Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2015

15:40 Uhr

Kay One über Luxus und Geldanlage

„Das ist alles vergänglicher Müll“

VonKatharina Schneider, Thomas Tuma

Frauen, Autos, Schmuck – das klingt verlockend, erst recht für einen Schulabbrecher. Heute gibt sich der Erfolgsrapper bescheiden. Seine Luxusuhr sieht er als Geldanlage und sorgt auch schon für das Alter vor.

Kay One

Anlagetipps vom Erfolgsrapper

Kay One: Anlagetipps vom Erfolgsrapper

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Ein einziges Mal wird er ein bisschen anstrengend. Ob man ihn bitte mehr von der anderen Seite fotografieren könne. Das sei quasi seine Schokoladenseite an Tagen, an denen er nur wenig geschlafen hat. Sein Terminplan ist prall gefüllt. Aber ansonsten ist der Rapper sehr umgänglich und will kaum einem Klischee gerecht werden, für das Rapper doch so gern stehen.

Herr ... äh... Kay One, Sie heißen eigentlich Kenneth Glöckler und haben Ihre Jugend im beschaulichen Ravensburg verbracht. Warum wollten Sie Rapper werden?
Schon als ich 14 war, habe ich davon geträumt. Ich wollte Musik machen, die Leute mit meinen Songs und Texten weghauen und natürlich die schönsten Frauen abschleppen, die schnellsten Autos fahren und teuren Schmuck tragen.

Was ist gerade an solchen Äußerlichkeiten so toll?
Schauen Sie sich die ganzen Musikvideos der amerikanischen Rapper an! Da geht es nur um Frauen, Autos, Schmuck. Das wollte ich auch – erst recht, nachdem ich die Realschule abgebrochen hatte.

Sind Sie stolz darauf, dass Sie es ohne Schule geschafft haben?
Klar, meine Lehrer glaubten, ich würde Müllmann werden. Die Frau auf dem Arbeitsamt wollte mich auf eine Schule für Menschen mit Lernschwächen schicken. Insofern musste ich irgendwann dann schon mal mit meinem Lamborghini vor meiner alten Schule aufkreuzen. Andererseits will ich den Kids heute nicht das Gefühl vermitteln: Hey, brecht die Schule ab und werdet Rapper! Das kann nur schief gehen. Ich hatte wahnsinnig viel Glück. Also sage ich: Macht erstmal die Schule fertig.

Kay One - das vollständige Interview: „Im Business gibt’s keine Freundschaft“

Kay One - das vollständige Interview

Premium „Im Business gibt’s keine Freundschaft“

Der Musiker spricht über die drei Dinge, die in einem Rapper-Leben oft die Hauptrolle spielen: Geld, Geld, Geld. Doch mit CDs allein kann einer wie er kaum noch seinen Lifestyle bestreiten. Worauf es heute ankommt.

Und dazu tragen Sie dann eine brillantbesetzte Audemars Piguet. Was hat die gekostet?
So 40.000 Euro. Das ist übrigens auch eine gute Wertanlage. Heute würde ich mir so ein Teil aber nicht mehr kaufen.

Was kompensiert so eine teure Uhr?
Ich habe sie mir nach einer Zeit gekauft, als ich große Komplexe hatte. Damals habe ich mit Bushido gerappt, hatte in Berlin eine miese 25-Quadratmeter-Wohnung und war überzeugt, dass ich für einen Hungerlohn arbeitete. Führerschein wollte ich gar nicht erst machen, weil ich eh kein Geld für ein Auto gehabt hätte, während die anderen sich fette Villen gebaut haben. Eine eklige Zeit. Vielleicht ist daraus auch mein exzessiver Lifestyle erklärbar, den ich danach ein paar Jahre hatte.

So legen deutsche Haushalte an

Bargeld und Einlagen

Den größten Anteil am Vermögen der deutschen Privathaushalte haben traditionell Bargeld und Einlagen. Das Banksparen – also beispielsweise Girokonten oder Tagesgeld – hat sogar an Beliebtheit zugelegt. 2014 machte der Posten einen Anteil von 39,2 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2001 lag dieser Anteil noch bei 34,9 Prozent.

Quelle: Deutsche Bundesbank

Versicherungen

Versicherungen machen den zweitgrößten Posten in der Vermögensstruktur der deutschen Haushalte aus. Zu diesem Posten zählen auch die Ansprüche gegenüber Alterssicherungssystemen. 2014 lag der Anteil der Versicherungen am Haushaltsvermögen bei 38,2 Prozent, er ist damit im Vergleich zu Aktien und Fonds gestiegen. 2001 lag der Anteil noch bei 30,8 Prozent.

Andere Fonds

Fonds die nicht ausschließlich in Aktien investieren, sind bei den deutschen Anlegern eher gefragt. 5,8 Prozent machte ihr Anteil 2014 aus. Trotzdem ist der Wert seit 2001 zurückgegangenen, damals lag er noch bei 8,4 Prozent.

Sonstige Anteilsrechte

Der Anteil sonstiger Anteilsrechte am Vermögen ist ebenfalls zurückgegangen. Zu diesem Posten zählen auch Aktien, die nicht an einer Börse notiert sind. 2001 machten sonstige Anteilsrechte noch 9,4 Prozent am Gesamtvermögen aus. 2014 lag der Anteil bei lediglich 5,4 Prozent.

Aktien

Das in Aktien investierte Vermögen der deutschen Haushalte ist über die Jahre zurückgegangen. 2014 legten die deutschen Haushalte 4,5 Prozent ihres Vermögens in Aktien an. 2001 lag der Anteil noch bei 5,8 Prozent.

Anleihen

Die Renditen für Anleihen sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld unattraktiv. Die Haushalte reagieren darauf und investieren deutlich weniger in die Wertpapiere. 2001 lag der Anteil der Anleihen am Haushaltsvermögen noch bei 6,3 Prozent. Im vergangenen Jahr ging die Quote auf 3,4 Prozent zurück.

Aktienfonds

Auch die indirekte Anlage in Aktien durch Aktienfonds hat an Beliebtheit verloren. Nur 2,8 Prozent des Gesamtvermögens investierten die Haushalte in Aktienfonds. 2001 lag der Wert noch bei 2,9 Prozent.

Immerhin haben Sie es fünf Jahre im Dunstkreis des Berliner Vorzeige-Gangstas Bushido ausgehalten.
Und hatte damals keine Ahnung von Verträgen und Gema und Gagen. Meine Naivität wurde richtig ausgenutzt.

Was haben Sie dort übers Musikgeschäft gelernt und das Leben?
Dass man Geschäft und Freundschaft voneinander trennen sollte. Im Business gibt es keine Freundschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×