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18.01.2010

07:16 Uhr

Kevin Parker

„Klimawandel ist der größte Investmenttrend aller Zeiten“

VonAstrid Dörner

Kevin Parker, Chef des Assetmangements der Deutschen Bank rührt die Trommel für grüne Investments. Auf einer Veranstaltung in New York in New York auf den Putz: Der Klimawandel sei der größte Anlagetrend aller Zeiten. Zehn Billionen Dollar wird die Umwandlung zu einer klimafreundlichen Weltwirtschaft kosten, rund 90 Prozent davon muss von privaten Investoren kommen.

Kevin Parker, Chef des Asset Managements der Deutschen Bank will Anleger locken. Quelle: Deutsche Bank

Kevin Parker, Chef des Asset Managements der Deutschen Bank will Anleger locken.

NEW YORK. Es ist ein Tag für große Worte. „Der Klimawandel ist wahrscheinlich der größte Investmenttrend aller Zeiten und sicherlich der größte in meinem Leben“, prophezeit Kevin Parker, Chef des Asset Managements der Deutschen Bank. Der große, stämmige Mann mit dem starren Blick spricht vor gut 400 institutionellen Investoren, die sich vergangene Woche zu einer Tagung bei den Vereinten Nationen versammelt haben. Zusammen vertreten die Investoren aus den USA, Europa und Australien 13 Bill. Dollar an Kapital. Nach dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen wollen sie von Managern wie Parker wissen, ob sie es in sogenannte grüne Technologien anlegen sollen.

Die Deutsche Bank präsentiert sich wie die Bundesregierung als Vorreiter für grüne Investitionen. „Das Interesse an Produkten und Studien zum Klimawandel ist nach Kopenhagen so groß wie nie“, versichert Parker. Jetzt sei es Zeit für den nächsten Schritt. Doch auch die Deutsche Bank steht noch am Anfang. Von den 700 Mrd. Dollar der Asset-Management-Sparte ist weniger als ein Prozent klimafreundlichen Investments zugewiesen. Der Anteil werde rapide ansteigen, verspricht Parker, der ein biodynamisches Weingut in Frankreich besitzt. Genaue Zahlen nennt er jedoch nicht.

Viele Banken rüsten sich für den Tag, an dem ein Emissionshandelsgesetz in den USA verabschiedet wird. Sie erhoffen sich Gewinne durch neue Finanzprodukte und neue Geschäftsmöglichkeiten: Kunden in klimarelevanten Fragen beraten, CO2 für den Eigenbedarf handeln und Kredite an Unternehmen vergeben, die ihren CO2-Ausstoß verringern wollen. Zehn Bill. Dollar wird die Umwandlung zu einer klimafreundlichen Weltwirtschaft kosten, rund 90 Prozent davon muss von privaten Investoren kommen.

Die US-Pensionsfonds sind grundsätzlich zu Investitionen in neue Technologien bereit. Bis sie jedoch große Summen in die Hand nehmen, werde es noch rund fünf Jahre dauern, schätzt Mindy Lubber, die das Investor Network on Climate Risk leitet, dem 80 nordamerikanische Pensionsfonds angehören. Pensionsfonds gelten als konservative Investoren. Hinzu kommt politische Unsicherheit: „Investoren sind bereit, in eine emissionsarme Wirtschaft zu investieren, aber ohne Gesetze, die ein stabiles Investmentumfeld schaffen, sind uns die Hände gebunden“, sagt Anne Stausboll, Chefin des größten US-Pensionsfonds Calpers, der gut 200 Mrd. Dollar verwaltet.

Für Kevin Parker ist das nur eine Frage der Zeit. Die Studien und Einschätzungen der Deutschen Bank seien auch bei Politikern in Washington sehr gefragt. Senatoren und Gouverneure wollten wissen, wie sie Klimaschutzgesetze künftig so gestalten, dass Investoren in ihre Staaten kommen, erzählt Parker.

Spekulationen um seine eigene Zukunft spielt er herunter. In den vergangenen Monaten hatte es Gerüchte um einen möglichen Rücktritt gegeben. Da sei nichts dran. „Es gibt immer Widersacher.“

Kommentare (51)

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Klaus Ermecke

18.01.2010, 08:50 Uhr

Jede Massenhysterie ist eine Chance für die Abzocker. So ist das auch mit dem angeblichen "Klimawandel". Zwar gehen die Temperaturen auf der Erde seit 10 Jahren zurück, zwar ist gerade eben ein weltweites betrugssystem sg. "Klimaforscher" aufgeflogen ("Climate Gate"), zwar widersprechen viele Physiker seit langem dem Glauben, daß es eine CO2-Erderwärmung geben könne. Aber ein weltweites interessenkonglomerat aus Politikern, linksgrünen Kampagnengruppen, besagten "Klimaforschern" und - wie obiger Artikel zeigt - Wirtschaftsunternehmen schürt Ängste und illusionen und bastelt an den Geschäftsmodellen. Wir haben in unserer Studie "Rettung vor den Klimarettern" gerade dargelegt, daß eine CO2-Erderwärmung physikalisch ausgeschlossen ist und es daher nur eine Frage der Zeit ist, bis dieses Dogma kollabiert. Von Öko-investments haben wir abgeraten.

Klaus Ermecke
KE Research

Hofmann,M

18.01.2010, 09:26 Uhr

@Klaus Ermecke

Hatten wir das mit den den "Geschäftsmodellen" nicht schon bei der immobilienkrise in den USA. Die dann das Finanzsystem der Welt in Verbindung mit dem Wirtschaftssystem der Welt etwas durchgeschüttelt hat?
Und das gleiche Modell jetzt also bei den Klima-Ökorettern. indien,China und die USA haben sich ja in Kopenhagen schon sehr von den Ökos distanziert und mehr auf ihr Wirtschaftswachstum gesetzt.
Europa muss sich entscheiden, entweder den sehr kostenintensiven Ökoweg weiter beschreiten oder an die bürger und die Wirtschaft denken.

Faustus34

18.01.2010, 11:43 Uhr

Kevin Parker und seine Versammlungsteilnehmer sollten sich einmal die Diskussion näher ansehen, die derzeit in den USA über die “Klimafreundlichkeit” von CO2 geführt wird. Und mit Sicherheit wird man dann kaum die Euphorie aufbringen, die offenbar bei den Tagungsteilnehmern herrscht oder erst angefacht werden soll.

Es ist eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern, die über einen fast unbegrenzten Einfluss verfügen, was internationale Organisationen, aber auch große Teile der Presse angehen. Wissenschaftler, die nicht die große Linie vertreten, werden ausgegrenzt, zumindest bis jetzt.

Die Aufdeckung einer interessengemeinschaft innerhalb des iPCC, aber auch innerhalb staatlicher Organisationen , zeigt deutlich, dass es einen riesigen Diskussionsbedarf gibt, was die Klimawirksamkeit von CO2-Reduzierungen gibt.

Es erscheint deshalb mehr als mutig, in sogenannte “Grüne Technologie” im beschriebenen Ausmaß zu investieren.

Generell ist die investition in Windkraft und Photovoltaik nur dann interessant, wenn hohe Subventionen fließen. Dies kann jedoch nicht unbegrenzt so weitergehen. Siehe die Diskussion um Vergütungen mit Folgezahlungen, die derzeit auch in Deutschland geführt wird.

Die Chinesen habe begriffen, worum es eigentlich geht. Es geht um die Verteilung von Wohlstand und um wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten, speziell durch Verfügbarkeit von billiger Energie. Die Diskussion um CO2 ist für die einfachen Gemüter bestimmt, die man mit Katastrophenmeldungen gefügig machen will.

Jeder, der in Grüne Technologie investieren soll oder will, soll sich die Diskussion intensiv ansehen. Er wird dann so manche Überraschung erleben.


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