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04.12.2012

09:04 Uhr

Jürgen Meyer im Interview

„Mein ganzes Geld steckt in Aktien“

VonJörg Hackhausen

Wer nur den Trends hinterherläuft, wird Geld verlieren, sagt Jürgen Meyer von SEB Asset Management. Deshalb kauft er Aktien - und warnt vor Immobilien und Gold. Im Interview erklärt er, warum und welche Aktien er kauft.

Jürgen Meyer ist Leiter für europäische Aktien bei SEB Asset Management. Er investiert auch privat fast alles in Aktien.

Jürgen Meyer ist Leiter für europäische Aktien bei SEB Asset Management. Er investiert auch privat fast alles in Aktien.

Herr Meyer, in den vergangenen zehn Jahren haben Anleger zweimal mitansehen müssen, wie sich der Wert ihrer Aktien in Luft auslöste. Warum sollten die Leute jetzt wieder Aktien kaufen?

In Luft aufgelöst hat sich sicherlich nichts. Es gab zwei heftige Einbrüche. Und danach hatten sich die Kurse ähnlich schnell erholt, wie sie zuvor gefallen waren. Aber wenn ich höre, dass man mit Aktien in dieser Zeit kein Geld verdienen konnte, dann ärgert mich das. Es stimmt einfach nicht. Wenn Sie beispielsweise im Jahr 2003 eingestiegen sind, dann war sogar sehr viel drin. Wer die Volatilität von Aktien nicht ertragen kann, sollte keine besitzen.

Die meisten Kleinanleger sind um die Jahrtausendwende eingestiegen, als der Dotcom-Hype seinen Höhepunkt erreichte.

Im Jahr 2000 wurden in vielen Fällen selbst für erstklassige Unternehmen Nonsenspreise bezahlt – dazu kamen auch noch einige Nonsensunternehmen. Wenn eine Aktie mit dem 50-fachen eines Jahresgewinns bewertet war, dann war das damals nichts Ungewöhnliches. Da ist wohl mit vielen Käufern die Gier durchgegangen. Generell gilt: Wer nur Trends hinterherläuft, sollte am besten gar nicht investieren. Im Jahr 2000 wurden übrigens genauso viele Aktien verkauft wie gekauft. Die Verkäufer waren cleverer.

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Und heute?

Heute passen Dinge wie Gold oder Wohnimmobilien vermutlich besser ins Raster von Trendfolgern. Auch hier vermute ich derzeit die clevereren Leute auf Seiten der Verkäufer. Bei Aktien erstklassiger Unternehmen liegen selbst die Dividendenrenditen höher als die Mietrenditen vieler Wohnimmobilien. Von den Gewinnen ganz zu schweigen.

Was spricht für steigende Aktienmärkte?

Die Mischung aus hohen Gewinnen, starken Bilanzen und niedrigen Kaufpreisen. Dazu gesellt sich noch Wachstum. Auch die Inflation wird zumindest nominal zu wachsenden Gewinnen und damit auch zu steigenden Kursen führen. Selbst der Chefvolkswirt des IWF erwartet, dass die Inflationsrate im Euroraum bei zwei Prozent gehalten werden kann, indem der Süden bei null und der Norden bei vier Prozent liegt. Mit risikolosen Anleihen können Sie diese nicht erwirtschaften. Eine sinnvolle Alternative sind Aktien von Unternehmen, die ihren Kunden die Preise erhöhen können, sobald diese mehr Geld in der Tasche haben.

Im Moment spricht einiges eher für Deflation als für Inflation. Die Löhne stagnieren oder sinken sogar. Die Zahl der Arbeitslosen steigt.

Es gibt beides. Entscheidend ist, von welchem Warenkorb Sie ausgehen. Die Rabatte für den Skoda können steigen und der Porsche trotzdem teurer werden – um mal nur bei den Produkten eines Konzerns zu bleiben. Im privaten Wohnungsbau sind die Preissteigerungen nach meiner Beobachtung zweistellig.

Kommentare (48)

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Carlos

04.12.2012, 09:08 Uhr

[...]
Da ist die Zeit zu schade das zu lesen.... Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

HB_Propaganda

04.12.2012, 09:10 Uhr

Wieder so ein Propaganda-Bericht ... in der Hoffnung, daß weitere Deppen drauf reinfallen.

pgentsch

04.12.2012, 09:17 Uhr

Nicht dem Trend hinterherzulaufen ist immer ein guter Rat.

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