind frustrierend. Man werkelt herum – und am Ende steht doch ein Minus. Es passieren so extreme Dinge, die können Sie gar nicht ahnen; nehmen Sie die Volksabstimmung in Griechenland, erst versetzt die Ankündigung alle in helle Aufregung, dann wird das Referendum ebenso plötzlich wieder abgesagt.

Handelsblatt: Was muss passieren, um die Lage zu beruhigen?

Jens Ehrhardt: Jetzt ist die EZB gefragt. Sie muss handeln - und das auch offensiv ankündigen. Wir brauchen diese Unterstützung.

Handelsblatt: Das heißt konkret?

Jens Ehrhardt: Die EZB muss Geld drucken und Anleihen der Krisenstaaten in großem Stil aufkaufen. Allein die Ankündigung, dass sie ein bestimmtes Renditeniveau für Italien verteidigt, dürfte an den Märkten etwas bewegen. Mein Sohn meint außerdem, dass die EZB den Leitzins weiter senken muss.

Handelsblatt: Wie bitte?

Jan Ehrhardt: Die Zinssenkung war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber das reicht nicht. Die EZB sollte die Leitzinsen schrittweise weiter senken, bis auf nahe null. Das drückt den Euro und fördert den Export in den Peripherieländern.

Handelsblatt: In einer so wichtigen Frage hören Sie auf Ihren Sohn?

Jens Ehrhardt: Wir haben darüber diskutiert. Ich war zunächst skeptisch, weil ich eine solche Geldpolitik nicht für seriös halte. Ich war eher auf der Linie eines Axel Weber. Aber mein Sohn hat mich überzeugt, dass es - wenn man den Euro behalten will - kaum anders geht.

Handelsblatt: Geld drucken, Zinsen senken – damit wird doch nur Zeit gekauft, die Probleme aber bleiben und werden sogar noch größer.

Jens Ehrhardt: Eine gute Lösung ist das nicht, aber unter den schlechten immer noch die beste. Was wäre die Alternative? Wir sind an einem kritischen Punkt. Wenn Sie nichts tun, besteht die Gefahr, dass das Finanzsystem zusammenbricht.

Jan Ehrhardt: Man sollte nicht erwarten, dass man einen Aufschwung bekommt, wenn die Notenbank Geld druckt. Neue Arbeitsplätze entstehen dadurch kaum. Aber zumindest würde es helfen, die Märkte zu beruhigen.

Kommentare (118)

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svebes

17.11.2011, 08:40 Uhr

klar, mehr Geld drucken :-)
Die haben immer noch nicht kapiert, dass ihre überalterten Amigurus des Finanzwesens sich geirrt haben. Auch Lenin hat sich geirrt. Kann passieren. Nur sollen jetzt wieder die Bürger, zu Zeiten Louis des 14. - Vieh auf zwei Beinen - genannt, die Rechnung zahlen. Sorry, but NO.

Account gelöscht!

17.11.2011, 08:41 Uhr

Das ist also die Währungsunion, die uns versprochen wurde. Haftung für die Schulden der Südländer, Vernichtung des Wohlstands mit Hilfe der Druckerpresse. Vielen Dank, Kohl und Weigel. Und Vor"denker" GröWaz Schmidt! Vielen Dank, Ihr billigen Marionetten Merkel und Schäuble, die an Größenwahn und politischer Überheblichkeit nicht zu überbieten sind. Vielen Dank an die Parlamentarier und Delegierten zu diversen Parteitagen. Von der überflüssigen FDP will ich nicht sprechen. Von der Opposition genau so wenig.
Neue Parteien braucht das Land, damit die Ausplünderung der deutschen Bevölkerung für ein "politisches Projekt" beendet wird! SOFORT!

Account gelöscht!

17.11.2011, 08:47 Uhr

Die sollen zum Teufel gehen mit ihrem Blödsinn.
Wo steht denn die USA mit ihrer ganzen Gelddruckerei? Die 15 Billionen wurden gestern geknackt. Eine reale Arbeitslosigkeit von 18% (und keine 9% wie behauptet), ein schrumpfendes BIP usw..., Obdachlosigkeit und Essensmarken für die Massen. Eine einzige Katastrophe. Die Grossbanken sind pleite und zwar weltweit. Eine Kreditpyramide nie dagewesenen Ausmasses. Myriaden an Verbindlichkeiten versteckt in den Special 'Investment Vehicles. Das sind Schwerkriminelle. Und diese Wahnsinnigen wollen noch mal schnell an frisches Geld, um auf den Rohstoffmärkten den Ölpreis weiter in die Höhe zu treiben? Die Märkte beruhigen??? Was soll das Geschwätz? Inflation ist eine Steuer für die Massen. Ein weiteres Ausbeutungssystem, und zwar das finale.

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