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12.06.2011

13:49 Uhr

Jim O'Neill

Russland und China sind sehr günstig bewertet

Wie eng hängen Wachstumsraten und Aktienmarktentwicklung zusammen? Sehr eng, sagt Jim O'Neill von Goldman Sachs. Die Konsequenz: Anleger sollten ihre Blicke auf die Schwellenländer richten.

Neben Russland hält Jim O'Neill vor allem China für Anleger sehr attraktiv. Quelle: dpa

Neben Russland hält Jim O'Neill vor allem China für Anleger sehr attraktiv.

LondonVerstärkt wird in der Finanzbranche und in den Medien die Frage diskutiert, ob sich hohe Wachstumsraten einer Volkswirtschaft automatisch in höheren Aktienbewertungen niederschlagen. Betrachtet man die Angelegenheit theoretisch, dann gibt es einen engen Zusammenhang zwischen dem Verlauf des Aktienmarktes eines Landes und seinem wirtschaftlichen Wachstum. Einige Studien bezweifeln allerdings, dass über längere Zeitperioden ein solcher Zusammenhang hergestellt werden kann.

Je länger ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass es sogar einen sehr starken Zusammenhang zwischen dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und der Aktienmarktentwicklung eines Landes gibt. Ausschlaggebend ist dabei, dass Investoren sich stark an Zukunftserwartungen orientieren. Richtig ist, dass sich der Aktienmarkt nicht linear gleichzeitig bewegt wie das Wirtschaftswachstum, weil Investoren oft von nicht vorhergesehenen Entwicklungen beeinflusst werden. Es zeigt sich aber, dass die Entwicklung des Börsenindexes eines Landes einen klaren Leitindikator für das Wirtschaftswachstum darstellt und dementsprechend stark auf Erwartungen reagiert.

Wichtig ist dabei: Die Sensitivität, mit der Aktienmärkte beispielsweise auf Veränderungen der Einschätzungen über die Wirtschaftsentwicklung reagieren, ist in den sogenannten Wachstumsmärkten ungleich stärker ausgeprägt als in den entwickelten Märkten. Denkt man diesen Gedanken zu Ende, dann wird die Erwartung für die Wachstumsländer auch die Entscheidungen der Investoren beeinflussen. Deshalb sind wir überzeugt, dass einige Schwellenländer eine besondere Beachtung als langfristiges Investmentziel verdienen.

Natürlich verläuft dieser Trend nicht linear. Wenn man davon ausgeht, dass die Aktienmärkte künftiges Wachstum einpreisen, rückt die Frage der Bewertung in den Vordergrund. Gerade dort, wo die Bewertungen attraktiv sind und positive Überraschungen möglich erscheinen, werden die Aktienmärkte häufig mit einem Steigen der Indizes belohnt. Im Detail zeigt sich, dass heute einige Wachstumsmärkte ein Potenzial für höheres und nachhaltiges Wachstum haben, das sich noch nicht richtig in den Aktienbewertungen niedergeschlagen hat. Auf den derzeitigen Bewertungsniveaus sind besonders die Aktienmärkte von Russland und China sehr attraktiv. Interessant wird es, wenn man genauer analysiert, wie Änderungen in den Wachstumserwartungen eines Landes den Aktienmarkt konkret beeinflussen: Werden sie im laufenden Jahr verändert, ist die Auswirkung auf die Aktienmärkte gering.

Kommentare (1)

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Tyler_Durden

13.06.2011, 03:27 Uhr

hey Mr O'Neill: is the GS prop desk ready to offload on the bigger fool, aka retail? Because I cant imagine what else took you so long to advice emerging markets - youre late, or a liar :)

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