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22.09.2014

16:15 Uhr

Junge Reiche und ihr Geld

Banker? Nein danke!

VonJens Hagen

Eine Umfrage zeigt: Young Professionals vertrauen ihrem Banker nicht mehr. Sie suchen sich ihre Anlagen selbst zusammen und sind besonders anspruchsvoll. Was junge Vermögende von ihren Finanzberatern halten.

Jung, gut ausgebildet, geldverliebt: Junge Anleger mit beruflicher Perspektive misstrauen ihren Bankberatern. Getty Images

Jung, gut ausgebildet, geldverliebt: Junge Anleger mit beruflicher Perspektive misstrauen ihren Bankberatern.

DüsseldorfWenn junge Bankkunden ihre Berater beschreiben, müssen sich die Banker warm anziehen. „Die Berater sind nur an ihrem Profit interessiert“, erklärt einer. „Denen kann man nicht trauen, die abgeschlossenen Verträge waren überteuert und schlecht“, ein anderer.

„Er versucht mir ein Produkt mit hohen Kosten anzudrehen und geht nicht auf meine eigentlichen Wünsche ein“, gibt ein weiterer Junganleger zum Besten. „Zunehmend schlechtes Image“, „zu jung, zu arrogant“, „wenig Kompetenz vorhanden“, urteilen andere.

Wie lassen Sie sich in finanziellen Angelegenheiten beraten?

Banker, nein danke

Die Studie zeigt, wie junge High Potentials ihr Geld anlegen. Die Ergebnisse dürften klassische Hausbanker beunruhigen. Immerhin 62 Prozent der Umfrageteilnehmer treffen ihre Anlageentscheidungen ohne jede Beratung. Quelle: FOM Hochschule, Rechtsanwälte Baum, Reiter & Collegen.

Banker des Vertrauens

Nur 22 Prozent wenden sich in finanziellen Angelegenheiten an die Hausbank.

Hausbank

Immerhin acht Prozent vertrauen Freunden oder Verwandten in Geldfragen.

Ohne Provision

Sieben Prozent der Befragten nutzen die Dienste eines unabhängigen Finanzberaters.

Diese Kommentare stammen aus einer Studie unter Young Professionals, die über ihre private Geldanlage Auskunft geben sollten. Die repräsentative Umfrage der FOM Hochschule, der Kanzlei Baum Reiter & Collegen und Handelsblatt Online ist nicht nur wegen solcher frechen Kommentare eine Ohrfeige für die Finanzbranche.

Die Umfrageergebnisse bei den mehr als 650 jungen, gut ausgebildeten Berufseinsteigern zwischen 18 und 35 Jahren zeigen: Auch sechs Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman ist das Image der Branche schlecht. Und es kommt noch schlimmer: Die für die Banker höchst interessante Kundengruppe hat mit ihren stationären Beratern längst abgeschlossen.

Wie viel Geld sparen Sie pro Monat?

0 Euro

Drei Prozent der Befragten gab an, im Monat gar kein Geld zu sparen. Quelle: FOM Hochschule, Rechtsanwälte Baum, Reiter & Collegen.

1 - 50 Euro

Vier Prozent

51 - 100 Euro

Sieben Prozent

101 - 200 Euro

14 Prozent

201 - 300 Euro

12 Prozent

301 - 400 Euro

Elf Prozent

401 - 500 Euro

12 Prozent

501 - 1000 Euro

22 Prozent

Mehr als 1000 Euro

14 Prozent

Rund 60 Prozent der „Young Professionals“ treffen ihre Anlageentscheidungen mittlerweile ohne jede professionelle Beratung. Das sind elf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Nur noch jeder fünfte vertraut seinem Berater. Zehn Prozent holen sich Rat bei Freunden und Verwandten.

„Das ist eine Abstimmung mit den Füßen“, sagt Professor Julius Reiter, Fachbeiratsvorsitzender der FOM Hochschule und Anlegeranwalt. „Ein alarmierendes Zeugnis für eine Branche, die Gefahr läuft, das Vertrauen ihrer Kunden vollständig zu verlieren.“ Von den wenigen, die noch auf ihren Berater hören, würde jeder Dritte den Vertriebler nicht an Freunde weiterempfehlen.

Kommentare (12)

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Sergio Puntila

22.09.2014, 19:23 Uhr

"Banker? Nein danke! "
__________________

Ja bitte, wenn sie sich über Geldkreisläufe halbwegs im Klaren sein sollten.
Georg Simmel zb hatte sich darüber schon damals Gedanken gemacht.

Sich allerdings vollkommen durchgeknallt Gedanken über Geld zu machen wie es heutzutage en vogue zu sein scheint, das ist allerdings - ich wiederhole es - einen Asbach Uralt wert.

Man sollte sicvh in der Tat über Geldkreisläufe Gedanken machen bevor man gedasnkenfrei skandiert: "Und heute da hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt".

Kafka hatte das mit seinem Gregor Samsa allerdings etwas konziser formuliert.

Nunja - so war das früher mal....

Sergio Puntila

22.09.2014, 19:26 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Kurt Siegel

22.09.2014, 20:44 Uhr

Banken wollen NIE das Beste für ihren Kunden, sondern sehen stets nur den eigenen Profit im Mittelpunkt.

Spät kommt die Einsicht, aber sie kommt wenigstens; lieber ohne guten Rat der Banker sein Geld anlegen, als maßlos geschröpft zu werden.

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