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02.07.2013

10:04 Uhr

Kapitalmarktprognose

Bundesanleihen bringen bald bis zu 2,5 Prozent

VonSebastian Ertinger

Die US-Notenbank und die Unruhen in Chinas Finanzsektor erschütterten die Märkte. Nun setzt weltweit eine Erholung ein. Warum der Aufschwung bei Aktien kein Strohfeuer ist und die Renditen von Bonds hochschießen.

Die Ankündigungen der Fed zum Ende der Geldschwemme versetzte Börsianer in Aufruhr. ap

Die Ankündigungen der Fed zum Ende der Geldschwemme versetzte Börsianer in Aufruhr.

DüsseldorfFür einige Tage waren die Börsen in Aufruhr. Der US-Notenbankchef Ben Bernanke erschütterte die Märkte mit seiner Ankündigung, bei guter Konjunkturlage die Geldschwemme abzubremsen. Obendrein kochte unter Chinas Banken erhebliches Misstrauen hoch.

Die Geldhäuser zweifelten an ihrer Zahlungsfähigkeit und liehen sich daher untereinander nur noch zu sehr hohen Zinsen Geld. Die Sorge vor einer Finanzkrise in China und dem Ausfall der globalen Konjunkturlokomotive verunsicherte die Anleger. Weltweit rutschten die Kurse in den Keller.

Chinas Notenbank dämpfte die Panik mit der Ankündigung, den Interbanken-Markt zu beruhigen, und gute Konjunkturdaten ließen die Andeutungen von Bernanke vergessen. Eine breite Erholung setzte ein. Doch ist der Kursaufschwung nur ein Strohfeuer, während die Bankenkrise in China weiter schwelt und die Fed die Märkte austrocknet? Und ist die Wirtschaftsentwicklung wirklich stabil? Experten geben tatsächlich Entwarnung und sehen neue Hochstände an den Aktienmärkten – vorerst.

„Es gibt keine klaren Anzeichen für Übertreibungen, die die Finanzmärkte kurzfristig destabilisieren können“, sagt Robert Spector von der Fondsgesellschaft MFS. Die Äußerungen der US-Notenbank und der Konjunkturausblick sprächen dafür, dass Aktien weiterhin durch viel Liquidität gestützt würden.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

„Selbst wenn die Fed das Anleihekaufprogramm zurückfährt, dürfte sie immer noch 500 bis 600 Milliarden Dollar im Jahr in den Markt spülen. Von einem Austrocknen der Liquidität kann also keine Rede sein“, sagt Harald Preißler, Chefvolkswirt der Investmentgesellschaft Bantleon.

Zumal Fed-Chef Bernanke klargestellt hat, dass für ein Ende des Anleihenkaufs die Arbeitslosenquote auf ein akzeptables Niveau gesunken sein muss. Die Fed hält eine Quote von 6,5 Prozent für annehmbar. Derzeit liegt sie bei 7,6 Prozent.

Doch allein an dieser Messlatte will Bernanke eine Wende in der Geldpolitik nicht festmachen. Ein Ausstieg aus der üppigen Liquidität dürfte also noch einige Zeit dauern und ein längerer Prozess sein. „Wenn es angebracht ist, werden wir nicht bremsen, sondern den Fuß vom Gas nehmen“, sagte Bernanke.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

02.07.2013, 10:38 Uhr

Es ist immer das Gleiche: lineare Prognosen einmal erkannter/vermuteter Trends. Wer weiß schon, wie es kurzfristig weitergeht. Ein kleiner Aktiencrash oder der Zusammenbruch einer Großbank und sowohl die Bundesanleihen als auch die Trashuries gehen wieder auf Rekordwerte (ich habe übrigens nicht gesagt, daß dieser Crash notfalls manipulativ erzeugt wird - aber der Anleihemarkt ist entscheidend, nicht der Aktienmarkt).

Sicherlich, wenn man sich die langfristige Kurve der Zinsen anschaut, dann dürfte klar sein, daß der mittlerweile 30jährige Bullenmarkt am Ende ist und früher oder später von einem 30jährigen Bärenmarkt der Anleihen abgelöst werden wird. Aber das Ganze ist doch mit der "Unsicherheit" von ein paar Jahren behaftet, die Trendwende kann also schon passiert sein oder aber erst in 2-3 Jahren passieren.

Account gelöscht!

02.07.2013, 11:36 Uhr

@ hafnersp

Wie es kurzfristig weitergeht interessiert nur Börsenspekulanten und disponierende Reiche.

Der Normalbürger wird langfristig damit konfrontiert dass er 2 Billionen deutsche Staatsschulden hat. Dazu kommen 5 Billionen Beamtenpensionen die in den nächsten 30 Jahren zu zahlen sind. Darauf noch diverse Zahlungsverpflichtungen aus ESM + Target2-Ausfälle die schon heute eine weitere Billion ergeben.

Er wird (egal wer regiert) das größte Vermögensumverteilungsprogramm seit dem 2. WK erleben. Drastisch erhöhte Vermögens- und Erbschaftssteuer. 75% Spitzensteuersatz und erhöhte Verbrauchssteuern werden nötig um diese Schulden zu bezahlen.

Und weil die Beamten in den Ministerien die Vorlagen schreiben die dann von Beamten im Parlament abgesegnet und von verbeamteten Verfassungsrichtern bestätigt werden gibt es auch kein Entkommen.

Wer von Aufständen träumt sieht sich verbeamteten Militär und Polizei gegenüber die loyal zur Regierung aus Beamten stehen.

Dass dieses Klientel einen Überwachungsapparat für seine Schäfchen errichtet war nicht nur in der DDR zwingend notwendig. Schließlich muss man die "Steuervermeider-Terroristen" aufspüren falls sie es wagen aus der Herde der zu Scherenden auszubrechen.

Und selbst wer sich komplett in die Ferne abgesetzt hat soll für den zweifelhaften Genuss eines deutschen Passes noch ordentlich geschoren werden.

Kann man dagegen noch etwas tun?

Kaum. Schließlich beherrschen die Beamten den kompletten "Bildungssektor" und die staatlichen Propagandamedien. Staatsschulden und Beamtenpensionen sind aber weder in der Schule noch auf der Universität Lehrstoff. Dass ein Rundfunk-Intendant mehr verdient als ein Bundespräsident kommt auch selten im Rundfunk.

Game over und Reset ist angesagt. Die Frage ist nur noch ob die Beamten es schaffen die Bürger davon zu überzeugen dass sie in den letzten 50 Jahren von neoliberalen Nichtbeamten regiert wurden.

RumpelstilzchenA

02.07.2013, 11:48 Uhr

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

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