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14.06.2013

12:32 Uhr

Jim Rogers

„Die Aktienpreise sind künstlich getrieben“

Der berühmte Investor Jim Rogers warnt vor einem bösen Ende der Börsenparty. Die Politik der Notenbanken nennt er Schwachsinn und warnt zudem vor überhöhten Kursen. Aber Gold kauft er auch nicht.

Starinvestor Jim Rogers gibt einen düsteren Ausblick. ap

Starinvestor Jim Rogers gibt einen düsteren Ausblick.

FrankfurtDer Investor Jim Rogers ist nicht optimistisch für die Aktienmärkte in aller Welt gestimmt. Die Konjunkturförderung durch die Notenbanken habe die Aktienpreise „künstlich” in die Höhe getrieben, sagte er.

„Die quantitative Lockerung geht irgendwann zu Ende”, sagte Rogers, Chairman von Rogers Holdings in Singapur, am Donnerstag in einem Interview in Kuala Lumpur. „Entweder wachen die Notenbanker auf, finden sich mit der Realität ab und hören auf mit diesem Schwachsinn, überall auf der Welt Geld zu drucken - oder der Markt wird sagen: 'wir wollen Euer Papiergeld nicht mehr.'”

Aktien in aller Welt haben in diesem Monat Verluste erlitten, nachdem Ben Bernanke, der Leiter der amerikanischen Notenbank, am 22. Mai angedeutet hatte, die Fed werde möglicherweise die Aufkäufe von Anleihen reduzieren, die die Nachfrage nach Anlageformen mit höherem Ertragspotenzial gefördert haben. In Japan gab der Nikkei 225 Stock Average-Index am Donnerstag um 6,4 Prozent nach, nachdem die Bank von Japan keine weiteren stimulierenden Maßnahmen beschlossen hatte.

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

Rogers sagte, er habe im Mai japanische Aktien abgestoßen. Er kaufe den Euro und den Schweizer Franken, sagte er, und verkaufe US- und australische Dollar, da die Europäische Zentralbank weniger Geld drucke als ihre Pendants in anderen wichtigen Währungsräumen. Bei den Rohstoffen sieht Rogers Kaufgelegenheiten in Bereichen, in denen bei den Preisen „Depression” herrsche, wie etwa bei Zucker.

„Ich würde mir zunächst Dinge ansehen, bei denen Depression herrscht, und nicht solche, deren Preise in die Höhe schießen”, sagte er im Interview.

Bei einer Ansprache auf einer Konferenz in Kuala Lumpur sagte Rogers, er kaufe noch kein Gold, da der Markt eine Korrektur brauche und der Preis für das Edelmetall noch keinen festen Boden erreicht habe.

Kommentare (30)

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Account gelöscht!

14.06.2013, 13:01 Uhr

Kostolany ist tot-
Jim Rogers ist düster.
Marc Faber sieht den Weltuntergang voraus.

Und ich habe gerade prima gefrühstückt.

Mir ist noch nicht mal schlecht ;-)

Micha

14.06.2013, 14:15 Uhr

Es gibt Aktien mit einem KGV unter 10 und Dividendenrenditen von um die 3%. Was bitte ist daran künstlich hochgetrieben? Brechen hier die Kurse um 50% ein, ergibt das ein KGV von 5 bzw. eine Dividendenrendite von 6%. Ist das realistisch???

Bullshitdetector

14.06.2013, 14:35 Uhr

Ihre Dividendenrendite ist auf dem Rücken der kleinen Arbeitnehmer erkauft. Das wollen sie? Dann warten wir das Echo mal ab, ob sie das auch ertragen können?

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