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23.09.2014

15:27 Uhr

Junge und reiche Geldanleger

„Die Ansprüche sind sehr hoch“

VonJens Hagen

Junge Anleger treiben ihre Finanzberater zu Höchstleistungen. Im Interview erklärt ein Vermögensverwalter, was der Nachwuchs von den Beratern einfordert und warum es eine Vertrauenskrise mit klassischen Hausbankern gibt.

Nicolas von Loeper ist Vorstand private und institutionelle Kunden bei Sal. Oppenheim.

Nicolas von Loeper ist Vorstand private und institutionelle Kunden bei Sal. Oppenheim.

Herr von Loeper, ist die neue Generation ihrer Kunden anspruchsvoller als die alte?
Die Ansprüche an die Leistungskompetenz des Beraters sind sehr hoch. Das Hinzuziehen von Spezialisten zu bestimmten Anlage- und Beratungsthemen wird immer wichtiger. Zudem hat sich das – vor allem technische – Umfeld geändert: Durch neue, zum Teil hochkomplexe Finanzprodukte ist es Anlegern heute in jeder Größenordnung möglich, gezielt einen Anlagefokus in bestimmten Märkten aufzubauen.

Was machen die jungen Anleger anders als ihre Eltern?
Die ältere Generation war viel mehr in den „klassischen“ Asset-Klassen Aktien und Renten zu Hause. Die Welt ist insofern komplexer und mehrdimensionaler geworden, jüngere Anleger fordern bereits sehr ausgeklügelte Anlagekonzepte. Es gibt allerdings auch unter der „Next Generation“ nicht wenige, die in dieser komplexen Welt mehr denn je auf das Know-how ihres Beraters vertrauen.

Wie lassen Sie sich in finanziellen Angelegenheiten beraten?

Banker, nein danke

Die Studie zeigt, wie junge High Potentials ihr Geld anlegen. Die Ergebnisse dürften klassische Hausbanker beunruhigen. Immerhin 62 Prozent der Umfrageteilnehmer treffen ihre Anlageentscheidungen ohne jede Beratung. Quelle: FOM Hochschule, Rechtsanwälte Baum, Reiter & Collegen.

Banker des Vertrauens

Nur 22 Prozent wenden sich in finanziellen Angelegenheiten an die Hausbank.

Hausbank

Immerhin acht Prozent vertrauen Freunden oder Verwandten in Geldfragen.

Ohne Provision

Sieben Prozent der Befragten nutzen die Dienste eines unabhängigen Finanzberaters.

Welche weiteren Unterschiede gibt es?
Ein Hauptunterschied zwischen den Generationen ist die schwindende Berührungsangst jüngerer Anleger in Bezug auf eine internationale Diversifizierung. Der Gedanke der Globalisierung ist hier sehr viel tiefer im Bewusstsein verankert. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft, auch außerhalb ihrer Heimat nach Chancen zu suchen.

Was erwartet der Nachwuchs von seinem Vermögensverwalter?
Die maßgeblichen Faktoren für die Zufriedenheit von Anlegern haben sich über die Generationen hinweg nicht stark verändert. Entscheidend waren und sind hier: Erstens der Vermögenserhalt durch stetige, positive Renditen. Zweitens ein risikokontrolliertes Handeln des Vermögensverwalters. Drittens eine kostenbewusste Implementierung der Anlageentscheidungen ins Portfolio. Viertens ein transparentes Reporting.

Wie wichtig sind die Kosten für diese Zielgruppe?
Die Kosten sind – wie auch das Leistungsangebot, das diesen Kosten gegenübersteht – bei allen Kunden ein wichtiger Faktor.

Kommentare (1)

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Herr Ylander Ylander

23.09.2014, 16:06 Uhr

Wenn man die Forderungen mit der Realität vergleicht, ...

Oh je!

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