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05.04.2013

14:40 Uhr

Joachim Llambi im Interview

„Das Fernsehgeschäft ist riskanter als die Börse“

VonKatharina Schneider

Joachim Llambi ist Tanzjuror bei „Let's dance“ und Aktienhändler. Warum er den Börsenhandel trotz des TV-Ruhms nicht aufgibt, wieso Selbstdisziplin für ihn so wichtig ist – und wann eine Aktie von ihm eine „10“ bekommt.

Das etwa andere Interview

Ein Tänzchen auf dem Börsenparkett

Das etwa andere Interview: Ein Tänzchen auf dem Börsenparkett

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Herr Llambi, an diesem Freitag startet die neue Staffel der Tanz-Show Let’s dance, wo Sie zum sechsten Mal als Tanzjuror auftreten. Doch Sie sind nicht nur Profi auf dem Tanzparkett, sondern auch auf dem Börsenparkett. Wie passt das zusammen?
Eigentlich passt das ganz gut zusammen, denn an der Börse braucht man viel Disziplin, wenn man mit Zahlen jongliert und auch beim Tanzen braucht man Trainingsdisziplin, ebenso für die Performance bei Let’s dance. Außerdem war hier früher, als ich Ende der 90er auf dem Frankfurter Parkett angefangen habe, auch noch mehr Show und die gibt es auch auf dem Tanzparkett.

Sie sind bei mehreren TV-Sendern engagiert, geben Tanz-Workshops, halten Vorträge, sind im Profi-Tanzsport engagiert, bleibt da eigentlich noch Zeit für den Aktienhandel?
Es bleibt sogar noch eine ganze Menge Zeit, Gott sei Dank. Zwar bin ich nicht mehr hier auf dem Parkett, aber als Selbstständiger verfolge ich das noch sehr intensiv. Täglich an der Börse zu arbeiten, war zeitlich mit meinen anderen Engagements nicht vereinbar. Im Grunde mache ich heute aber fast das Gleiche wie früher, außer dass ich nur noch etwa ein Drittel meiner Arbeitszeit damit verbringe und die Gewinne jetzt in meine eigene Tasche gehen.

Vita - Joachim Llambi

Der Vielseitige

Joachim Llambi streut das Risiko. Er ist nicht nur im Fernsehen aktiv, sondern widmet etwa ein Drittel seiner Arbeitszeit dem Aktienhandel, gibt zudem Tanz-Workshops, hält Vorträge, engagiert sich im Profi-Tanzsport und ist Buchautor.

Jugend

Joachim Llambi ist 1964 in Duisburg geboren, besuchte das Gymnasium in Neudorf und übte bis zum 18. Lebensjahr diverse Sportarten aus, darunter Hockey, Tennis, Wasserball und Fußball.

Ausbildung

Seine Ausbildung zum Bankkaufmann begann er 1984 bei der Sparkasse Duisburg.

Börsenkarriere

1989 wechselte Llambi von der Sparkasse Duisburg zur Düsseldorfer Börse und arbeitete dort als Aktienmakler. An der Frankfurter Börse war er von 1997 bis Mitte 2012 als Börsenmakler aktiv. Seitdem handelt er als selbstständiger Daytrader.

Tanzkarriere

Llambis Mutter arbeitete als Sekretärin in einer Tanzschule. Der Sohn belegte mit 17 Jahren den ersten Tanzkurs, trat in den Tanzclub ein und wechselte 1989 von den Amateuren zu den Profis. Schon ein Jahr später stand er im Finale der Welt- und Europameisterschaft.

Showkarriere

Für die RTL-Show „Let’s dance“ stand Llambi zum ersten Mal 2007 als Chef-Juror vor der Kamera. Am 5. April 2013 beginnt die sechste Staffel. Zudem ist er ein beliebter Co-Moderator bei RTL („Jungen gegen Mädchen“, „Es kann nur einen geben“) und im ZDF („Frühlingsshow im ZDF“) sowie Show-Gast („5 gegen Jauch“, „Wer wird Millionär – Let‘s Dance special“).

Welche Strategie verfolgen Sie beim Aktienhandel, sind Sie ein klassischer Daytrader?
Das kann man so sagen. Ich bin kurzfristig orientiert, mir ist es wichtig, dass am Abend alle Positionen glatt gestellt sind. Allerdings schaue ich nicht allein auf interessante Aktienbewegungen, sondern beschäftige mich auch mit den Unternehmen, die dahinter stehen. Ich kann Entwicklungen nur mitmachen, wenn ich zumindest ungefähr weiß, warum an einem Tag diese Aktien irgendwas machen.

Verbringen Sie den ganzen Tag vor den Bildschirmen oder geben Sie nur morgens Orders ab?
Wenn ich das mache, bin ich auch den ganzen Tag dabei und gehe nicht mal zwischendurch Kaffeetrinken oder Einkaufen. Ich will mich nicht überraschen lassen, was am Abend aus meinen Geschäften geworden ist. Das ist wie bei den Kollegen hier auf dem Börsenparkett, da kann man zwischendurch nur mal auf die Toilette gehen oder etwas zu Essen holen.

Daytrading erscheint vielen Anleger verlockend, so mancher würde das gerne neben dem Job machen. Können sie das empfehlen?
Das ist eine Zeitfrage. Intensiven Aktienhandel kann ich nur betreiben, wenn ich ständig am Ball bin und die Nachrichtenlage verfolge. Ganz wichtig ist auch, dass man dafür nur Geld einsetzt, das man übrig hat. Ich würde zum Traden nie Geld einsetzen, das ich zeitnah brauche. Auch einen Kredit sollt man nie dafür aufnehmen.

Kommentare (9)

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aktionaer

05.04.2013, 15:33 Uhr

leider kann man von einem Börsenprofi dieser Klasse genau so viel lernen, wie man im Alltagsleben etwas von einem Quantenphysiker lernen kann.

Alleine schon weil uns die erforderlichen Programme und Computer fehlen. Aber es liest sich sehr nett, was in dem Artikel steht. Zumal es schon mal einen Tänzer gab, der mit seiner Methode sehr viel Geld verdient hat.

Aber gerade schlägt wohl die Vogelgrippe zu.



Account gelöscht!

05.04.2013, 18:11 Uhr

da hat er Recht, im Fernsehgeschäft gibt es keine Notenbanken, die sich jeden Scheiss ansehen!!

esm

05.04.2013, 20:32 Uhr

Llambi's Job ist auch an der Börse nur noch Show fürs TV. Sein Job da besteht im Prinzip aus 3 Trades am Tag und danach ist Burger essen und NTV gucken angesagt.

Was meinen Sie warum Mr. "DAX" Müller sich auch schon lange einen neuen Job gesucht hat.

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